Sa 03.09. 2022 11:00Uhr 60:00 min

Maria Stürzebecher, Kuratorin in der Alte Synagoge, zeigt eine nachgemalte historische Darstellung der Synagoge der zweiten jüdischen Gemeinde von Erfur
Maria Stürzebecher, Kuratorin in der Alte Synagoge, zeigt eine nachgemalte historische Darstellung der Synagoge der zweiten jüdischen Gemeinde von Erfur Bildrechte: dpa
MDR KULTUR - Das Radio Sa, 03.09.2022 11:00 12:00
MDR KULTUR - Das Radio Sa, 03.09.2022 11:00 12:00

MDR KULTUR trifft Maria Stürzebecher

MDR KULTUR trifft Maria Stürzebecher

Kunsthistorikerin, UNESCO Beauftragte, Kuratorin des Museums Alte Synagoge Erfurt

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Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen derzeit 1154 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. 52 davon gelten als bedroht. Deutschland verzeichnet 51 Welterbestätten. Seit 2009 bereitet sich Erfurt mit seinem jüdischen Erbe aus dem Mittelalter auf die Bewerbung für einen Aufnahme in das UNESCO Welterbe vor. Die Kunsthistorikerin und Kuratorin des Museums Alte Synagoge Erfurt Maria Stürzebecher wurde von der Stadtverwaltung beauftragt die wissenschaftlichen Grundlagen zu erstellen und das Vorhaben zu koordinieren. Über 350 Seiten trug sie zusammen. Für Juni war die 45. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in Kasan in Rußland geplant, welches über den Antrag entscheiden sollte. Mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine am 24.02.2022 wurde die internationale Zusammenkunft des UNESCO-Weltererbekomitees auf unbestimmte Zeit verschoben. Ihm gehören 21 Vertragsstaaten an. Derzeit überwacht die UNESCO auch die Zerstörung von Kultur- und Naturerbe in der Ukraine. Maria Stürzebecher unterhält dennoch und mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie internationale Kontakte im Werben für das Anliegen ob des Jüdischen Schatzes in Erfurt und nahm jüngst in Jerusalem am 18. World Conngress of Jewish Studies teil.

In Erfurt wurde Maria Stürzebecher 1974 geboren. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena studierte sie Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Soziologie und arbeitete ab 2000 zunächst als Restauratorin auf der Wartburg und von 2003 bis 2003 als Volontärin und wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Thüringischen Landesamt für Archäologie in Weimar. Von 2004 bis 2008 führte der Weg von Maria Stürzebecher an die Universität Erfurt und die Promotion erfolgte 2008 zum Thema „Der Schatzfund aus der Erfurter Michaelisstraße. Mittelalterliche Goldschmiedearbeiten als Zeugnisse jüdischen Lebens in Erfurt" am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Landesgeschichte. Als Kunsthistorikern arbeitete sie danach mit an der Konzeption des Museums Alte Synagoge und hat seit 2009 im Auftrag der Stadtverwaltung Erfurt die UNESCO-Koordination inne. Seit 2014 nimmt sie Lehraufträge an der Universität Erfurt wahr „Synagogen in Erfurt. Exkursionen zu Geschichte der jüdischen Gemeinden in der Stadt", biete Vorträge und Führungen an.
Mitwirkende
Redaktion: Angelika Zapf