Sa 05.06. 2021 11:00Uhr 60:00 min

MDR KULTUR trifft Carina Wiese

Theater-, Film- und Fernseh-Schauspielerin

MDR Kultur Hörspiel-Produktionen u.a. "Die Entgiftung des Mannes" 2019, "Gefundenes Fressen" 2021

Komplette Sendung

Carina Wiese, Aufgenommen bei der Produktion des Hörspiels "Die Entgiftung des Mannes" im MDR-Studio Halle, Regie: Stefan Kanis 42 min
Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
MDR KULTUR - Das Radio Sa, 05.06.2021 11:00 12:00
Für die Rolle der Steffi in der MDR Kultur Radio-Soap "Die Entgiftung des Mannes" von Holger Böhme im Jahr 2019, erhielt Carina Wiese den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2020 - Beste darstellerische Leistung. In der Begründung der Jury heißt es "Carina Wiese schaffte es, eine höchst ambivalente Figur in all ihren Zweifeln, Albernheiten, in ihrer Skepsis, Verzweiflung und immer wieder überbordenden Fröhlichkeit mitreißend zu gestalten und mit den Dialogen von Holger Böhme eine zeitgenössische und glaubwürdige Figur zu erschaffen." Das Hörspiel "Die Entgiftung des Mannes" erhielt zudem die Jury-Nominierung zum Hörspielpreis der Kriegsblinden 2020 und die Jury-Nominierung zum CIVIS-Preis 2020. "Die Entgiftung des Mannes" entwickelt ein gesellschaftspolitisch hochbrisantes Thema unmittelbar aus dem Leben zweier Frauen um die Fünfzig. Im Herbst 1989 verband Steffi und Isa in Dresden eine kurze intensive Freundschaft. Nach 30 Jahren begegnen sie sich wieder. Steffi führt ein wirtschaftlich erfolgreiches Leben mit ihrem Mann Jochen, der zu einem selbstgerechten Pegida-Anhänger abdriftet. Isa, die linksalternative Inhaberin einer mäßig laufenden Werbeagentur, kann dies nicht mit ansehen. Beide Frauen schmieden tollkühne Pläne und schaffen es, Jochen zu "entgiften". Eine Fortsetzung ihrer Geschichte ist am 31. Mai, 22.00 Uhr im Hörspiel "Gefundenes Fressen" zu erleben, vom 07. bis 18. Juni bei MDR Kultur am Morgen in zehn Folgen zu hören, sowie in der ARD- und der MDR-Audiothek. In "Gefundenes Fressen" wird Steffi von der Nachricht überrascht, dass ihr Mann Jochen ein uneheliches Kind hat und dieses nun von Leipzig-Connewitz aus Geldforderungen an den Erzeuger stellt. Steffi und Isa werden erneut zu "Aktivistinnen ihres eigenen Lebens".

Carina Wiese wurde 1968 in Dresden geboren. Als Kind stand sie im Jugendtheater in Pirna auf der Bühne. Nach der Schulzeit nahm sie eine Ausbildung zur Kleidungsfacharbeiterin mit Abitur auf und absolvierte ein Abendstudium der Malerei/ Grafik an der Kunstakademie in Dresden. Von 1988 bis 1991 studierte Carina Wiese Schauspiel an der Theaterhochschule "Hans Otto" in Leipzig und nahm anschließend ein Engagement am Schauspielhaus Leipzig an. 2005 bis 2007 ließ sie sich im Astrologie Zentrum Berlin zur Astrologin ausbilden.

Carina Wiese arbeitete als Film- und Fernsehschauspielerin. So übernahm sie 2006 in der mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichneten Roman-Verfilmung "Die Wolke" von Gudrun Pausewang die Rolle der Mutter unter der Regie von Gregor Schnitzler. In der Kinoproduktion "KussKuss" von Sören Senn verkörpert sie die Rolle der jungen Assistenzärztin Katja. Zwei Jahre später wirkte sie in "Alle anderen" von Maren Ade mit, 2009 in "Phantomschmerz" mit Til Schweiger. In "Satte Farben vor Schwarz" mit Senta Berger und Bruno Ganz und in der Regie von Sophie Heldmann übernahm Carina Wiese die Rolle der Tochter. 2011 spielte sie in „Drei“, ausgezeichnet mit dem Deutschen Filmpreis, unter der Regie von Tom Tykwer. 2014 stand Carina Wiese in der internationalen Kinoproduktion "Die Bücherdiebin" in der Regie von Brian Percival neben Emily Watson und Geoffrey Rush vor der Kamera. Weitere Filmrollen in bekannten und beachteten Produktionen folgten. Im Fernsehen war und ist Carina Wiese in den Serien "Deutschland 83/86/89", "Dark" und "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei" zu sehen. Sie ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und unterrichtete seit 2006 an der Schauspielschule Art of Acting Berlin und 2011 und 2013 an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Auch in zahlreichen Hörspielen des Mitteldeutschen Rundfunks wirkte Carina Wiese mit, u.a. ab 2017 in "Lutherland", "Manitu", "Karl Marx statt Chemnitz" und 2019 in "Die Entgiftung des Mannes".
Mitwirkende
Moderation: Carsten Tesch
Redaktion: Angelika Zapf