Mi 30.03. 2022 21:00Uhr 60:00 min

MDR KULTUR Folk und Welt

MDR Kultur Folk und Welt: Tonkori, Shamisen und Frühlingsstimmen

Eine Sendung von Grit Friedrich

Komplette Sendung

Sendungsbild 60 min
Der japanische Musiker Oki spielt das Instrument Tonkori der Ainu. Bildrechte: Maciej Komorowski/Mais um Discos
MDR KULTUR - Das Radio Mi, 30.03.2022 21:00 22:00
Oki spielt Tonkori, ein Saiteninstrument vom Volk der Ainu auf Hokkaidō. Japanische Trommeln und Kehlkopfgesang aus Zentralasien treffen bei ihm auf archaische Volkslieder. Das Herz von Mitsune ist die Tsugaru Shamisen, eine dreisaitige japanische Laute, einst von Wandermusikern gespielt. Die Beriner Folk-Fusion-Band wird von drei Shamisen-Spielerinnen angeführt, begleitet von Perkussion und Kontrabass. „Zimnice“ ist für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert, das erste Soloalbum der experimentierfreudigen Nyckelharpa-Spielerin Kateřina Göttlichová klingt an keiner Stelle düster, trotz der dramatischen Liedtexte.

Daneben läuft schleppende Cumbia, Rumba mit Romengo aus Budapest und eine neue Single von Bube Dame König aus Halle, ihr Album „Von der Quelle bis zur See“ erscheint am 8. April. Das Trio aus Halle hat Drehleier, Flöten und Gitarren mit einem Schlagzeug verstärkt, was vielen Liedern eine mitreißende Note verpasst, Cello und Posaune gibt es auch. Dazu erschallt ein Ruf nach „Frühling“ mit dem Leipziger Barden Jens-Paul Wollenberg und seiner Band Waldzitherpunk in einer Liveaufahme aus dem Klub naTo in Leipzig, sowie ein Mundart-Lied der Thüringer Band Hüsch!.


Tonkori in the Moonlight (1996-2006)
Kila & Oki (Japan)
„Oroho Raha Mokor Mokor“
Mais um Discos

Hazama
Mitsune (Japan, Australien, Griechenland, Deutschland)
„Wind of Sand“
Bandcamp

Hazama
Mitsune (Japan, Australien, Griechenland, Deutschland)
„Kaigara Bushi“
Bandcamp

Zimnice
Kateřina Göttlichová (Tschechien)
„Plelo Dievča“ (angespielt)
Indies Scope

Zimnice
Kateřina Göttlichová (Tschechien)
„Láska V Rece“
Indies Scope

La ñapa
The Bongo Hop - feat Nidia Gongora (Frankreich/Kolumbien)
„La ñapa“
Underdog Records

Saturno 2000 - La Rebajada de Los Sonideros 1962 - 1983
Junior Y Su Equipo (Kolumbien/Mexiko)
„La Borrachita“
Analog Africa

Folk Utca
Romengo (Ungarn)
„Rumbáso“
FolkEuropa

Von der Quelle bis zur See (Album erscheint am 8. April)
Bube Dame König (Deutschland)
„Tuvalu“ (Single)
CPL Music

Casa
Amalaya (Deutschland, Syrien, Argentinien)
„Rabia“ (angespielt)
recordJet

Casa
Amalaya (Deutschland, Syrien, Argentinien)
“El Helwa Di”
recordJet

Liveauftritt naTo Leipzig
Jens-Paul Wollenberg & Waldzitherpunk (Deutschland)
„Frühling“
Label unsigned

Jetzt, heut und hier
Hüsch! (Deutschland)
„Minnich willste de dansen“
CPL

Heymisher
Khupe = Christian Dawid & Sanne Möricke (Deutschland/Niederlande)
„Reb Yidl“
Yellowjacket Music

Aufnahme Alan Bern (Piano)
Fragment aus dem Glikl- oratorye (angespielt)
Musikthema zu einem Gedicht von Bertha von Pappenheim

Di Frosh
Socalled & Kaiser Quartett (Kanada/Deutschland)
„Kinder Yorn“ (angespielt)
Socalled Entertainment

Tonkori in the Moonlight (1996-2006)
Oki (Japan)
„Yaykatekar Dub“
Mais um Discos

* Konzerttipps:
Glikl-oratorye. A Musical Herstory, Oratorium von Alan Bern & Diana Matut über das Leben der Glikl von Hameln

1689 begann die Hamburger Jüdin Glikl von Hameln (1647-1724), ihre Memoiren in westjiddischer Sprache zu verfassen und hinterließ ein einmaliges Zeugnis jüdischen Lebens in Deutschland, als Geschäftsfrau, Mutter von 14 Kindern und eine der ersten nicht-adeligen Frauen, die private Aufzeichnungen hinterließ. Das Oratorium lässt Glikl im Libretto von Diana Matut zu Wort kommen, bringt jedoch drei weitere jüdische Frauen verschiedener Epochen mit auf die Bühne. Komponist Alan Bern (USA/Berlin) verleiht jeder der Frauen durch verschiedene Instrumentalensembles eine eigene musikalische Sprache, die vom Barock, der urbanen Musik der Weimarer Zeit, dem jiddischen Theater und Klezmer, sowie dem zeitgenössischen Retro-Swing inspiriert wurden. Dirigent Marcelo Moguilevsky (Buenos Aires) führt das 35-köpfige internationale studentische Projektorchester mit Chor und Solist*innen.

Aufführungen:
30. März, 20 Uhr im Fürstensaal der Musikhochschule Fanz Liszt Weimar mit live-stream
www.hfm-weimar.de
31. März, 19.30 Uhr Kaisersaal Erfurt
2. April, 21 Uhr, Aula des Löwengebäudes, Universität Halle
3. April, 19 Uhr, Schloß Horst, Gelsenkirchen

The String Company, 2.April 20 Uhr Konzert bei den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen Thüringen im Jüdischen Kulturzentrum Bleicherode

Khupe „Klezmer-Dialoge“, 3. April 17.30 Uhr, Museum Synagoge Gröbzig
Christian Dawid und Sanne Möricke spielen Musik von außergewöhnlicher Intensität, tief in der Tradition jiddischer Instrumentalmusik verwurzelt. Voranmeldung info@groebziger-synagoge.de

„Klassische Arabische Musik“, Klänge der Hoffnung Ensemble 6. April 19.30 Uhr im Ringcafé Leipzig, künstlerische Leitung Basel Alkatrib, Gäste Luise Rauer & Alaa Salah Eddine, Ghandi Aljrf und Karolina Trybala

Hüsch mit Songs of Heimat in Rudolstadt 9. April 20 Uhr im No 8- Kultur und mehr
HüSCH! spielt virtuose deutsche Folkmusik fernab von Brauchtumspflege. Sensibel entstaubt das Quartett traditionelle Lieder und Tänze aus dem waldreichen und Waldzither afinen Thüringen.

Josh “Socalled” Dolgin (Kanada), Gesang, Klavier, Akkordeon, 12. April 19.30 Uhr Audimax Leucorea Wittenberg
Josh “Socalled” Dolgin aus Montreal ist einer der vielseitigsten Musiker der Klezmerszene. Ob als Komponist von Musicals, Sänger mit Streichquartett, Rapper oder Beat-Spezialist. Nach Sachsen-Anhalt kommt er mit einem Solo-Programm seiner jiddischen Lieblingslieder.

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