Sa 03.07. 2021 11:00Uhr 60:00 min

MDR KULTUR trifft

Lutz Unbehaun, Direktor des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg 2002 bis 2021

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Lutz Unbehaun 42 min
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MDR KULTUR - Das Radio Sa, 03.07.2021 11:00 12:00
Lutz Unbehaun, Direktor des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg 2002 bis 2021
Bei MDR KULTUR trifft haben Sie die Gelegenheit, interessante Menschen näher kennenzulernen, die sich dem kulturellen Leben in unserer Region besonders verpflichtet fühlen. Menschen aus Kunst, Kultur, Politik, Wissenschaft und Zeitgeschehen finden hier ihren Platz und erzählen aus ihrem beruflichen Leben und privaten Alltag.

Nach 30 Jahren im Landesmuseum Heidecksburg, davon 19 Jahre als Direktor, ging Lutz Unbehaun zum 1. April in den Ruhestand. Sabrina Lüderitz trat die Nachfolge an, samt 30 Mitarbeitern an vier Standorten. Doch von Lutz Unbebaun wird ganz gewiß auch in den kommenden Jahren zu hören und zu lesen sein. Hielt er doch schon seit 1990 Gastvorlesungen und Seminare an der Fachhochschule Erfurt und den Universitäten in Marburg und Jena. Neben den Veröffentlichungen des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg publizierte er zahlreiche Beiträge zu kunst- und kulturgeschichtlichen Themen, u.a. Leben und Werk des Baumeisters Nikolaus Gromann (1996), Kloster Paulinzella (1998), Die Goethezeit in Silhouetten (1996), Die wundersame Meerfahrt des Sankt Brandan (1994) oder Goethes Deutsche Baukunst (1997). Eng ist die wissenschaftliche Arbeit von Lutz Unbehaun auch mit den eigenen familiären Wurzeln in Rudolstadt und Ost-Thüringen verwoben. Nach seinem ersten Besuch in Rudolstadt im Jahr 1787 beschloss Friedrich Schiller, den Sommer des Jahres 1788 in Rudolstadt zu verbringen. Charlotte von Lengefeld und Caroline von Beulwitz fanden für ihn eine Wohnung im nahe gelegenen Volkstedt Im Frühjahr 1788 zog Schiller in das Haus ein und zwar in das Haus des Kantors Unbehaun.

In Rudolstadt wurde Lutz Unbehaun 1955 geboren. Nach Abitur und Begegnung mit der Goethe-Gedenkstätte Großkochberg studierte von 1975 bis 1980 in Leipzig Kunstgeschichte und promivierte 1983 mit dem Thema "Hieronymus Lotter. Kurfürstlicher Baumeister und Bürgermeister zu Leipzig". 1989 erschien diese Arbeit im E.A. Seemann Verlag. Von 1983 bis 1985 war Lutz Unbehaun wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staatlichen Museen Heidecksburg und bis 1990 Assistent am Bereich Kunstgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dort arbeitete er am Forschungsprojekt "Deutsche Kunst von 1200 bis 1350" mit, welches 1989 als Buch erschienen. 1990 wurde Lutz Unbehaun Kustos und 2002 Direktor des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg.

In den ersten Jahren nach der politischen Wende konnten wegen baulicher Mängel die fürstlichen Wohnräume nicht geöffnet und die Gemäldegalerie nicht eingerichtet werden. Die Hofküche nutze das vom Archiv. Als 1994 die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten auf der Heidecksburg ihren Sitz bezieht, wird ihre auch die bauliche Verantwortung übertragen, sodaß sich die Museumsmitarbeiter wieder mehr auf die Sammlungen konzentrieren können. Lutz Unbehaun stellt sich als Direktor die Aufgabe die Sammlungen durch Ankäufe und Restaurierungen ausstellungsfähig und attraktiv zu machen. Caspar David Friedrichs "Morgennebel im Gebirge" von 1808 ist das wertvollste Gemälde im Bestand.
Mitwirkende
Moderation: Julia Hemmerling
Redaktion: Angelika Zapf

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