So 06.10. 2019 19:30Uhr 150:00 min

MDR KULTUR im Konzert

MDR Reihe Eins

Komplette Sendung

Außenansicht des erleuchteten Leipziger Gewandhauses am Abend. 150 min
Bildrechte: MDR/Marco Prosch
MDR KULTUR - Das Radio So, 06.10.2019 19:30 22:00
MDR-Sinfonieorchester
Jugendsinfonieorchester Leipzig
Leitung: Stefan Ashbury
Vadim Gluzman, Violine

* Mark-Anthony Turnage: "Three Screaming Popes"
* Erich Wolfgang Korngold: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
* Peter Tschaikowski: Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

Ausstrahlung in Stereo und Surround
"Side by Side" ist das Motto dieses Konzerts, in dem gestandene Profis und jungen Musikerinnen und Musiker gemeinsam am Pult sitzen. Der künstlerische Nachwuchs aus dem Jugendsinfonieorchester Leipzig der Musikschule "Johann Sebastian Bach" unterstützt die Profis an diesem Abend bei Tschaikowskis 4. Sinfonie f-Moll.

Bereits seit 2006 besteht die Kooperation zwischen dem Jugendsinfonieorchester Leipzig und dem MDR-Sinfonieorchester, die den jungen Musikern Einblicke in die Berufswelt eines professionellen Orchestermusikers gibt und ihnen ermöglicht, Erfahrungen mit weltweit agierenden Dirigenten und Solisten zu machen.

Der Ausnahmeviolinist Vadim Gluzman interpretiert an diesem Abend Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert D-Dur op. 35, das zwar dem Geiste nach noch dem spätromantischen Konzerttypus entspricht, aber melodisch von einer Vielzahl an Filmmusik-Zitaten inspiriert ist. Korngold widmete das 1945 vollendete Werk Alma Mahler-Werfel.

Mit einem groß besetzten zeitgenössischen Werk von Mark-Anthony Turnage (geb. 1960) aus den Jahren 1988/89 beginnt das MDR-Sinfonieorchester das Konzert. In "Three Screaming Popes" will Turnage die "koloristische Intensität und emotionale Direktheit" der Bilder des Malers Francis Bacon (1909 – 1992) vermitteln. Dieser wiederum hatte sich über längere Zeit vom Papstbild des spanischen Barockmalers Diego Velázquez inspirieren lassen, das er in einer Serie von Bildern stets erneut verzerrte und umformte.

Der Brite Stefan Asbury studierte in Oxford sowie am Royal College of Music in London und gilt als Experte für zeitgenössische Musik. Er arbeitet eng mit Komponisten wie Steve Reich, Unsuk Chin oder Wolfgang Rihm zusammen und dirigierte zahlreiche Ur- und Erstaufführungen, etwa beim Boston Symphony Orchestra oder beim Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Auch beim MDR-Sinfonieorchester ist er regelmäßig zu Gast. Erst im letzten Jahr dirigierte es beim Beethovenfest Bonn.

Der in der ehemaligen Sowjetunion aufgewachsene israelische Violinist Vadim Gluzman gastiert regelmäßig bei Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra oder dem Royal Concertgebouw. Er steht für die Fortsetzung der großen Geigertradition des 19. und 20. Jahrhunderts, widmet in seinem breit gefächerten Repertoire aber auch der zeitgenössischen Musik viel Raum.