Mi 14.10. 2020 22:00Uhr 60:00 min

MDR KULTUR - Feature - Zum 80. Geburtstag von Benno Ohnesorg Benno Ohnesorg

Chronik einer Hinrichtung

Von Margot Overath

Komplette Sendung

In einem Schweigemarsch von der Universität zum Platz der Opfer des Nationalsozialismus drückten rund 7000 Münchner Studenten am 05.06.1967 ihre Trauer über den Tod von Benno Ohnesorg aus. 53 min
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MDR KULTUR - Das Radio Mi, 14.10.2020 22:00 23:00
Der 2. Juni 1967, der Tag, an dem Benno Ohnesorg erschossen wurde, war eine Zeitenwende. Die Studentenbewegung radikalisierte sich, bewaffnete Gruppen bildeten sich, eine führte sogar das Datum in ihrem Namen. Die genauen Umstände, die zu Ohnesorgs Tod führten, wurden nie geklärt. Als der Todesschütze Karl-Heinz Kurras 2009 als Stasi-Spion enttarnt wurde, hätte das Verfahren wieder aufgenommen werden können. Da jedoch Kurras nicht im Auftrag der Stasi geschossen hatte, verlor die Berliner Justiz das Interesse. Wie gelang es der Polizei, Kurras vor der Bestrafung zu schützen? Wie wurde die Vertuschung organisiert, wann begann sie und welche Rolle spielte die Justiz? Margot Overath beschäftigt sich seit fünfzehn Jahren mit dem Thema. Für ihr Feature sprach sie mit Zeitzeugen und am Einsatz beteiligten Polizeibeamten über die Tat, den Tag und die Folgen bis heute.

Margot Overath studierte Sozialwissenschaften und begann 1980 bei Radio Bremen als freie Reporterin im Jugendfunk. Es war die Zeit der Hausbesetzungen, der radikalen Proteste und der darauf folgenden Gerichtsverfahren. In vielen Prozessen saß sie auf der Pressebank und berichtete. Seit 1984 schreibt sie Radiofeatures für verschiedene ARD Anstalten. 1997 wurde sie mit dem CIVIS Preis für die Features "Abgeschoben" (RB) und "Auf der Flucht. Wie der junge Koudjo aus Togo doch noch in Deutschland Asyl bekam" (DLR/RB) ausgezeichnet. Für "Auf der Flucht" erhielt sie ein Jahr später auch den Preis der Internationalen Journalistenvereinigung (IFJ). Für ihr Feature "Oury Jalloh. Die widersprüchlichen Wahrheiten eines Todesfalls" wurde sie mit zahlreichen Medienpreisen geehrt. 2016 erhielt sie den Axel-Eggebrecht-Preis.
Mitwirkende
Regie: Nikolai von Koslowski
Produktion: RBB/NDR 2017