Do 19.12. 2019 19:05Uhr 30:00 min

Theodor Fontane
Theodor Fontane Bildrechte: dpa
MDR KULTUR - Das Radio Do, 19.12.2019 19:05 19:35

Lesezeit Irrungen, Wirrungen (9/10)

Irrungen, Wirrungen (9/10)

Roman von Theodor Fontane

  • Stereo

Fontane-Jahr 2019

Theodor Fontanes Erzählung stieß im Erscheinungsjahr 1888 auf heftige Proteste. Bemängelt wurde die unbefangene Darstellung der nicht standesgemäßen Liebe zwischen einem Adligen und einer zum Kleinbürgertum gehörenden Schneidermamsell: Lene Nimptsch und Botho von Rienäcker können die zwischen ihnen bestehenden Standesgrenzen nicht überwinden und heiraten schließlich je eine(n) andere(n), was für die beiden nur ein eingeschränktes Glück bedeutet.

*Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren und erlernte den Apothekerberuf. Anfänglich arbeitete er auch in Leipzig und Dresden, 1841 ab 1. April in der Leipziger Apotheke "Zum weißen Hirsch" in der Hainstraße und ab Juli 1843 in der Salomonis-Apotheke in Dresden. 1849 gab er den Apothekerberuf auf, um sich als Journalist und freier Schriftsteller zu etablieren. Obgleich sein Werk und Wirken zumeist auf die Mark Brandenburg bezogen wird, führen einige seiner Romane und Erzählungen auch in den Harz - wie zum Beispiel "Cecile" oder "Ellernklipp" - und nach Tangermünde ("Grete Minde"). Neben der Tätigkeit als Kriegsberichterstatter, Reiseschriftsteller und Theaterkritiker schuf er seine berühmt gewordenen Romane und Erzählungen sowie die beiden Erinnerungsbücher "Meine Kinderjahre" und "Von Zwanzig bis Dreißig". Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin.

*Jutta Hoffmann, 1941 in Ammendorf bei Halle geboren, zählt zu den beliebtesten und profiliertesten deutschen Bühnen- und Filmschauspielerinnen. Der Part der Plätterin Lene Nimptsch in Fontanes "Irrungen, Wirrungen" war 1963 ihre erste große Rolle im damaligen Deutschen Fernsehfunk. Populär wurde Jutta Hoffmann in der DDR mit der Rolle des Lämmchens in der Fallada-Verfilmung "Kleiner Mann - was nun?" Mit Egon Günther drehte sie Filme wie "Lotte in Weimar", "Die Schlüssel" und "Der Dritte", der ihr den Darstellerpreis der Filmfestspiele Venedig einbrachte. Ab 1979 machte sich "die Hoffmann" auch in der Bundesrepublik und in Österreich einen Namen, mit großem Erfolg arbeitete sie u. a. an Münchner, Hamburger und Salzburger Bühnen. Für die Darstellung der Irene in dem Fernsehfilm "Ein Teil von uns" erhielt sie 2016 den Sonderpreis für herausragende Leistungen beim Fernsehfilmfestival Baden-Baden und 2017 den Ernst-Grimme-Preis in der Kategorie "Fiktion" sowie den "Deutscher Schauspielerpreis". MDR-KULTUR-Hörerern ist die Stimme von Jutta Hoffmann seit Jahren vertraut. In der "Lesezeit" war sie u.a. mit den Tagebüchern der Brigitte Reimann (2000), Hans Falladas "Kleiner Mann - was nun?" (2006) und Helga Schütz' Roman "Sepia" (2013) zu hören. Zusammen mit Thomas Thieme las Jutta Hoffmann den "Briefwechsel Gertrud Schleef - Einar Schleef" sowie das Moskauer Tagebuch und Briefe von Christa Wolf.
Mitwirkende
Regie: Matthias Thalheim
Produktion: MDR 2019
Darsteller
Sprecherin: Jutta Hoffmann