Sa 17.07. 2021 09:00Uhr 35:00 min

MDR KULTUR - Feature Auf dem Weg zum Schriftsteller: Arno Schmidts schlesische Jahre

Von Matthias Kußmann

Komplette Sendung

Ansichtskarte zeigt Lauban in Schlesien, Blick in die Brüderstraße 28 min
Bildrechte: IMAGO / Arkivi
MDR KULTUR - Das Radio Sa, 17.07.2021 09:00 09:35
Arno Schmidts Hamburger Kindheit in ärmlichen Verhältnissen ist von den Kriegsjahren geprägt. 1928, Schmidt ist 14, zieht seine Familie nach Lauban/Schlesien - es beginnt eine Zeit in einer fremden Landschaft, von der er später herrlich grimmig in einer ganzen Reihe von Texten erzählt. Schmidt besucht die Oberrealschule in Görlitz, wo sich der Außenseiter intensiv mit Literatur, Geschichte und Mathematik beschäftigt - dort findet er Themen und Stoffe, die später sein ganzes literarisches Werk bestimmen; in Görlitz entstehen auch die ersten eigenen Gedichte.

Nach dem Abitur 1933 absolviert er eine kaufmännische Lehre und arbeitet als Buchhalter in den Greiff-Werken; 1937 heiratet er Alice Murawski, die im gleichen Werk arbeitet. Sie leben zunächst in Lauban, dann in Greiffenberg - es sind "dunkle Jahre", wie er einmal notiert. Zu dieser Zeit schreibt Schmidt erste Erzählungen, die posthum in seinen "Juvenilia" erscheinen - anfangs noch romantisch geprägte Texte, bei deren Lektüre man nachverfolgen kann, wie ein später großer Autor immer mehr seinen eigenen Ton findet.

1940 muss Schmidt zum Militär, er kommt zuerst nach Hirschberg und dann nach Hagenau, wo er seine berühmten "Dichtergespräche im Elysium" als Weihnachtsgeschenk für seine Frau verfasst. 1942, nach einem weiteren halben Jahr in Lauban, enden seine schlesischen Jahre - er wird nach Norwegen abkommandiert.
Mitwirkende
Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2004
Darsteller
Sprecher:
Regina Lemnitz
Susanne Stein
Matthias Hummitzsch
Klaus Manchen