Lesezeit | Zum 200. Geburtstag von Fjodor Dostojewskij Dostojewskij, Petersburg und das Verbrechen

Vor 200 Jahren, am 11. November 1881, wurde der große russische Schriftsteller Fjodor Dostojewskij geboren. Aus diesem Anlass senden wir in der Lesezeit seinen wohl berühmtesten Roman "Schuld und Sühne" oder "Verbrechen und Strafe", wie er in der gefeierten Neuübersetzung von Swetlana Geier heißt. Dostojewskij erzählt drin die Leidensgeschichte des armen Studenten Raskolnikow, der zum Mörder wird, und zeichnet zugleich ein eindringliches Bild von St. Petersburg um 1860. Es liest Sylvester Groth.

St. Petersburg, Russland, Projektion eines Porträts des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski auf die Fassade des Hauses in der Kusnetschny-Gasse, in dem er seine letzten Lebensjahre verbrachte, 25.11.2020
In diesem Haus in der Kusnetschny-Gasse in St. Petersburg verbrachte Dostojewski seine letzten Lebensjahre. Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Es ist der berühmteste Mord der russischen Literatur. Eigentlich ist es sogar ein Doppelmord. Der arme Student Rodion Raskolnikow erschlägt eine gewissenlose, raffgierige alte Pfandleiherin – und, aus einem unvorhersehbaren Umstand heraus, auch deren völlig unschuldige Schwester.

Ein Roman, der Grenzen sprengt

Als 1866 in der Zeitschrift Russkij vestnik (Russischer Bote) Fjodor Dostojewskijs Roman "Verbrechen und Strafe" erschien (in deutschen Übersetzungen sollte er lange "Schuld und Sühne" heißen), löste er heftige Diskussionen aus. Dostojewskij sprengte mit diesem ersten seiner großen Romane die Vorstellungen seiner Zeitgenossen davon, was ein Roman war.

Und er schockierte: Viele hätten den Roman beiseitegelegt; einige fühlten sich abgestoßen, die meisten aber waren fasziniert. Es brach ein Streit aus über die Jugend und ihre fehlenden Werte, über die sogenannten Nihilisten, mit denen Dostojewskij vermeintlich abrechnete, darüber, ob hier Armut und soziale Benachteiligung zu deutlich dargestellt werde oder ob sie umgekehrt im Nebel der psychologischen Introspektion verschwinde.

Fjodor Dostojewski 27 min
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Der junge Rodion Raskolnikow ist tief bei seiner Wirtin verschuldet. Er braucht Geld und geht zu Aljona Iwanowna, der alten raffgierigen Pfandleiherin. Er plant etwas. Etwas, wovor er selbst erschreckt.

MDR KULTUR - Das Radio Mo 01.11.2021 09:00Uhr 26:55 min

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Fjodor Dostojewski 28 min
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Fjodor Dostojewski 27 min
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Raskolnikow belauscht zufällig ein Gespräch: Jemand sagt: Was sei schon ein Leben, wenn mit ihm Tausende Leben gerettet werden? Das bestärkt ihn: Er wird die alte Wucherin umbringen. Sie hat es verdient.

MDR KULTUR - Das Radio Do 04.11.2021 09:00Uhr 27:28 min

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Fjodor Dostojewski 27 min
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Fjodor Dostojewski 28 min
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Raskolnikows Gesundheitszustand wird immer schlechter. Er hat seit Tagen nichts gegessen, ist tief verschuldet und seine Mord-Tat sitzt ihm im Nacken. Verzweifelt sucht er seinen alten Freund Rasumichin auf.

MDR KULTUR - Das Radio Mo 08.11.2021 09:00Uhr 27:36 min

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Fjodor Dostojewski 27 min
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Fjodor Dostojewski 27 min
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Marmeladow ist DER Stellvertreter des armen Volkes. Er vertrinkt das ganze Geld, um sein Elend zu ertragen. Katerina Iwanowna und die Kinder aber hungern, Sonja prostituiert sich. Die Lage ist ausweglos.

MDR KULTUR - Das Radio Mi 10.11.2021 09:00Uhr 27:01 min

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Fjodor Dostojewski 28 min
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Dunja hat mit dem arroganten Luschin gebrochen, die Heirat ist abgewendet. Der verliebte Rasumichin macht sich Hoffnungen auf ihr Herz. Er träumt von einer gemeinsamen Zukunft und einem eigenen Verlag.

MDR KULTUR - Das Radio Mi 17.11.2021 09:00Uhr 27:38 min

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Fjodor Dostojewski 28 min
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Raskolnikow ist bei Sonja. Er erkennt, woraus sie die Kraft gewinnt, das ganze Elend auszuhalten: Es ist ihr Glaube. Rodion spürt, dass Sonja ihm Kraft gibt, neuen Lebensmut. Er vertraut sich ihr an.

MDR KULTUR - Das Radio Do 18.11.2021 09:00Uhr 28:04 min

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Fjodor Dostojewski 28 min
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Luschin ist in seiner Eitelkeit gekränkt, weil er von Dunja eine Abfuhr bekommen hat. Doch: Noch gibt er nicht alles verloren, er hat einen Plan. Gerade unterhält er sich mit dem Intellektuellen Lebesjatnikow.

MDR KULTUR - Das Radio Fr 19.11.2021 09:00Uhr 27:30 min

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Fjodor Dostojewski 28 min
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Rodion Raskolnikow erkennt seine Liebe zu Sonja. Er ist bei ihr, will ihr sagen, wer die alte Pfandleiherin und ihre Schwester Lisaweta ermordet hat: Er war es. Und er erklärt Sonja die Gründe für seine Tat.

MDR KULTUR - Das Radio Mi 24.11.2021 09:00Uhr 27:55 min

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Fjodor Dostojewski 27 min
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Raskolnikow gesteht Sonja seine Tat und begründet sie. Sonja fragt entsetzt: Wie kann er es wagen, Richter über Tod und Leben sein zu wollen? Raskolnikow erkennt schließlich die Liebe, die sie beide verbindet.

MDR KULTUR - Das Radio Do 25.11.2021 09:00Uhr 27:17 min

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Swidrigailow hat Dunja zu einem Treffen bestellt und angedeutet, dass er etwas Ungeheuerliches über ihren Bruder Raskolnikow wisse. Dunja ahnt nicht, dass Swidrigailow mit dem, was er weiß, ihre Liebe erpressen will.

MDR KULTUR - Das Radio Mi 01.12.2021 09:00Uhr 27:57 min

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Sonja, Dunja, Swidrigailow und letztlich auch der Ermittlungsrichter Porfirij wissen, dass Raskolnikow die alte Pfandleiherin umgebracht hat. Jetzt will er sich stellen. Zuerst nimmt er Abschied von seiner Mutter.

MDR KULTUR - Das Radio Do 02.12.2021 09:00Uhr 27:04 min

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Fjodor Dostojewski 27 min
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Der letzte Besuch von Raskolnikow bei Sonja steht an, dann will er sich der Polizei stellen und sich nach Sibirien verbannen lassen. Doch immer noch ist er nicht richtig überzeugt von seiner Schuld.

MDR KULTUR - Das Radio Fr 03.12.2021 09:00Uhr 26:43 min

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Literarisches Schaffen unter finanziellem Druck

Die ersten Teile des Romans entstanden 1865 in Wiesbaden. Dostojewskij hatte kurz nach der Ankunft sein letztes Geld verspielt und konnte nicht einmal mehr sein Hotelzimmer bezahlen.

Leo Tolstoi sitzt in seinem Arbeitszimmer und liest einen Text.
Leo Tolstoi (1828-1910) in seinem Arbeitszimmer, 1909 Bildrechte: imago/United Archives International

Noch wenige Jahrzehnte zuvor konnten es sich die adligen Dichter der Romantik, für die das Schreiben meist schöner Zeitvertreib war, leisten, an angenehmen Orten auf ihre Inspiration zu warten. Autoren wie Turgenew oder auch Tolstoj lebten weitgehend von ihren Gütern und konnten sich, sei es im Ausland oder auf ihrem Gut, ihren literarischen Plänen widmen. Dostojewskij hingegen gehörte einer neueren, rasch wachsenden Gruppe von Schriftstellern an, die keinerlei finanziellen Rückhalt hatten, ganz von ihren literarischen Einkünften lebten und unter ständigem finanziellem Druck schrieben. Er bot Verlegern Sujets an, zu denen er dann, wenn diese einwilligten, die Romane schreiben wollte.

"Verbrechen und Strafe" zählt zu den Meilensteinen des modernen Kriminalromans. Vielleicht ist die Spannung, die schon die ersten Seiten des Romans prägt, auch dem Druck geschuldet, ein Publikum finden zu müssen, und vielleicht verleiht auch Dostojewskijs Schreibtempo seinen großen Romanen die innere Dynamik. Doch geht er in allem neue Wege, und trotz seiner finanziellen Abhängigkeiten bleibt er kompromisslos. Ihn interessieren die Figuren mit den großen Ideen, die Besessenen, Fanatischen, Grenzenlosen, Unangepassten.

Petersburg und Sibirien – autobiografische Bezüge

Dostojewskij lässt dabei ganz persönliche Erfahrungen einfließen – auch diejenige als Strafgefangener. Die Handlung spielt an Orten und in Verhältnissen, die er aus täglicher Erfahrung kannte. Dabei entstand eine Milieustudie aus dem Petersburg dieser Zeit, die an Tiefenschärfe nicht zu überbieten war.

Fjodor Dostojevski
Fjodor Dostojevski, Zeichnung von Konstantin Trutowski, 1847 Bildrechte: imago/United Archives International

Dostojewskij wohnte in diesen Jahren in verschiedenen Wohnungen im Viertel um den Heumarkt. Hier lebten Handwerker, kleine Beamte, Händler und Studenten oft auf engstem Raum und unter kärglichen Bedingungen. Dostojewskij kannte dieses Leben in den überfüllten Wohnungen, auf der Straße, den Hinterhöfen und in den Spelunken. Er war 1837, mit knapp sechzehn Jahren, erstmals nach Petersburg gekommen, um Militär-Ingenieur zu werden.

1849 wurde er wegen der Teilnahme an der politischen Gruppierung der Petraschewzen zum Tode verurteilt; bei einer Scheinhinrichtung wurde die Strafe umgewandelt, und es folgten Gefängnis, vier Jahre Lageraufenthalt und vier Jahre Zwangsdienst in der Armee in Sibirien. Erst im Dezember 1859 erhielt er nach langen Bemühungen die Erlaubnis, wieder in Petersburg wohnen zu dürfen. Ein ganzes Jahrzehnt war er nicht in der Stadt gewesen, und seither war nicht nur er ein anderer geworden, sondern auch die Stadt hatte sich verändert – und sie veränderte sich in rasantem Tempo weiter.

Heumarkt (Sennaja Ploschad) St. Petersburg 1822-1826. Kolorierte Lithographie nach Alexcander Bruloffo (1798-1877).
Heumarkt (Sennaja Ploschad) in St. Petersburg 1822-1826. Bildrechte: imago/United Archives International

Glanz und Elend der Zarenstadt

Schon für den aus der südlichen Ukraine stammenden Nikolaj Gogol war Petersburg die seelenlose Beamtenstadt und der Ort des diabolischen falschen Scheins gewesen. Und auch bei Dostojewskij hatte Petersburg immer schon etwas Bedrückendes: Er verband mit der Stadt ihren künstlichen Charakter, das Erzwungene ihrer Entstehung auf Befehl Peters I., die vermeintlich wenig menschliche Lage und das harte Klima, die vielen Opfer, die ihre Errichtung gekostet hatte. Es ist die Stadt, deren Bevölkerung insbesondere nach der Bauernbefreiung von 1861 trotz niedriger Geburtenrate explosionsartig zunahm; die Bevölkerung – mit großem Männerüberhang – verdreifachte sich zwischen Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts. Massen von ehemaligen Bauern strömten auf der Suche nach Arbeit in die Stadt, ohne dass diese sich dabei nennenswert ausgedehnt hätte; das leere Umland blieb noch unerschlossen.

Newski-Prospekt in St. Petersburger (Russland) bei Nacht
Newski-Prospekt in St. Petersburg Bildrechte: IMAGO

Die klassizistische Residenzstadt, in der noch die Hälfte der Häuser einstöckig und aus Holz war, verwandelte sich in unkontrolliertem Tempo in ein Banken- und Industriezentrum, in dem praktisch ohne Gesamtplanung Bahnhöfe, Fabriken, Miets- und Kaufhäuser aus dem Boden schossen und die zunehmend von Obdachlosen, von Schmutz und Krankheiten geprägt war. Petersburg entwickelte noch verstärkt ein doppeltes Gesicht von Palästen und repräsentativen Fassaden einerseits, schmutzigen Hinterhöfen, überfüllten Wohnungen und Nachtasylen andererseits. In einigen Vierteln lag die Siedlungsdichte doppelt so hoch wie im sonstigen Europa, und es kamen auf ein Zimmer bis zu acht Bewohner.

Die Abgründe eines Verbrechens

Wer heute wissen will, wie die düsteren Seiten dieser Stadt aussahen, der muss Dostojewskij lesen. Raskolnikow – dessen Name das russische Wort "raskol" assoziiert, das "Spaltung" und "Schisma" auch im religiösen Sinn bedeutet – ist ein Abbild dieser Welt. Die Gedanken dieses übersensiblen und nervlich zerrütteten jungen (ehemaligen) Studenten kommen nicht einmal im Schlaf zur Ruhe, er lebt als Einzelgänger im Dickicht der Stadt, und seine Tat isoliert ihn weiter von jeder Gemeinschaft. Er selbst bestätigt explizit die Vermutung, sein sargähnliches Zimmer habe mitgeholfen, ihn zum Melancholiker zu machen. Seine Psyche ist so phantasmagorisch und doch so präzise gezeichnet wie die Stadt.

Dostojewskijs "Verbrechen und Strafe" ist das vielleicht fulminanteste, sicher aber das folgenreichste Buch der Weltliteratur über die Abgründe eines geplanten und scheinbar gerechtfertigten Verbrechens. Es ist ein Krimi, dessen Rätsel nicht darin besteht, wer der Täter ist, und noch nicht einmal darin, wie sich das Verbrechen aufklärt. Das Verbrechen selbst ist das Rätsel, in ihm spiegelt sich die ganze Romanwelt.

So erleben wir im Kern der Handlung einen qualvollen Prozess, in dem ein Mörder seine Motivation – und seine Reue – sucht. Seine Tat verändert ihn, sie ist nicht das, was er dachte, und er selbst, so zeigt sich, ist nicht der, der er zu sein glaubte.

"Verbrechen und Strafe" als Hörerlebnis

Anna Grigorjewna Dostojewskaja, geborene Snitkina (1846-1918), Autorin, zweite Ehefrau des russischen Schriftstellers Fjodor Michailowitsch Dostojewski.
Anna Grigorjewna Dostojewskaja, geborene Snitkina (1846-1918) Bildrechte: imago/United Archives International

"Verbrechen und Strafe" entsteht genau in der Zeit, in der der Schnellschreiber Dostojewskij entdeckt, dass das Diktieren seiner Art zu schreiben am meisten entgegenkommt. Der damals ungewöhnliche Gedanke, eine Stenotypistin zu engagieren, entstand aus der Not heraus, weil er seinen "Spieler" sonst nicht fristgerecht hätte beenden können. Seine erste Stenographierhilfe war die zwanzigjährige Anna Grigorievna Snitkina, die er kurz danach heiratete. Das diktierende Verfassen wird ihm zur Gewohnheit, die er nicht mehr aufgeben wird.

Auch die letzten Teile von "Verbrechen und Strafe" sind bereits diktiert, so wie alle seine weiteren großen Romane. Nachdem mit der Übersetzung von Swetlana Geier endlich eine deutsche Fassung vorliegt, die das Brüchige, Unstete, ja manchmal Hektische und Ungeordnete der Sätze Dostojewskijs nicht eliminiert, drängt es sich geradezu auf, diesen Roman nicht (nur) zu lesen, sondern ihn auch zu hören.

Dieser Text ist eine gekürzte Fassung des Original-Textes des Slawisten Prof. Dr. Thomas Grob, der ihn für das Booklet des Hörbuchs verfasst hat.

Der Sprecher Sylvester Groth

Sylvester Groth alias Jochen Wortmann.
Sylvester Groth Bildrechte: rbb/Thomas Ernst

Sylvester Groth, 1958 in Jerichow Sachsen-Anhalt geboren, kam als Elfjähriger nach Leipzig, wo er als Sprecherkind in Hörspiel-Produktionen mitwirkte. Von 1977-1980 studierte er an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Es folgten Engagements an Theatern in Schwerin, Dresden, Ost- und West-Berlin, hier von 1986 bis 1989 an der Schaubühne. Weitere Stationen waren das Residenztheater, die Münchner Kammerspiele, das Berliner Ensemble, das Wiener Burgtheater sowie die Salzburger Festspiele.

Seine Laufbahn als Kinoschauspieler begann Sylvester Groth in der Hauptrolle von Frank Beyers DEFA-Streifen "Der Aufenthalt" (1982), fand später internationale Höhepunkte wie in Quentin-Tarantinos "Inglourious Basterds" (2009) und hat sich 2017 mit "In Zeiten des abnehmenden Lichts" manifestiert. 2017 ehrte ihn die DEFA-Stiftung für seine herausragenden Leistungen im deutschen Film.

Für den MDR-Hörfunk brachte sich Sylvester Groth neben Hörspielrollen maßgeblich mit brillanten Lesungen ein, darunter "Dekalog" von Kieslowski/Piesiewicz (MDR 2007), Uwe Tellkamps "Der Turm" (MDR 2008), Günter de Bruyns "Vierzig Jahre" (MDR 2011), Durs Grünbeins: "Die Jahre im Zoo. Ein Kaleidoskop" (MDR 2016) und "Verwirrnis" von Christoph Hein (MDR 2018).

Angaben zur Sendung

MDR KULTUR-Lesezeit
Fjodor Dostojewskij: Verbrechen und Strafe (25 Folgen)
Es liest: Sylvester Groth

Regie: Walter Adler
Produktion: Hörkultur Medien 2007/Der Audio Verlag 2017

Sendung: 01.11. – 03.12.2021 | 09:05-09:35 Uhr
Wiederholung: 01.11. – 03.12.2021 | 19:05-19:35 Uhr

Die Folgen dieser Lesung stehen hier nach der Ausstrahlung jeweils 90 Tage zum Hören bereit.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 01. November 2021 | 09:05 Uhr

Alle Folgen der Lesezeit zum Hören

Buchcover – Fjodor Dostojewskij: Verbrechen und Strafe
Bildrechte: Fischer Verlag

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Übersetzt von Swetlana Geier
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16,00 Euro

Fjodor Dostojewskij: Verbrechen und Strafe. Ungekürzte Lesung mit Sylvester Groth
Bildrechte: Der Audio Verlag

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Laufzeit: 24 Stunden 36 Minuten
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