Sa 22.07. 2023 18:00Uhr 60:00 min

Buchcover: panik/paradies von Carl Christian Elze
Buchcover: panik/paradies von Carl Christian Elze Bildrechte: Verlagshaus Berlin
MDR KULTUR - Das Radio Sa, 22.07.2023 18:00 19:00
MDR KULTUR - Das Radio Sa, 22.07.2023 18:00 19:00

MDR KULTUR Unter Büchern

MDR KULTUR Unter Büchern

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Ahoi zur Stunde Literatur von MDR Kultur – unser Buch-Podcast, in dem sich Literatur und Musik treffen, bestenfalls umarmen, jeden Mittwoch frisch in der App der ARD Audiothek, immer mit einem Thema, immer mit einem ganz speziellen Blick. Diesmal geht es Katrin Schumacher um das Konzentrat, das Dichte in der Dichtung, das Gedicht, die Lyrik. Zu Wort kommen Albert Ostermaier, Carl-Christian Elze, Lutz Seiler, aber auch ein Blick in den neuen Gedichtband von Louise Glück ist dabei. Und wir starten eine neue Serie: "Lyrik von hier für da – Gedichte für die Gegenwart". Ab heute gibt es jede Woche frische Zeilen aus dem MDR-Sendegebiet: von hier für da.

* 18:10 Lyrik von hier für da – Gedichte für die Gegenwart. Ab dieser Folge"Unter Büchern" starten wir mit einer Offensive für die kleine, die konzentrierte Form der Literatur: der Lyrik. Jede Woche gibt es ein Gedicht mit ein wenig drumherum: Gedichte von Lyriker*innen aus Mitteldeutschland. Den Anfang macht der Hallenser Dichter Michael Spyra – den Jörg Schieke vorstellt im Gespräch über die ganze Reihe.

* 18:20 Carl-Christian Elze: Panik/Paradies. Eine Laufbahn als Arzt schwebte Carl-Christian Elze nach dem Abitur vor. Doch das Studium entsprach nicht seinen Erwartungen. Deshalb wechselte er ans Deutsche Literaturinstitut in Leipzig, wo er diplomierte. 2006 debütierte er im Mitteldeutschen Verlag mit der Gedichtauswahl "stadt / land / stopp". Den Durchbruch erzielte er 2013 mit der Verssammlung. "ich lebe in einem wasserturm am meer, was albern ist". Seither gehört er zu den Shootingstars der modernen deutschen Poesie. 2022 landete er mit seinem Roman „Freudenberg“ auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Jetzt amtiert er als Stadtschreiber in Dresden. Gerade ist ein neuer Lyrikband von ihm erschienen. Ulf Heise stellt ihn vor.

* 18:30 Albert Ostermaier: Yuba. Mit Fotografien von Maya Mercer. Es brennt geradezu höllisch in einem Bezirk im Norden Kaliforniens, Yuba County, nicht hübsch an der Küste gelegen wie Los Angeles oder San Francisco , sondern mitten im Staat, rechtsoben von Sacramento. Yuba County, ein Landstrich mit einer unheimlich blutigen Geschichte, bestimmt von Rassismus und Armut, noch immer leben die wenigen Menschen dort in großer Armut und mit wenig Perspektive. Die amerikanische Fotografin Maya Mercer war dort mit ihrer Kamera unterwegs und hat Jugendliche in den Trailer Parks inszeniert und auch glühende Landschaft festgehalten - eine fotografische Arbeit, die den Dichter Albert Ostermaier so fasziniert hat, dass er ihr eine wiederum beeindruckende Textspur zur Seite gestellt hat. Im Gespräch erzählt er, wie er Worte für die Bilder und Geschehnisse gefunden hat.

* 18:50 Louise Glück: Treue und edle Nacht. Bis 2006 war Louise Glück in Deutschland nahezu unbekannt, obwohl sie ab den 1960er Jahren in den USA mit ihren Gedichtbänden einen Erfolg nach dem anderen feierte und mit Ehrungen überschüttet wurde. Sie erhielt unter anderem den begehrten Pulitzer-Preis und den National Book Award. 2020 gesellte sich schließlich der Nobelpreis hinzu, was bei etlichen Kritikern Stirnrunzeln auslöste. Sie meinten, die Autorin habe eine so hohe Auszeichnung nicht verdient. Ein Urteil, das unser Literaturkritiker Ulf Heise nach der Lektüre ihrer jüngsten Lyriksammlung mit dem Titel "Treue und edle Nacht" absolut nicht teilt.

* 18:55 Lutz Seiler bekommt den Büchnerpreis 2023 bekommt – natürlich für seine Romane „Kruso“ und „Stern 111“, aber auch mindestens zur Hälfte für seine Lyrik. In der Preisbegründung der Jury heißt es: „In Lutz Seiler ehrt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einen Autor, der mit klangvollen Gedichtbänden begann, von dort zum Erzählen fand, stets aber ein so klarer wie rätselhafter, dunkel leuchtender Lyriker bleibt, zuletzt mit "schrift für blinde riesen". Was sagt er selbst zu diesem Kompliment?