Di 07.07. 2020 22:00Uhr 60:00 min

MDR KULTUR Werkstatt Mitteldeutschland

Gerechtigkeit für Chemnitz

Komplette Sendung

Altes und Neues Rathaus in Chemnitz 55 min
Bildrechte: imago images/Rainer Weisflog
MDR KULTUR - Das Radio Di, 07.07.2020 22:00 23:00

Was ist in Chemnitz seit 1990 entstanden? Was ist gelungen und wo liegen die Probleme? Ein Stadtportrait 30 Jahre nach der Wiedervereinigung von Jacqueline Hene.

Kaum eine Stadt im Osten leidet so unter ihrem Ruf als trostlose Nazihochburg wie Chemnitz. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt die hässlichen Bilder von den ausländerfeindlichen Demonstrationen im Spätsommer 2018. Zugleich gibt es in der Stadt eine sehr agile Zivilgesellschaft, die sich gegen Gewalt und Rassismus zur Wehr setzt und ein ganz anderes Bild von Chemnitz vermittelt. Überhaupt ist in den letzten Jahrzehnten eine Menge an wirtschaftlichen Neuansiedlungen und modernen Bauten, an Kunst und Kultur entstanden, das die Stadt lebenswert macht. Dennoch leidet die alte Industriemetropole noch immer an den Folgen des wirtschaftlichen Kahlschlags und der Massenabwanderung der ersten Jahre nach der Wiedervereinigung. In ihrer Dokumentation begibt sich MDR Autorin Jacqueline Hene auf eine Streifzug durch die Stadt, trifft Startup-Unternehmer und Plattenbaubewohner, Musiker und Künstlerinnen sowie den langjährigen Bürgermeister Peter Seifert, in dessen Amtszeit eine neue und moderne Innenstadt entstanden ist. Licht und Schatten liegen in Chemnitz nie weit voneinander entfernt. Am Ende überwiegt aber bei den Menschen, die Jacqueline Hene gesprochen hat, die Zuversicht, dass es doch noch was werden könnte mit Chemnitz - auch mit der Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025.