Mo 11.05. 2020 09:00Uhr 35:00 min

Lesezeit Gräfin Cosel (1/5)

Von Józef Ignacy Kraszewski

Komplette Sendung

Gräfin Cosel, Maitresse August des Starken als Venus, historischer Holzschnitt, circa 1865. 27 min
Bildrechte: imago/imagebroker
MDR KULTUR - Das Radio Mo, 11.05.2020 09:00 09:35
Zum 350. Geburtstag von König August II. / "August der Starke" am 12. Mai

Sie begann mit einer Wette und endete mit 45 Jahren Festungshaft - die bis heute unvergessene Liebesgeschichte zwischen August dem Starken und Anna Constantia von Brockdorff, der späteren Reichsgräfin Cosel. Neun Jahre lang umgab der König seine Anna mit märchenhafter Pracht, machte sie zur mächtigsten Frau Sachsens. Ungewöhnlich schön, voller Klugheit, Witz und Anmut bezauberte sie nicht nur ihren August, sondern auch die Mächtigen Europas. In ihrem Haus wurde Politik gemacht, Geschichte geschrieben. Und sie war eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Als Einzige von allen Mätressen des Königs gelang es der Cosel zugleich die Geliebte, Vertraute und Beraterin eines der mächtigsten Männer der damaligen Zeit zu werden.

August gab ihr ein schriftliches Eheversprechen. Doch das war Annas Untergang. Die Höflinge hassten sie, fürchteten ihren Einfluss und brachten sie schließlich durch eine Intrige zu Fall. August der Starke verbannte seine Anna, die Frau, die er bis zu seinem Tode lieben wird, nach Stolpen. Ohne Prozess. Ohne Urteil. Neunundvierzig Jahre lebte die Cosel dort gefangen, von Soldaten bewacht, geächtet, vom höfischen Leben abgeschnitten, von ihren Kindern getrennt.

Das Hörspiel basiert auf dem ersten Roman der bekannten Sachsen-Trilogie von Józef Ignacy Kraszewski.

1. Folge:
Eine Herbstnacht im Jahre 1705 in Dresden. August der Starke, von den Schweden besiegt, sucht Zerstreuung bei einem Besäufnis mit seinen Vertrauten. Eine Wette zwischen dem betrunkenen Finanzminister Hoym, der die Vorzüge seiner Gattin anpreist und seinem engsten Vertrauten Fürstenberg soll ihn aufheitern: Sollte Hoyms Gattin Anna, wie er behauptet, schöner sein als die gegenwärtige Mätresse Augusts, die von Teschen, gewinnt Hoym 1.000 Gulden. Anna wird zu einem Ball zitiert und Hoym gewinnt die Wette. Der König verliebt sich in Anna, doch sie weist ihn zurück.

Józef Ignacy Kraszewski (28. Juli 1812, Warschau - 19. März 1887, Genf), entging als Anhänger der polnischen Unabhängigkeitsbewegung nach dem Januaraufstand 1863 nur durch Flucht der Verbannung nach Sibirien. Mehr als 20 Jahre lebt der Schriftsteller, Historiker und Publizist in Dresden im Exil, arbeitet von hier aus mit polnischen Zeitungen und Verlagen zusammen. 1883 wegen angeblichen Landesverrats in Berlin verhaftet, im Leipziger Reichsgericht verurteilt und in der Festung Magdeburg eingekerkert, wurde er 1885 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Gefängnis entlassen und verbrachte seine letzten Jahre in der Schweiz.

(26 Min.)
Mitwirkende
Regie: Walter Niklaus
Bearbeitung: Petra Meyenburg; Walter Niklaus
Komponist: Rudolf Schmücker
Produktion: MDR 2001
Darsteller
Sprecher:
Ernst Jacobi - Erzähler
Corinna Kirchhoff - Gräfin Cosel
Thomas Thieme - August der Starke
Udo Schenk - Fürst von Fürstenberg
Jürgen Holtz - Adolf Magnus von Hoym
Angelika Waller - Gräfin Reuß
Franziska Troegner - Gräfin Vitzthum
Siegfried Voß - Wackerbarth
Peter W. Bachmann
Mirko Brankatschk
Elke Domhardt
Marie-Anne Fliegel
Rayk Gaida
Wolfgang Jakob
Reinhart Reimann
Heide Schönknecht

Solisten:
Brigitte Behrens
Julia Bialek
Friederike Oertel
Kristin Pause
Kristin Petrat
Carla Seidel - Violine
Anja Grotzeck
Romy Unbereit - Viola
Georg John - Cello
Dirk Lüking - Kontrabass
Laurence Dean
Pepa Maria Eberhardt - Flöte
Michael Hansche - Fagott
Bianca Gleisner - Oboe
Magdalena Kratzer - Horn
Dieter Ring - Horn
Horst Huhn - Trompete
Gerhard Suhlrie - Pauke
Andrew Maginley - Laute

buchtipp

Jósef Ignacy Kraszewski: Gräfin Cosel
Bildrechte: Aufbau Verlag

Jósef Ignacy Kraszewski: Gräfin Cosel

Jósef Ignacy Kraszewski: Gräfin Cosel

Taschenbuch, 305 Seiten
Übersetzt von Hubert Sauer-Zur
Aufbau Verlag
ISBN: 978-3746627809
8,99 Euro