Sa 24.07. 2021 11:00Uhr 60:00 min

Regisseurin Barbara Wallbraun
Regisseurin Barbara Wallbraun Bildrechte: Christiane Gundlach
MDR KULTUR - Das Radio Sa, 24.07.2021 11:00 12:00

MDR KULTUR trifft

MDR KULTUR trifft

Barbara Wallbraun

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Dieser Tage findet in einigen deutschen Großstädten und am 24.07. in Berlin der Christopher Street Day statt. Ein Gedenk-, Fest- und Demonstrationstag, der die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen stärken und sich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung formiert. Auf 20 Jahre eingetragene Lebenspartnerschaften kann in diesem Jahr in Deutschland verwiesen werden. Ab dem 01.08. 2001 wurde es gleichgeschlechtlichen Paaren möglich eine rechtlich verbindlich eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen. Ab dem 01.10.2017 eine Ehe.

Die Leipziger Film-Regisseurin, Produzentin und Medienpädagogin Barbara Wallbraun ist derzeit mit ihrem Film "Uferfrauen - Lesbisches L(i)eben in der DDR" auf Thüringen-Tour. Der Film erzählt von sechs lesbischen Frauen in verschiedenen Groß- und Kleinstädten, sowie auf dem Lande, die in der DDR nicht nur Konflikte mit der eigenen Familie und gesellschaftlichen Konventionen auszustehen hatten, sondern auch unter SED und Staatssicherheit Repressalien erlebten. Eine einfühlsame, vielschichtige und letztlich ermutigende Dokumentation, die nicht in der Vergangenheit verharrt, sondern auf Gegenwart und über Deutschland hinaus verweist. Am 15. Juli hat die EU-Kommission auf umstrittene Regelungen gegen Homosexuelle und Transsexuelle in Ungarn und Polen ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. „Europa wird niemals zulassen, daß Teile unserer Gesellschaft stigmatisiert werden, sei es wegen der Person, die sie lieben, wegen ihres Alters, ihrer politischen Meinung oder aufgrund ihres religiösen Glaubens", so die Begründung.

Die Uraufführung von "Uferfrauen - Lesbisches L(i)eben in der DDR" fand am 20. Oktober 2019 bei den 30. Lesbisch Schwulen Filmtagen in Hamburg statt und erhielt zahlreiche Preise. Am 03. September 2020 sollte der Film von Barbara Wallbraun in die Kinos kommen. Doch mit der Corona-Pandemie mußten alle Kinos geschlossen werden, Internationale Film-Festival konnten nicht in bekannter Form stattfinden, an einer Präsentation von "Uferfrauen - Lesbisches L(i)eben in der DDR" in Kiew konnte Barbara Wallbraun nicht wahrnehmen.

In Leinefelde im Eichsfeld wurde Barbara Wallbraun 1983 geboren. Nach dem Schulbesuch in Dingelstädt studierte sie von 2001 bis 2007 Kultur- und Medienpädagogik an der Hochschule Merseburg mit den Schwerpunkten Filmarbeit & Kulturmanagement. Zeitgleich absolvierte Barbara Wallbraun ein Praktikum bei der Film- und Fernsehproduktion LE Vision Leipzig, und der Landesmedienanstalten Sachsen-Anhalt. Nach dem Studium arbeitete sie ein Jahr als Medienpraktikantin bei der Landesmedienanstalt Thüringen, von 2009 bis 2013 bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Neue Medien Leipzig, für den Mitteldeutschen Rundfunk und nahm am Talentpool TP2 Erfurt teil. Von 2005 bis 2013 war Barbara Wallbraun Initiatorin und Organisatorin des Leipziger Kurzfilmwanderkinos „Mauerstreifen". Seit 2015 ist Barbara Wallbraun in Sachsen Referentin für Lehrer-Fortbildungen „Kurzfilmeinsatz im Unterricht" und bundesweit Referentin zum Thema „Lesben im Visier der Staatssicherheit". Von 2012 bis 2019 recherchierte und realisierte sie als Autorin und Regisseurin den Dokumentarfilm "Uferfrauen - Lesbisches L(i)eben in der DDR", Sunday Filmproduktion, Halle.