MDR KULTUR | Kulturpartner Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Die Moritzburg, Ende des 15. Jahrhunderts als Residenz der Magdeburger Erzbischöfe errichtet, ist heute eines der wichtigsten deutschen Kunstmuseen für die Klassische Moderne. In den 1920er-Jahren wurden Werke von Avantgarde-Künstlern wie El Lissitzky, Franz Marc und Oskar Kokoschka angekauft. 1929-31 hatte der Bauhausmeister Lyonel Feininger sein Atelier im Torturm der Moritzburg und schuf dort seinen berühmten Halle-Zyklus. 1937 wurden die Gemälde mit beinahe der gesamten Sammlung moderner Kunst von den Nazi-Behörden als "entartet" beschlagnahmt. Heute sind drei von Feiningers elf Halle-Bildern wieder in der Moritzburg zu bewundern.

Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle.
Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle. Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

In seiner Dauerausstellung zeigt das Kunstmuseum Moritzburg Hauptwerke aus den eigenen Beständen, die vom Mittelalter bis in die Gegenwart reichen. Neben bildkünstlerischen Arbeiten gehören dazu auch Kunsthandwerk, Design, Fotografie sowie Münzen und Medaillen. Regelmäßig werden aufsehenerregende Sonderausstellungen zur internationalen Kunst der Moderne sowie mit Positionen mitteldeutscher Künstler und zeitgenössischer Kunst präsentiert. 2001 wurde das Museum ins Blaubuch der gesamtstaatlich bedeutsamen Kultureinrichtungen in den neuen Bundesländern aufgenommen, 2002 in die Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen. Das Landeskunstmuseum gehört heute zur Kulturstiftung Sachsen-Anhalt.

2008 wurde im West- und Nordflügel der Moritzburg der Erweiterungsbau der spanischen Architekten Nieto und Sobejano eröffnet, der die alten Mauern des im 30-Jährigen Krieg zerstörten Bauwerks mit einem gefalteten Dach überspannt, das über der Mauerkrone zu schweben scheint und in einen spannungsvollen Dialog mit der überlieferten Architektur tritt. 2010 wurde das Gebäude vom Bund Deutscher Architekten als Haus mit der "besten atmosphärischen Wirkung" ausgezeichnet.

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