Do 11.08. 2022 18:00Uhr 60:00 min

Vom Wasser eingeschlossene Menschen winken in Grimma aus den Fenstern heraus
Vom Wasser eingeschlossene Menschen winken in Grimma aus den Fenstern heraus Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR KULTUR - Das Radio Do, 11.08.2022 18:00 19:00
MDR KULTUR - Das Radio Do, 11.08.2022 18:00 19:00

MDR KULTUR Spezial

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Stadt - Land - unter. Das Jahrhunderthochwasser vor 20 Jahren

  • Stereo

20 Jahre ist es her, da wälzten sich die Wassermassen durch Städte und Dörfer in Deutschland, Tschechien und Österreich und hinterließen eine grenzenlose Verwüstung. Hierzulande betraf es vor allem Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Diese Tage im August 2002 haben für manche alles verändert. Für einzelne Kultureinrichtungen, deren Kunstschätze gerettet werden konnten, erwuchs daraus möglicherweise eine Chance. Für die unzähligen Menschen aber, die an den Ufern der entfesselten Flüsse und Bäche lebten und in den Fluten alles verloren, wurde es zum traumatischen Erlebnis. Sie mussten oftmals von vorn anfangen; haben es in den vergangenen 20 Jahren, zumindest auf den ersten Blick, auch geschafft und dennoch: Sie können nicht vergessen.
Andererseits sehnt man sich inmitten der Trockenheit nach Wasser, wenn auch nicht in diesen gewaltigen Massen. Anhaltende Hitze und Dürre sind die neuen Herausforderungen, mit denen wir lernen müssen umzugehen. Allerdings sollte das Jahrhunderthochwasser von 2002 - und auch das von 2013 - nicht in Vergessenheit geraten, denn derartige Wassermassen können immer wieder und jederzeit über uns hereinbrechen. Die Katastrophe im Ahrtal vergangenes Jahr hat das gezeigt. Auf jeden Fall sollten wir vorbereitet sein.

In einem Radio-Spezial blicken wir noch einmal kompakt an Orte des Jahrhunderthochwassers 2002 und berichten, wie die Erfahrungen nachwirken bzw. welche Konsequenzen sich daraus ergeben haben:
Grimma 20 Jahre danach: Die Spuren der Flut in den Seelen.

Für die Zerstörungen der Flut vor 20 Jahren wurde Grimma zum Symbol: Eine historische Altstadt unter Wasser, mit aufgerissenen Straßen und Häusern. Das wahre Ausmaß der materiellen Schäden wurde erst deutlich, als das Wasser gegangen war. Und so ist es auch in den Köpfen der Grimmaer. In ihnen ist die Flut noch heute sehr lebendig.

Wie stellt sich der Denkmalschutz auf den Klimawandel ein?

* 18:10 Uhr - Eine Arche für die Kunstsammlungen
Etwa 99 Prozent der in den Depots gelagerten Gemälde der Gemäldegalerie Alte Meister und der Galerie Neue Meister konnten 2002 mit Hilfe der Notbergung vor den Fluten geborgen werden. Ein Depot im Keller kam danach nicht mehr in Frage, stattdessen wurde im Albertinum ein „schwebendes" Magazin in 17 Metern Höhe gebaut - die "Arche".

* 18:20 Uhr - Grimma 20 Jahre danach: Die Spuren der Flut in den Seelen
Für die Zerstörungen der Flut wurde Grimma zum Symbol. Das Ausmaß der materiellen Schäden wurde erst deutlich, als das Wasser gegangen war. Auch in den Köpfen der Grimmaer. In ihnen ist die Flut noch heute sehr lebendig.

* 18:40 Uhr - Wie stellt sich der Denkmalschutz auf den Klimawandel ein?
Interview mit Alf Furkert, sächsischer Landeskonservator
Nach der Jahrhundertflut 2002 wurden Millionen in die Wiederherstellung von Gebäuden, auch historischen investiert, ebenso zur Restaurierung. Andererseits waren es oftmals Denkmalschützer, die verhinderten oder verzögerten, dass notwendiger Hochwasserschutz gebaut werden konnte. Insofern liegt die Frage nah, ob rechtliche Vorgaben mit Blick auf das Geschehene angepasst und gelockert wurden? Und es stellt sich die Frage, wie sich Denkmalschutz und Klimaschutz bzw. -anpassungen künftig miteinander vereinbaren lassen. Radio und Online!

* 18:50 Uhr - Geht dem Garten reich das Wasser aus?
Von Andre Damm und Grit Krause
2002 bedrohten die Flutmassen auch den Wörlitzer Park, der kurz zuvor gerade erst zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden war. Teile des Parks wurden damals überspült. Mittlerweile aber leidet das Gartenreich eher unter der Trockenheit, unter Wassermangel sozusagen. Welche Folgen hat das für den Landschaftsgarten und wie begegnet man dem?
Mitwirkende
Redaktion: Grit Krause