Mi 06.02. 2019 22:00Uhr 60:00 min

Schwarzweißbild der Abgeordneten der Nationalversammlung in Weimar.
Schwarzweißbild der Abgeordneten der Nationalversammlung in Weimar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR KULTUR - Das Radio Mi, 06.02.2019 22:00 23:00

MDR KULTUR - Feature Nicht euer Wort, wir wollen eure Taten

Nicht euer Wort, wir wollen eure Taten

Die Weimarer Nationalversammlung von 1919

Von Johannes Berger und Bode Sperr

  • Stereo
Vor 100 Jahren: Gründung der Deutschen Nationalversammlung in Weimar
(Wiederholung)

Am 20. Januar 1919 erhält der Weimarer Bürgermeister Donndorf per Telegramm von der Provisorischen Regierung in Berlin die überraschende Nachricht, dass die verfassungsgebende Nationalversammlung für den 6. Februar nach Weimar einberufen wird. Er dankt "freudig bewegt". Die Weimarer Presse stimmt Jubelhymnen an, könne doch die Residenzstadt durch dieses Ereignis von Neuem Berühmtheit erlangen. Die Begeisterung der mehrheitlich konservativ-monarchistisch eingestellten Bürgerschaft dagegen hält sich eher in Grenzen.

Dennoch, der "Geist von Weimar" wird allenthalben als Heilmittel für das politisch und wirtschaftlich bankrotte Deutsche Reich beschworen. Und so legt denn am 11. Februar der von der Nationalversammlung gewählte vorläufige Reichspräsident Ebert am Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Nationaltheater einen Kranz nieder mit der Widmung "Genio loci".

Doch noch ehe die Nationalversammlung am 31. Juli die erste republikanische Verfassung Deutschlands verabschieden kann, bietet sich in Weimar ein ganz anderes Bild: Als die Kartoffelversorgung in der Ilm-Metropole infolge der Hungerblockade der Entente-Mächte zusammenbricht, findet im April eine Protestdemonstration von Arbeitslosen statt. Sie richtet sich nicht nur gegen die ungerechte Verteilung der Lebensmittel und den grassierenden Schwarzhandel, sondern auch gegen die angeblich "unverschämt" hohen Diäten der Abgeordneten der Nationalversammlung.

Die Sendung zeichnet die Ereignisse im Weimar des Jahres 1919 anhand von Dokumenten nach und rekonstruiert eine markante Episode der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Regie: Sabine Ranzinger
Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 1999

Sprecher:
Martin Seifert
Viola Sauer
Klaus Jepsen

(59 Min.)

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