Lesezeit | #wirsindbuchmesse Neue Literatur aus Portugal

Nach der pandemiebedingten Absage der Leipziger Buchmesse hat Portugal seinen für dieses Jahr geplanten Gastlandauftritte auf 2022 verschoben. Wir werfen schon jetzt einen Blick auf die vielfältige Literatur des künftigen Gastlandes. Im Rahmen der Literaturoffensive #wirsindbuchmesse hat MDR KULTUR sechs Lesungen aus den Werken portugiesisch-sprachiger Autorinnen und Autoren produziert. Es lesen Susana Fernandes Genebra und Nico Holonics.

Lissabon
Lissabon Bildrechte: Colourbox.de

Die portugiesische Literatur ist so faszinierend wie das Land und seine Geschichte selbst: vielfältig und facettenreich, eindringlich und spannend, aufwühlend und bewegend. MDR KULTUR stellt sechs Autorinnen und Autoren vor, die die heutige portugiesisch-sprachige Literatur prägen. Die Sujets reichen dabei von historisch verbürgten Ereignissen über Erzählungen aus der Gegenwart und den Rändern der Gesellschaft bis zur Science-Fiction und philosophisch-melancholischen Miniaturen. Eine Auswahl, die Lust macht auf "Unerwartete Begegnungen".

Das ist das Motto für Portugal als Gastland der Leipziger Buchmesse. Der bereits für dieses Jahr geplante Auftritt musste aufs kommende Frühjahr verschoben werden. Als Vorgeschmack präsentieren wir Ihnen bei MDR KULTUR Lesungen aus übersetzten Neuerscheinungen portugiesisch-sprachiger Autorinnen und Autoren.

Nachwirkungen der Kolonialzeit

Zentrale historische Themen sind für viele portugiesisch-sprachige Literaten bis heute die Zeit der Kolonialherrschaft Portugals in Afrika, die erst mit der Nelkenrevolution in Portugal 1974 endete, sowie Erinnerungen damaliger Rückkehrer, die ihre koloniale Heimat mit ihren Familien auf einen Schlag verlassen mussten.

So erzählt Dulce Maria Cardoso, die Mitte der 60er-Jahre als Baby mit ihrer Mutter zum Vater nach Luanda in Angola zog, in ihrem Roman "Die Rückkehr" durch die Augen des jugendlichen Rui ihre eigene Geschichte als Flüchtling aus den verlorenen Kolonien und die Ankunft in einem von der Nelkenrevolution erschütterten Portugal.

Mia Couto, 1955 als Sohn portugiesischer Einwanderer in Mosambik geboren, gehört zu den herausragenden Schriftstellern des portugiesisch-sprachigen Afrika. In seiner "Imani-Trilogie" erzählt er kenntnisreich vom Herrscher Ngungunyane am Ende des 19. Jahrhunderts im heutigen Mosambik. Jahrelang hat Mia Couto Erinnerungen und Geschichten für diesen großen, vielstimmigen Roman gesammelt. Er erweckt eine ganze Epoche, ihre Menschen und Dramen zu neuem Leben.

José Luís Peixoto: Galveias

José Luís Peixoto: Galveias
Bildrechte: Septime Verlag Wien

In einer eisigen Januarnacht rast ein geheimnisvoller Himmelskörper aus dem Universum zielsicher auf Galveias zu, schlägt am Ortsrand ein und verbreitet von da an einen widerlich beißenden Schwefelgestank, der über allem hängt und in alles eindringt. Die Bewohner des portugiesischen Dorfes werden brutal aus dem Schlaf gerissen, in Angst und Schrecken versetzt. Ohne eine Erklärung für dieses Ding ohne Namen zu finden, klagen sie fortan über dieses Ungemach, nehmen es jedoch stoisch hin.

Peixotos Milieuschilderung erzählt vom Zerwürfnis zwischen zwei Brüdern wegen eines Stückchens Land, erzählt von riskanten Moped-Rennen Jugendlicher, oder von einem Pfarrer, der seine Nöte im Wein versenkt. Aus der Rache einer betrogenen Ehefrau an ihrer Nebenbuhlerin entsteht plötzlich Leidenschaft füreinander und der Briefträger von Galveias reist nach Bissau, um wie jedes Jahr seine dortige, in der Heimat geheim gehaltene Familie zu besuchen: die dunkelhäutige Alice und die vier Kinder. Über allem Ortsgeschehen steht der Großgrundbesitzer und Arzt, Doktor Matta Figueira. Doch plötzlich geschieht etwas völlig Unerwartetes, dass die Alltagsquerelen in den Schatten stellt.

José Luís Peixoto, geboren 1974 in Galveias, ist ein portugiesischer Schriftsteller. Er studierte Moderne Sprachen und Literaturen an der Universidade Nova de Lisboa. Seine Romane wurden in insgesamt 20 Sprachen übersetzt. Als erstes seiner Werke erschien 2015 der Roman "Uma Casa na Escuridão" ("Das Haus im Dunkel") in deutscher Übersetzung.

Schriftsteller José Luís Peixoto schaut lächelnd in die Kamera, im Hintergrund ein Boulevard mit Palmen. 27 min
Bildrechte: imago/GlobalImagens

Isabela Figueiredo: Die Dicke

Isabela Figueiredo: Die Dicke
Bildrechte: Weidle Verla

Maria Luísa ist jung, intelligent, eigensinnig. Sie ist eine gute Schülerin und verfolgt auch später konsequent ihren eigenen Weg. Doch sie ist dick. Hoffnungslos dick. Dieser Umstand überlagert und beschädigt alles: ihre sozialen Kontakte, ihr Gefühlsleben, ihren Wirklichkeitsbezug. Schon als Teenager leidet sie darunter und muss in resigniertem Schweigen das Mobbing durch ihre Mitschüler ertragen. Neben ihrer dominanten Freundin Tony ist sie "das Monster", "der Blauwal".

Im Studium lernt sie David kennen. Obwohl er ihren Körper begehrt, schämt er sich vor seinen Freunden für ihr Aussehen und bittet sie, ihn nicht mehr zu besuchen. Er beendet die Beziehung, doch kann sich Maria Luísa nicht vollends von ihm lösen. Als Erwachsene fasst Maria Luísa den Entschluss, ihren Magen operativ verkleinern zu lassen. Die Erzählerin dieses autobiographischen Romans geht durch die Räume der Wohnung, die sie mit ihren Eltern nach deren Rückkehr aus Mosambik bewohnt hat; die einzelnen Zimmer bilden die Kapitelüberschriften.

Isabela Figueiredo wurde 1963 in Lourenço Marques, dem heutigen Maputo, geboren. 1975, nach der Nelkenrevolution und Mosambiks Unabhängigkeit, verließ sie Afrika allein, ihre Eltern sah sie erst zehn Jahre später in Lissabon wieder. Das Buch über ihre Kindheit in Afrika, "Roter Staub", erschien 2019.

Dulce Maria Cardoso: Die Rückkehr

Dulce Maria Cardoso: Die Rückkehr
Bildrechte: Tiago Miranda

Rui, ein portugiesischer Jugendlicher, sitzt gemeinsam mit seiner Familie in einem Haus in Luanda, der Hauptstadt von Angola, und wartet darauf, dass der Onkel kommt, um sie zum Flughafen zu bringen. Alle anderen Häuser in der Umgebung stehen entweder leer oder sind bereits von neuen, dunkelhäutigen Nachbarn besetzt worden. Wir schreiben das Jahr 1975. Draußen sind Schüsse zu hören, der Onkel verspätet sich, und dann taucht ein Jeep der Befreiungsarmee auf und die Dinge nehmen einen katastrophalen Verlauf.

In ihrem Bestseller erzählt die Autorin durch die Augen von Rui ihre eigene Geschichte als Flüchtling aus den verlorenen Kolonien und die Ankunft in einem von der Nelkenrevolution erschütterten Portugal. Sie zeigt uns gewöhnliche Menschen, deren Sicht auf die Welt von ebenso radikalen wie unbewussten Vorurteilen geprägt ist, und sie tut es auf eine sensible und äußerst eindringliche Weise. Ein Buch wie ein Rausch, an dessen Ende man ein wenig erleichtert und zutiefst berührt ist. Vor allem aber hat man eine historische Epoche erlebt, die in Deutschland kaum wahrgenommen wurde.

Dulce Maria Cardoso, 1964 in Fonte Longa, Portugal geboren, zog mit sechs Monaten gemeinsam mit ihrer Mutter zum Vater nach Luanda in Angola. Von dort kehrte sie elf Jahre später zu Beginn des Bürgerkrieges nach Portugal zurück. Mit 14 Jahren beschloss sie zu schreiben, studierte zunächst aber Jura. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2009 der Literaturpreis der Europäischen Union. 2011 war sie Stipendiatin der Villa Concordia in Bamberg. "O Retorno" war ihre fünfte Veröffentlichung und ihr Durchbruch als Schriftstellerin.

Mia Couto: Imani

Mia Couto: Imani
Bildrechte: Unionsverlag

Imani ist der erste Band einer Trilogie, die von den letzten Jahren des Herrschers Ngungunyane erzählt. Ende des 19. Jahrhunderts herrschte er über das Gaza-Reich, das die südliche Hälfte des heutigen Mosambik umfasste. Ngungunyane wurde 1895 von den portugiesischen Truppen besiegt, nach Portugal gebracht und schließlich ins Exil auf die Azoren verbannt.

Das Mädchen Imani muss den portugiesischen Offizier Germano unterstützen, weil sie die Sprache und die Sitten der Europäer kennt. Der Offizier soll in Mosambik den Vormarsch des großen Herrschers Ngungunyane gegen die Kolonialherren aufhalten. Schon bald wird Imani für ihn unentbehrlich, und zwischen den beiden entwickelt sich eine vorsichtige Nähe.

"Asche und Sand", Band II und III der Imani-Roman-Trilogie, erscheinen im Frühjahr 2021 im Unionsverlag.

Mia Couto, geboren 1955 als Sohn portugiesischer Einwanderer in Beira, Mosambik, gehört zu den herausragenden Schriftstellern des portugiesisch-sprachigen Afrika. Mehrere Jahre war er als Journalist und Chefredakteur der Zeitungen Tempo und Notícias de Maputo tätig. Seit 1983 veröffentlicht er Romane, Erzählungen und Gedichte. Für sein Werk wurde Couto mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2013 mit dem Prémio Camões, 2014 mit dem renommierten Neustadt-Literaturpreis und 2020 mit dem Jan-Michalski-Preis. Mia Couto lebt in Maputo.

Gonçalo M. Tavares: Herr Brecht und der Erfolg

Gonçalo M. Tavares: Herr Brecht und der Erfolg
Bildrechte: Edition Korrespondenzen

Literatur ist für Gonçalo M. Tavares mit der Idee eines offenen Raums verbunden, der Bewegung, Spiel und Erkenntnis ermöglicht. So hat der Autor ein ganzes Viertel erschaffen und dieses mit illustren Herrschaften bevölkert; wir stoßen auf Namen wie Brecht, Breton, Calvino oder Eliot. Jeder von ihnen ist Bewohner eines eigenen kleinen Buches. Tavares selbst bezeichnet das Ensemble als "ein Asterix'sches Dorf: ein Ort, an dem man versucht, dem Eintritt der Barbarei zu widerstehen".

Diese höchst vergnüglichen Bände sind kleine Hommagen, die die Sprache des jeweiligen Schriftstellers und seine spezifische Sicht auf die Welt aufnehmen und mit alltäglichen Problemen kollidieren lassen.

Der Herr Brecht von Herrn Tavares ist ein Geschichtenerzähler, der in einem praktisch leeren Raum sitzt und düstere Schnurren zum Besten gibt. Mit dem kontinuierlichen Beschreiben von Misserfolgen wird er aber immer erfolgreicher. Allmählich füllt sich der Saal, bis er dermaßen voll ist, dass niemand mehr durch die Tür passt - und so steckt Herr Brecht mit seinem eigenen Erfolg in der Falle.

Gonçalo M. Tavares, geboren 1970 in Luanda, Angola, wuchs in Aveiro im Norden von Portugal auf. Er unterrichtet Erkenntnistheorie an der Universität in Lissabon. Seit seinem Debüt im Jahr 2001 zählt er zu den bedeutendsten portugiesischen Autoren seiner Generation. Sein Werk, das neben Lyrik, Dramen, Romanen und Erzählungen auch Kinderbücher und Essays umfasst, wurde weltweit in rund 40 Sprachen übersetzt und binnen kurzer Zeit mit einer beeindruckenden Zahl an hohen internationalen Auszeichnungen beehrt, darunter der Prémio Literário José Saramago 2005 und der Prix du Meilleur Livre étranger 2010 in Frankreich.

Afonso Reis Cabral: Aber wir lieben dich

Afonso Reis Cabral: Aber wir lieben dich
Bildrechte: Hanser Verlag

Ein wahrer Fall, der ein ganzes Land erschütterte. "Wir lieben dich Gisberta" - rufen ihr die Freier und die Zuschauer der Show zu, bei der die Transfrau als Marylin Monroe posiert. Als sie später in einer Bauruine in Porto haust, kümmert das niemanden mehr. Rafa, der sie als Erster dort entdeckt, ist stolz auf sein ungewöhnliches Geheimnis. Es ist die Begegnung zweier Menschen am Rande der Gesellschaft. Doch dann wird ihm klar, dass auch die Frau ein Geheimnis hat. Zerrissen zwischen Attraktion und Verachtung, Gruppenzwang und Geltungsdrang, gleitet Rafa in eine Spirale des Bösen. Wer ist schließlich schuldig - die Jungen, die Gesellschaft? Eine Geschichte vom Rand der Gesellschaft: Afonso Reis Cabrals erschütterndes Porträt der obdachlosen Transfrau Gisberta - ausgezeichnet mit dem Premio Saramago.

Afonso Reis Cabral, 1990 in Portugal geboren, studierte Portugiesisch und Fiktionales Schreiben. Er veröffentlichte bereits im Alter von 15 Jahren seinen ersten Gedichtband. Für seinen Debütroman "O Meu Irmão" ("Mein Bruder") wurde er 2014 mit dem Prémio LeYa ausgezeichnet. Bei Hanser erschien zuletzt sein zweiter Roman "Aber wir lieben dich" (2021), für den er 2019 den wichtigsten portugiesischen Literaturpreis, den Prémio José Saramago, erhielt.

Die Sprecherin Susana Fernandes Genebra

Susana Fernandes Genebra im MDR-Hörspielstudio, 2021
Susana Fernandes Genebra Bildrechte: MDR/Olaf Parusel

Susana Fernandes Genebra, geboren 1969 in Hamburg, studierte von 1990 bis 1994 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Bereits während ihrer Ausbildung wurde sie am Stuttgarter Staatsschauspiel engagiert, seit 1994 gehörte sie zum Ensemble. 2009 bis 2019 war sie Ensemblemitglied am Niedersächsisches Staatstheater Hannover. Neben ihrer Theaterarbeit hatte Susana Fernandes Genebra Auftritte in Film und Fernsehen.

Der Sprecher Nico Holonics

Schauspieler Nico Holonics
Nico Holonics Bildrechte: MDR/Olaf Parusel

Nico Holonics, geboren 1983 in Leipzig, absolvierte sein Schauspielstudium an der Hochschule der Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Sein erstes Engagement zog ihn 2007 ans Münchner Volkstheater. 2010 wechselte Holonics an die Münchner Kammerspiele. Für seine darstellerischen Leistungen wurde er 2010 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Von 2012 bis 2017 war er Ensemblemitglied am Schauspiel Frankfurt, seit der Spielzeit 2017/18 gehört er zum Berliner Ensemble.

Angaben zur Sendung

MDR KULTUR Lesezeit
#wirsindbuchmesse
Neue Literatur aus Portugal (6 Folgen)

Di, 25.05.2021 | José Luís Peixoto: Galveias
Auszug aus dem Roman (Septime Verlag Wien)
Gelesen von Susana Fernandes Genebra

Mi, 26.05.2021 | Isabela Figueiredo: Die Dicke
Auszug aus dem Roman (Weidle Verlag)
Gelesen von Susana Fernandes Genebra

Do, 27.05.2021 | Dulce Maria Cardoso: Die Rückkehr
Auszug aus dem Roman (Secession Verlag für Literatur)
Gelesen von Nico Holonics

Fr, 28.05.2021 | Mia Couto: Imani
Auszug aus dem Roman (Unionsverlag)
Gelesen von Nico Holonics

Mo, 31.05.2021 | Gonçalo M. Tavares: Herr Brecht und der Erfolg
Auszug aus dem Roman (Edition Korrespondenzen)
Gelesen von Nico Holonics

Di, 01.06.2021 | Afonso Reis Cabral: Aber wir lieben dich
Auszug aus dem Roman (Hanser Verlag)
Gelesen von Susana Fernandes Genebra

Regie: Steffen Moratz
Produktion: MDR 2021

Sendung: 25.05. – 01.06.2021 | 09:05-09:35 Uhr
Wiederholung: 25.05. – 01.06.2021 | 19:05-19:35 Uhr

Die Folgen dieser Lesezeit stehen hier drei Monate zum Hören bereit.

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Portugal sollte dieses Jahr Gastland auf der Leipziger Buchmesse sein - im Schlepptau eine ganze Armada von Autorinnen und Autoren mit großartiger neuer Literatur. Bernd Schekauski stellt einige von ihnen vor.

MDR KULTUR - Das Radio Di 18.05.2021 22:00Uhr 61:05 min

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