Mi 17.02. 2021 22:00Uhr 60:00 min

MDR KULTUR - Feature | Zum 100. Geburtstag von Willi Sitte am 28. Februar Auf weißem Grund

Der Maler Willi Sitte im Porträt

Von Marina Farschid

Komplette Sendung

Willi Sitte 54 min
Bildrechte: dpa
MDR KULTUR - Das Radio Mi, 17.02.2021 22:00 23:00
"Ich denke nicht daran, der Idee des Sozialismus abzuschwören, bloß weil alle auf Linie gehen und weil ein Modell gescheitert ist". Willi Sitte (1921-2013), der Großmeister des staatstragenden sozialistischen Realismus, der machtgewaltige Präsident des DDR-Künstlerverbandes fühlt sich enttäuscht von seinen "Arbeiterhelden", die nach dem Fall der Mauer die "Konsumtempel" stürmten.

Willi Sitte wurde am 28. Februar 1921 geboren und wuchs in der nordböhmischen Kleinstadt Kratzau als eines von sieben Kindern auf. Bereits im Alter von 15 Jahren wollte er Maler werden. Sein künstlerischer Werdegang begann in der Musterzeichnerschule einer Teppichfabrik und setzte sich in der Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei in Kronenburg fort. Im Krieg kämpfte Sitte zuerst in Rußland, später in Italien. Dort lief er zu den italienischen Partisanen über. Obwohl sich Sitte nach Kriegsende in Mailand niederließ, ging er 1947 wieder nach Deutschland zurück. Im selben Jahr trat er in die SED ein, wurde in den 50er Jahren Professor an der Kunsthochschule in Burg Giebichenstein und später Präsident des Künstlerverbandes und war bis zum Ende der DDR Mitglied des Zentralkomitees der SED.

Marina Farschid hat Willi Sitte in seinem Hallenser Atelier besucht und viele Stunden Interview aufgezeichnet. In ihrer Dokumentation entwirft sie das Bild eines Mannes, der in Künstlerkreisen als mächtig galt und dessen Werke in der DDR-Bevölkerung oft nur Staunen, Unverständnis und heftige Diskussionen hervorriefen. Willi Sitte starb am 8. Juni 2013 in Halle an der Saale.
Mitwirkende
Regie: Sabine Ranzinger
Produktion: MDR 2001
Darsteller
Sprecher:
Cornelia Heyse
Peter W. Bachmann
Matthias Otte