Fr 14.09. 2018 15:10Uhr 20:00 min

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MDR KULTUR - Das Radio Fr, 14.09.2018 15:10 15:30

MDR KULTUR - Die Klassikerlesung Die Welt von gestern (Folge 10 von 20)

Die Welt von gestern (Folge 10 von 20)

Erinnerungen eines Europäers

  • Stereo
Von Stefan Zweig

"Viel musste sich ereignen, unendlich viel mehr, als sonst einer einzelnen Generation an Geschehnissen, Katastrophen und Prüfungen zugeteilt ist, ehe ich den Mut fand, ein Buch zu beginnen, das mein Ich zur Hauptperson hat." Es ist eine "Welt von gestern", die Stefan Zweig heraufbeschwört: das Wien der 1920er Jahre, das „goldene Zeitalter der Sicherheit“, das von einer Stimmung des Aufbruchs und der kulturellen Freiheit beflügelt war. Diese Zeit endete, als sich in den 1930er Jahren die Schatten des Faschismus über Europa legten. Zweig ging ins Exil, doch seine Erinnerung an die "Welt von gestern" blieb.

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren, studierte Germanistik und Romanistik in Wien und Berlin und arbeitete als Journalist, Übersetzer und Korrespondent. Ab 1919 lebte er in Salzburg, bevor er 1934 nach England und schließlich 1941 nach Brasilien emigrierte. Frühe Gedichte ("Silberne Seiten", 1901), Novellenbände ("Brennendes Geheimnis", 1911; "Sternstunden der Menschheit", 1927). Seine großen Biografien wie "Maria Stuart" (1935) und "Joseph Fouché" (1929) machten ihn weltberühmt. 1942 vollendete er seine Autobiographie "Die Welt von Gestern" und die "Schachnovelle". Der Zweite Weltkrieg, Bücherverbrennung und Verfolgung ließen Zweig schließlich nach Brasilien emigrieren. Unter dem Eindruck deutscher Kriegserfolge und erschöpft von unfreiwilliger Migration sowie dem Verlust seiner - vor allem auch geistigen - Heimat Europa nahm sich der Sechzigjährige zusammen mit seiner Frau Lotte am 23. Februar 1942 das Leben.

Produktion: Südwestrundfunk 1991
Sprecher: Walter Andreas Schwarz