Mo 02.03. 2020 20:05Uhr 115:00 min

Anoushka Shankar beim Rudolstadt-Festival 2016
Anoushka Shankar beim Rudolstadt-Festival 2016 Bildrechte: MDR/Holger John
MDR KULTUR - Das Radio Mo, 02.03.2020 20:05 22:00

MDR KULTUR im Konzert

MDR KULTUR im Konzert

"Land Of Gold" Anoushka Shankar & Trio beim Rudolstadt-Festival 2016

Eine Sendung von Grit Friedrich

  • Stereo
Zu den unvergessenen Momenten beim Rudolstadt-Festival gehört das Konzert von Anoushka Shankar. Sie stellte 2016 in einer lauen Sommernacht ihr Album "Land Of Gold" vor. Begleitet wurde die Sitarspielerin von drei exzellenten Musikern, Sanjeev Shankar am Doppelrohrblattinstrument Shehnai aus Nordindien, Tom Farmer an Kontrabass, Piano und Keyboards und Manu Delago an Schlagzeug und Hang. Delago ist auch Koautor dieser Kompositionen. Es war ein emotionaler Abend, an den wir auch erinnern wollen, weil die innovative Sitarspielerin aus London im Frühling für ein einziges Konzert nach Sachsen kommt. Viele ihrer Stücke für das Album "Land Of Gold" entstanden aus Empathie mit syrischen Kriegsflüchtlingen.

Anoushka Shankar: "Das Album 'Land Of Gold' haben wir 2015 als Antwort auf die anhaltende Flüchtlingskrise geschrieben. Denn in diesem Sommer hat sie wirklich ganz neue Ausmaße erreicht und dominierte die Nachrichten in London, da wo ich lebe. Alle haben darüber geredet und das Tragische ist, dass es weitergeht, aber nicht mehr die Nachrichten dominiert. Wir haben Geld gesammelt für die wunderbare Organisation "Help Refugees" in Großbritannien und konnten so spürbar helfen. Aber ich glaube auch an die Kraft von Musik und Kunst, die Menschen bei Themen zusammenzubringen, wo der Dialog manchmal nicht einfach zu führen ist. "

Anoushka Shankars Musik wurzelt in der klassischen indischen Tradition, doch sie integriert Jazz, Flamenco, elektronische Effekte und Elemente aus der Popmusik in ihr Spiel, inspiriert von Künstlern wie Björk, Patti Smith oder dem Beatlesmusiker George Harrison, mit dem sie aufgewachsen ist, als enger Freund ihres Vaters Ravi Shankar. Vor wenigen Tagen wurde Anoushka Shankar zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music ernannt. Ihre Musik hat viele Schichten und eignet sich nicht nicht als Klangteppich für Sinnsucher. Anoushka Shankar sagt deutlich ihre Meinung, zuletzt immer wieder protestierend gegen die zahlreichen Vergewaltigungen und Morde an Frauen in Indien.

* CD Tipps
- Traces of you
- Home
- Land Of Gold
- Reflections
alle erschienen bei Deutsche Grammophon

* EP
- Love Letters
Mercury KX, a division of Decca Music Group Limited, 2020

* Konzerttipps:
- Manu Delago am Hang
Die Tonne im Kurländer Palais, Dresden, Sonntag, 29.März 2020, 20.00 Uhr
Der Grammy-nominierte Hang-Spieler, Perkussionist und Komponist Manu Delago ist zurück mit einem neuen Album und seiner bisher größten Liveshow. Circadian (One Little Indian Records, Sep. 2019) ist eine akustische Reise durch die verschiedenen Schlafzyklen, inspiriert vom zirkadischen Rhythmus des Menschen und Delagos persönlichem Schlafentzug während seiner Tourneen mit Björk, Olafur Arnalds, Cinematic Orchestra und Anoushka Shankar. Nach seinen elektronisch-verspielten Vorgängerwerken "Silver Kobalt" und "Metromonk" sind es urbane Klangwelten, die Manu Delago inspirieren, jedoch finden sich diese mehr und mehr in akustischen Formen wieder.

- Anoushka Shankar
Kulturpalast Dresden, Dresden, Freitag,1. Mai 2020, 20.00 Uhr
Nach dem Erfolg des Projekts „Land Of Gold“, das Anoushka Shankar auf großen Tourneen in Europa, Asien, den USA und Australien präsentierte, kommt die gefeierte Sitar-Spielerin mit einem neuen Programm in die Konzerthäuser. Zunächst in der indischen klassischen Musik etabliert, begann sie bald mit Mischungen aus indischen und westlichen Musikstilen zu experimentieren.
Anoushka Shankar | Sitar
Ojas Adhiya | Tabla
Pirashanna Thevarajah | Mridangam, Ghatam und Morsing
Ravichandra Kulur | Flöte
Danny Keane | Violoncello & Klavier
Nick Able | Tanpura