Mo 29.03. 2021 22:00Uhr 90:00 min

MDR KULTUR - Hörspiel Unsere blauen Augen

Von Teresa Dopler

Komplette Sendung

Christian Friedel, Stephan Grossmann und Birte Schnöink (v.l.n.r.) während den Aufnahmen zum MDR-Hörspiel "Unsere blauen Augen" im Februar 2021 56 min
Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
MDR KULTUR - Das Radio Mo, 29.03.2021 22:00 23:30

Die Hörspielproduktion in Bildern

Die Hörspielproduktion in Bildern

Ein Paar im Immobilienrausch, sprechende Bäume, brennende Weizenfelder und zwei neue Mitbürger: In Sernitz im schönen Vorgebirge ist alles wie immer und läuft doch alles aus dem Ruder. Ein Hörspiel von Teresa Dopler.

Teresa Dopler, Autorin der MDR-Hörspielproduktion "Unsere blauen Augen"
Autorin Teresa Dopler führt uns nach Sernitz ins schöne Vorgebirge. Vor Ort ein junges Paar im Immobilienrausch, sprechende Bäume, allenthalben Kaliforniensehnsucht, brennende Weizenfelder und zwei neue Mitbürger von „weiß Gott woher“. Schwer zu entscheiden, ob alles so wie immer ist oder alles aus dem Ruder läuft. Bildrechte: Nenad Popovic
Stephan Grossmann als "Sernitzer Quittenbaum" in der MDR-Hörspielproduktion "Unsere blauen Augen" im Februar 2021
Eine Frage, die auch der Quittenbaum  (Stephan Grossmann) gern beantwortet wüsste. Auf seiner windigen, verschatteten Nordseite am Rande des Grundstücks ist er eh schon schwer benachteiligt. Und wenn es schlimm kommt, dann steht an seiner Stelle bald ein Pool. Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
Christian Friedel als "Der Neue" in der MDR-Hörspielproduktion "Unsere blauen Augen" im Februar 2021
Und er (Christian Friedel) kann nicht umhin, mit der Sprache herauszurücken: "Auch wir wollen irgendwann ein Haus, ein dunkles Zimmer, dort wo unser Bett steht, unser Eigenes." Und wenn die beiden auf das Geschehen im schönen Sernitz schauen, bleibt nur das Zwischenfazit: "Es tut uns leid, wir haben uns das anders vorgestellt." Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
Teresa Dopler, Autorin der MDR-Hörspielproduktion "Unsere blauen Augen"
Autorin Teresa Dopler führt uns nach Sernitz ins schöne Vorgebirge. Vor Ort ein junges Paar im Immobilienrausch, sprechende Bäume, allenthalben Kaliforniensehnsucht, brennende Weizenfelder und zwei neue Mitbürger von „weiß Gott woher“. Schwer zu entscheiden, ob alles so wie immer ist oder alles aus dem Ruder läuft. Bildrechte: Nenad Popovic
Vincent Redetzki als "Max" in der MDR-Hörspielproduktion "Unsere blauen Augen" im Februar 2021
Max (Vincent Redetzki) gehört zur Familie Fuchs, einer der ganz großen Namen in Sernitz. Denn Vater Fuchs betreibt eine renommierte Spedition. Kein Wunder, dass… Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
Jenny Langner als "Lisa" in der MDR-Hörspielproduktion "Unsere blauen Augen" im Februar 2021
… Lisa (Jenny Langner) ein Auge auf ihn geworfen hat. Schon Lisas Mutter – „eine aus dem Osten“ – wusste, ihr Leben hätte sich gelohnt, wenn Lisa sich einen Fuchs angeln könnte. Und wo ein junges Glück ist, ist ein Eigenheim nicht weit. Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
Steffen C. Jürgens als "Nr. 1" in der MDR-Hörspielproduktion "Unsere blauen Augen" im Februar 2021
Dafür zu sorgen ist Lebensaufgabe und Broterwerb von „Nr. 1“ (Steffen C. Jürgens) – und so entsteht auf dem Grundstück der beiden jungen Leute alsbald ein kalifornisches Landhaus, ganz wie auf "Seite sieben im Katalog" … Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
Arnd Klawitter als "Nr. 2" in der MDR-Hörspielproduktion "Unsere blauen Augen" im Februar 2021
… und getreu dem Firmen-Motto: „Erst die Fassade, dann der Rest“. Wenn nur sein Kompagnon „Nr. 2“ (Arnd Klawitter) nicht so träumerisch veranlagt wäre. Sicher, alle wollen nach Kalifornien in die Sonne, aber darüber den Kopf zu verlieren… Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
Gerti Drassl und Udo Kroschwald als "Sernitzer Obstbäume" in der MDR-Hörspielproduktion "Unsere blauen Augen" im Februar 2021
… ist für die beiden Obstbäume (Gerti Drassl und Udo Kroschwald) nur ein weiteres Zeichen der gesellschaftlichen und kulturellen Verwahrlosung. Und haben die beiden jungen Menschen nicht vor ihrem Grundstück sogar eine Palme gepflanzt? Was soll die hier? Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
Ellen Hellwig
Kleinigkeiten und Ereignisse, die die Zeitläufte in ihrer inneren Notwendigkeit nicht erschüttern können. Denn schließlich gibt es einen Bestand unerschütterlichen Wissens - Ellen Hellwig bringt ihn als Stimme eines blinden, aber doch auch etwas sturen Urvertrauens zu Protokoll. Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
Birte Schnöink als "Die Neue" in der MDR-Hörspielproduktion "Unsere blauen Augen" im Februar 2021
Die beiden „Neuen“ in Sernitz stehen so vor einem Panorama gemischter Gefühle. Sicher, die Landschaften sind hier grün und die Blüten der Kirschen bezaubernd, aber für sie (Birte Schnöink) ist es doch nur eine Ersatzschönheit, in der ihre Kinder die neue Sprache lernen. Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
Alle (10) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 29. März 2021 | 22:00 Uhr

Eine Vorgebirgslandschaft. Darin ein Paar. Max könnte der neue Chef im väterlichen Unternehmen werden. Und Lisa den Supermarkt übernehmen. Also steht die Zukunft doch leidlich sicher in der Landschaft - die man mit einem Haus, einem Eigenheim verzieren könnte. Schon der Vater und der Großvater haben sich ihre kleinen Häuser gebaut. Heute darf es ruhig etwas größer sein - gern ein kalifornisches Landhaus. Auch wenn das Budget die 300 Quadratmeter eigentlich nicht hergibt. Unter blauem Himmel beginnen die Bauarbeiten am Grundstück. Der heimische Quittenbaum soll einer kalifornischen Palme weichen. Eine Palme hat es in Sernitz nie gegeben, aber das Klima macht jetzt ja vieles möglich. Wie auch die Fremden, die nun auch da sind und sich nicht sattsehen können an der Bläue des Himmels hier im schönen Vorgebirge. Derweilen realisieren Lisa und Max, dass sie wohl etwas blauäugig gewesen waren. Was das Finanzielle, den erhofften beruflichen Aufstieg, und was das Grundstück angeht. Noch stehen die Mauern nicht, da bekommt das Fundament schon Risse. Die Natur, so scheint es, sträubt sich. Und mittendrin stehen - wie seit Jahr und Tag - die Sernitzer Obstbäume. Die sich dazu das ihrige denken.

Teresa Dopler wurde 1990 in Oberösterreich geboren. Sie studierte Sprachkunst an der Angewandten Kunstuniversität Wien und Theater- Film und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Längere Auslandsaufenthalte in Spanien, Portugal und Frankreich. Mit "Das weiße Dorf" gewann sie 2019 den AutorInnenpreis des Heidelberger Stückemarktes; der rbb produzierte den Text als Hörspiel. Sie erhielt zahlreiche Literaturstipendien, darunter das DramatikerInnenstipendium der Literar-Mechana, und das Literaturstipendium der Stadt Linz. Teresa Dopler lebt in Wien.
Mitwirkende
Regie: Stefan Kanis
Komponist: Michael Hinze
Produktion: MDR 2021
Darsteller
Sprecher:
Jenny Langner - Lisa
Vincent Redetzki - Max
Birte Schnöink - Neue
Christian Friedel - Neuer
Steffen C. Jürgens - Nr. 1
Arnd Klawitter - Nr. 2
Gerti Drassl - Obstbaum 1
Udo Kroschwald - Obstbaum 2
Stephan Grossmann - Quittenbaum
Ellen Hellwig - Was wir wissen

Solisten:
Juliane Schreiber - Viola
Andreas Uhlmann - Posaune
Michael Hinze - Akkordeon