Mi 16.09. 2020 15:00Uhr 30:00 min

Zeitgenössisches Porträt der deutschen Schriftstellerin und Historikerin Ricarda Huch
Zeitgenössisches Porträt der deutschen Schriftstellerin und Historikerin Ricarda Huch Bildrechte: dpa
MDR KULTUR - Das Radio Mi, 16.09.2020 15:00 15:30

MDR KULTUR - Die Klassikerlesung Der letzte Sommer (12/14)

Der letzte Sommer (12/14)

Von Ricarda Huch

  • Stereo
Ricarda Huchs "Erzählung in Briefen" entfaltet das äußerst komplexe und spannende Feld eines Beziehungsgeflechts zwischen einem Attentäter und der Familie seines Opfers am Beginn des 20. Jahrhunderts. Erzählt wird vom Schicksal einer Gouverneursfamilie im zaristischen, von der Revolution bedrohten Rußland.
Der Gouverneur Jegor von Rasimkara geht als Funktionär des zaristischen Regimes mit Todesurteilen gegen rebellierende Studenten vor. Im Sommer hat er sich mit seiner Familie auf seine Datscha in Kremskoje zurückgezogen.

Dort aber bereitet der Student Lju, unter dem Vorwand, ihn zu schützen, selbst ein Attentat vor. Er genießt bald das Vertrauen der Familie, doch die Zuneigung, die er im Laufe des Sommers zu seinen Opfern faßt, hindert ihn nicht an der Ausführung seines Vorhabens.

Ricarda Huch, 1864 in Braunschweig geboren, war eine deutsche Schriftstellerin, Philosophin und Historikerin. Sie studierte in der Schweiz Philosophie und Geschichte und promovierte 1892 an der Universität Zürich. Sie arbeitete als Bibliothekarin und Lehrerin, veröffentlichte zahlreiche Gedichte, Romane, Stücke und zunehmend auch historische Werke. Ricarda Huch lebte von 1936 bis 1947 elf Jahre lang in Jena bei ihrer Tochter und deren Ehemann. Zunächst mit der Adresse Forstweg 16, danach Sophienstraße 1 und schließlich im Oberen Philosophenweg 26 - heute Ricarda-Huch-Weg. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena verlieh Ricarda Huch 1946 die Ehrendoktorwürde und sie eröffnete als Alterspräsidentin die Beratende Landesversammlung Thüringens. 1947 entzog sie sich durch den Umzug nach Frankfurt a. M. dem intensiven Bemühen der neuen Machthaber um sie. Am 17. November 1947 starb sie in Schönberg im Taunus an den Folgen einer Lungenentzündung.
Mitwirkende
Produktion: HR 1998
Darsteller
Sprecherin: Rosemarie Fendel