So 10.11. 2019 19:30Uhr 150:00 min

Noten
Noten Bildrechte: colourbox
MDR KULTUR - Das Radio So, 10.11.2019 19:30 22:00

MDR KULTUR im Konzert

MDR KULTUR im Konzert

LIVE aus dem Leipziger Gewandhaus

  • Stereo
* Richard Wagner: Vorspiel und Liebestod aus "Tristan und Isolde"
* Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester d-Moll KV 466
* Arnold Schönberg: "Pelleas und Melisande" op. 5

Saleem Ashkar, Klavier
MDR Sinfonieorchester
Leitung: David Afkham

Ausstrahlung in stereo und surround

Die unerfüllbare Liebe der beiden Titelhelden zieht sich wie ein roter Faden durch Richard Wagners Oper "Tristan und Isolde", aus der das Vorspiel zum 1. Akt sowie der Liebestod erklingen. Mit dem 1859 vollendeten Werk, für das der Komponist das mittelalterliche Tristan-Epos adaptierte, gibt Wagner auch einer brisanten persönlichen Beziehungskonstellation Ausdruck: seiner Liebe zur Unternehmersgattin Mathilde Wesendonck, die – wie Wagner selbst – verheiratet war.

Musikalisch spielen nicht nur glühende Spannung und Ekstase eine große Rolle, sondern auch das ewige, unerfüllte Verlangen – sei es im schmerzlich dissonanten Tristan-Akkord, der keine Auflösung findet, oder in der ringenden Chromatik. Schließlich verklärt Isolde im "Liebestod", der Schlussarie, ihre Liebe zu Tristan und stirbt neben seinem Leichnam.

Arnold Schönbergs "Pelleas und Melisande" von 1902/03 trägt zwar als frühes Werk des späteren Zwölftöners noch deutlich impressionistische und spätromantische Züge, testet aber die Grenzen des tonalen Systems bewusst aus. In satten Farben malt der Komponist die schicksalshafte Geschichte des Liebespaares "Pelléas und Mélisande", die aus dem gleichnamigen Drama des Belgiers Maurice Maeterlinck stammt und auch viele andere Komponisten inspirierte. Schönberg bedient sich dabei der Wagner’schen Leitmotivtechnik – somit schließt sich nicht nur inhaltlich der Kreis zum Beginn des Programms.

Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466 gehört zu seinen berühmtesten Klavierkonzerten. Wie gewohnt in Eile, stellte er es erst einen Tag vor der Uraufführung am 11. Februar 1785 fertig. Mozart selbst saß am Klavier, als das Werk dann im Rahmen einer seiner Wiener Akademie erstmal erklang. Das Klavierkonzert ist eines von nur zweien in Moll und steht mit seiner dunklen Kompromisslosigkeit für den Weg weg von gefälliger Unterhaltungsmusik hin zum sinfonischen Klavierkonzert. Gemeinsam mit dem MDR-Sinfonieorchester interpretiert Saleem Ashkar das richtungsweisende Werk, zu dem viele berühmte Pianisten später Kadenzen schrieben.

Der palästinensisch-israelische Pianist Saleem Ashkar studierte an Musikhochschulen in London und Hannover und gibt regelmäßig Rezitals in den großen Konzerthäusern. Solistisch gastierte er bei den Wiener Philharmonikern, beim Concertgebouworkest, beim London Symphony Orchestra u v. m. Der Beethoven-Spezialist wohnt in Berlin und engagiert sich in verschiedenen Education-Projekten, etwa der Al-Farabi Musikakademie. Eng arbeitet er mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Zubin Mehta und David Afkham zusammen.

Der in Freiburg aufgewachsene Dirigent David Afkham ist seit 2014 Chefdirigent des Spanischen Nationalorchesters in Madrid. In Konzertrepertoire und Oper ist er gleichermaßen zu Hause. Afkham ist Preisträger diverser Dirigierwettbewerbe wie der Donatella Flick Conducting Competition in London (2008) und dem Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award (2010). Als Assistent von Bernard Haitink wurde er erster Stipendiat des "Bernard Haitink Fund for Young Talent". Beim MDR-Sinfonieorchester war David Afkham bereits 2011 zu Gast.