Sa 09.05. 2020 12:00Uhr 120:00 min

Häuptling in einer Vitrine im Karl-May-Museum Radebeul
Häuptling in einer Vitrine im Karl-May-Museum Radebeul Bildrechte: MDR/Mandy Schalast-Peitz
MDR KULTUR - Das Radio Sa, 09.05.2020 12:00 14:00

MDR KULTUR am Mittag

MDR KULTUR am Mittag

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Aktuelle Empfehlungen für das Wochenende.

* 12:10 Uhr - Karl-May-Museum: Direktor geht mit großem Knall
Am Donnerstag eine öffentliche Verlautbarung, dass der Museumsdirektor nach nur zwei Jahren vorzeitig geht - kurz danach ein Brandbrief desselben. Darin kritisiert er die inhaltlichen und organisatorischen Arbeitsbedingungen im Karl-May-Museum Radebeul. Wir wollen wissen: Warum geht er? Und was hat das mit einer modernen Karl-May-Rezeption zu tun.

* 12:30 Uhr - Wetter & Verkehr

* 12:45 Uhr - MDR Kulturtipps fürs Wochenende

* 13:15 Uhr - Wie Kinder die Corona-Zeit erleben
Alle reden über Corona. Oder Covid 19. Oder DAS Virus. Und was es alles anrichtet. Während sich Erwachsene noch einigermaßen vorstellen können, warum und wieso so ein unsichtbares Ding das ganze Leben auf den Kopf stellt, ist Corona für Kinder nur schwer zu fassen. Wie sie die Welt derzeit erleben und was die Einschränkungen für sie bedeuten, hat Uta Burkhardt (bei Vor- und Grundschulkindern) erfragt.

* 13:30 Uhr - Wetter & Verkehr

* 13:40 Uhr - Sachbuch aktuell: Roger de Weck: Die Kraft der Demokratie
Die Schwäche der Demokraten ist viel gefährlicher als die Lautstärke der Reaktionäre, warnt Roger de Weck. Sein Buch zeigt die Methoden und Schwachstellen der Rechten. In Krisenzeiten denkt man gerne darüber nach, wie es danach politisch weiter geht. Der Schweizer Publizist und ehemalige Chefredakteur der "Zeit" hat sich Gedanken gemacht. Er will eine Öko-Demokratie als Mittel gegen Rechtspopulisten. Wie er sich das genau vorstellt, das hat ihn Vladimir Balzer gefragt.
Und wer noch mehr von Roger de Weck hören will: er ist am Sonntag (10. Mai) im MDR Kultur Café ab 12:00 Uhr zu erleben. Sein Buch "Die Kraft der Demokratie" ist im Suhrkamp Verlag erschienen.

* 13:50 Uhr - Jazz ist weiblich: Izabella Effenberg
Dieser Tage wäre es in vollem Gange in Halle - Das 15. Festival Women in Jazz. Während die Veranstalter an einer "Replacement-Ausgabe für den Frühherbst arbeiten, war die nächste Generation aufgerufen, sich für das 16.Festival im nächsten Frühjahr schon jetzt mit Einsendungen ihrer musikalischen Projekte zu bewerben. Viele interessante Beiträge sind schon eingegangen und die Stimmen sind gezählt. Große Chancen hat die polnische Musikerin Izabella Effenberg, sie kommt aus Posen, wohnt seit 13 Jahren in Nürnberg und organisiert dort seit sieben Jahren das Vibrafon Festival Vibrafonissimo. Sie selbst spielt Vibrafon, Glasharfe, Kalimba, singende Säge, Steeldrums, Percussion, Schlagzeug und Klavier. Sie möchte in ihrer Musik, die sie selbst komponiert verschiedene Stilrichtungen miteinander verbinden, vor allem Jazz und Improvisation, Klassik und neue Musik.
Izabella Effenberg gehört zu den Musikerinnen, die sich innerhalb des Projekts Next Generation Virtuell um eine Teilnehme am Festival Women in Jazz im kommenden Jahr bewerben, das Ergebnis des Publikums-Votings erfahren Sie auf www.womeninjazz.de und heute Abend in der Großen Women-In Jazz-Nacht bei MDR Kultur ab 20.05 Uhr.

* 14:15 Uhr - Blumenautomaten - die maskenfreie Alternative
Sie sind eine Seltenheit. Genau zwei gibt es in Mitteldeutschland - in Bad Liebenstein und in Thale. Einer noch aus DDR-Zeiten, einer ganz modern. Und sie werden genutzt. Heike Mohr über Vorteile und Nutzergewohnheiten.

* 14:30 Uhr - Wetter & Verkehr

* 14:45 Uhr - Nu-Jazz mit Zule Guerra aus Havanna
Kubas v.a. Havannas Musikszene ist reich an jungen, experimentierfreudigen Jazz- und Fusionmusikern, die zeigen, dass das musikalische Kuba auch NACH bzw. OHNE Buena Vista & Co. entdeckungswürdig bleibt. Auch einige sehr charismatische Sängerinnen sind darunter, die durch Touren und internationale Veröffentlichungen auch außerhalb der Insel von sich hören und reden machen. Eine von ihnen ist die Nu-Jazzerin Zule Guerra (gespr.: Sule (stimmloses S) Gerra), deren nunmehr drittes Album soeben (am 8.5.) beim renommierten kubanischen Label Egrem (gespr.: Ä-grämm, endbetont) erschienen ist. Sein Name "El Viaje" (gespr.: Wiá-che, ch wie in "Dach") - "Die Reise" ist Programm: der gedankliche Überbau dieser stilistisch vielfarbigen Aufnahme, aber auch wichtig im Leben dieser studierten Pianistin, die für einige Zeit ihre Heimatstadt Havanna verlassen hat, um im spanischen Salamanca Gesang und Musikproduktion zu unterrichten, nachdem sie schon zuvor dort, in Valencia, in der spanischen Berklee-Filiale ihren Master in Jazz-Gesang und Musikproduktion gemacht hatte. Katrin Wilke stellt Zule Guerra näher vor.
Auch ohne Corona wäre die Kubanerin durch ihren Lehrauftrag in Spanien jetzt, wo ihr Album gerade erscheint, womöglich weit weg von zuhause. Wenn alles gut geht, wird sie aber im Sommer dann auch endlich vorab mit ihren heimischen, am Album beteiligten Mitmusikern die Release noch mit einem Konzert in Havanna feiern. Zumindest gehört sie zu den mutigen Musikern, die sich - trotz der schwierigen Zeiten - trauen und entschieden haben, ihre Alben nicht erst NACH Corona herauszubringen...