Sa 22.01. 2022 11:00Uhr 60:00 min

MDR KULTUR trifft Stefan Weppelmann

Direktor des Museums der bildenden Künste Leipzig

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Stefan Weppelmann 43 min
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MDR KULTUR - Das Radio Sa, 22.01.2022 11:00 12:00
Vor einem Jahr trat Stefan Weppelmann sein neues Amt als Direktor des Museums der bildenden Künste in Leipzig an, für ihn einer der schönsten Arbeitsplätze der Welt. Jedoch, Stefan Weppelmann kam mitten im Lockdown. Das Museum war fünf Monate geschlossen. Mit den jeweiligen Hygienekonzepten erwarteten im Anschluß die Besucher Ausstellungen mit großer Strahlkraft wie Arbeiten des in Leipzig geborenen Foto- künstlers Andreas Gursky, Martin Kippenberger mit "METRO-Net", DOK Neuland mit "Chaos Is a Condition", Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker, sowie im November für nur kurze Zeit und leider nicht verlängert "Meisterwerke aus der Sammlung Maximilian Speck von Sternburg". Auch viele neue digitale Angebote entstanden.

Rund 70.000 Menschen kamen ins Museum, die Hälfte eines Jahres vor der Corona-Pandemie. Dennoch schaut Stefan Weppelmann zuversichtlich auf das neue Jahr, auch weil die Stadt Leipzig die Defizite nicht in Ein- sparungen umgelegt hat. Mit dem 18. Januar ist das Haus für seine Besucher wieder geöffnet. Aktuell sind noch bis zum 23.01. Werke von Ibrahim Mahama zu sehen und bis 28.02. die 27. Leipziger Kinder- und Jugend- kunstausstellung "Alles Banane?". Anfang Februar wird die im Dezember geplante und verschobene Ausstellung Harry Hachmeister gezeigt, ab 09.02. die große Schau "Bilderkosmos Leipzig 1905 bis 2022" und die Kabinett- ausstellung der Fotografin Ricarda Roggan "Der dunkle Wunsch der Dinge". Anna Haifisch erhält im März den 14. Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung. Ihre Comics "Chez Schnabel" zeigen sich bis zum 03.07. dem Betrachter. Als weitere Höhepunkte können 2022 die Präsentation von Werken von Tino Seghal und Olga Costa verzeichnet werden, sowie eine neue Sammlungspräsentation.

Mit "Gesichter der Renaissance" in Berlin oder Pieter Bruegel in Wien macht Stefan Weppelmann heraus- ragende Ausstellungen. An der ausgeschriebenen Direktorenstelle im 2004 eröffneten ersten Museumsneubau in Ostdeutschland, dem Museum der bildenden Künste in Leipzig, reizte ihn die Bandbreite von Skulptur, Malerei, Fotografie und Grafik und die zum Teil aus mehreren Jahrhunderten vorhanden. Schon Anfang der 90er Jahre beeindruckte ihn die Qualität der Sammlung, damals noch im heutigen Bundesverwaltungsgericht unter- gebracht. Zusammen mit den Kuratorinnen und Kuratoren des Hauses ist er derzeit im intensiven Gespräch zu Frage wie Kunst in Mitteldeutschland vor und nach der politischen Wende 1989 und der Gegenwart künftig dokumentiert werden-, wie mit Künstlernachlässen umgegangen werden soll.

Im westfälischen Dülmen wurde Stefan Weppelmann 1970 geboren. An der Universität Münster studierte er Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Kommunikationswissenschaft und promovierte dort 2002. Stefan Weppelmann arbeitete im Bereich Ausstellungendes Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kultur- geschichte in Münster, sowie an einer gemeinsamen Forschungsstelle der Universität Florenz und des Kunsthistorischen Instituts in Florenz. Ein Forschungsaufenthalt führte ihn zudem an das Metropolitan Museum of Art in New York. Ab 2003 arbeitete Stefan Weppelmann an der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen als Kurator für italienische und spanische Malerei der Renaissance. Von 2015 bis 2020 war er Direktor der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums Wien. Am 01.01.2020 trat Stefan Weppelmann am Museums der bildenden Künste in Leipzig die Nachfolge des Österreichers Alfred Weidinger an, der nach zweieinhalb Jahren Amtszeit an die Oberösterreichischen Landesmuseen in Linz gewechselt war.
Mitwirkende
Redaktion: Angelika Zapf