Publikum an der großen Bühne im Heinepark beim Festival in Rudolstadt.
Publikum an der großen Bühne im Heinepark beim Festival in Rudolstadt. Bildrechte: MDR/Holger John

Webchannel Folk im Konzert | 13.-20.04.2018

Der Webchannel "Folk im Konzert" bringt rund um die Uhr Mitschnitte von Deutschlands größtem Folk-Festival in Rudolstadt. Jeden Freitag etwa ab 10 Uhr können Sie eine Woche lang neue Konzerte erleben und dazu die aktuelle Sendung "Folk und Welt" hören. Hier finden Sie das aktuelle Programm.

von Peter Eichler

Publikum an der großen Bühne im Heinepark beim Festival in Rudolstadt.
Publikum an der großen Bühne im Heinepark beim Festival in Rudolstadt. Bildrechte: MDR/Holger John

Cara Dillon (Irland) – TFF Rudolstadt 2002

16 Jahre ist es her, dass die irische Singer-Songwriterin Cara Dillon auf der großen Bühne des Rudolstädter Heineparks stand. Ein Jahr zuvor hatte sie ihre erste CD veröffentlicht – war damals mit 26 also zunächst einmal eine Newcomerin.

Cara Dillon (Irland) beim TFF Rudolstadt 2002
Cara Dillon beim TFF Rudolstadt 2002 Bildrechte: MDR/Wolfgang Leyn

Aber so ganz stimmte das nicht. Denn bereits mit zwölf sang Cara Dillon in Pubs und mit 14 gab es den ersten Preis, die "All Ireland Traditional Singing Trophy". Ein Jahr später gründete sie ihre erste Band, lernte und spielte selbst Geige und die Rahmentrommel Bodhrán, wechselte zur Band Equation und lernte dabei die Niederungen kennen, die ein Künstler bei einem Major-Label durchschreiten muss. Selbst Frau genug, nabelte sie sich ab und brachte unabhängig besagte erste CD heraus.

Cara Dillons Stimme vereint Zartheit und Kraft, Lebendigkeit und zugleich die Fähigkeit, all die tragischen Geschichten von der Liebe zu singen. Und irgendwie zaubert Cara Dillon die grünen Hügel Irlands vor unser aller Augen, wenn sie traditionelle Lieder und auch ihre eigenen Songs in sehr persönlicher Interpretation vorstellt.

Laufzeit im Webchannel: Cara Dillon – 64‘05

Daniel Kahn & Painted Bird (USA/Deutschland) – TFF Rudolstadt 2011

Daniel Kahn beim TFF Rudolstadt
Daniel Kahn Bildrechte: MDR/Wolfgang Leyn

Es gibt Klezmer-Musik ganz unterschiedlicher Art. Traurige, klagende, leiderfüllte, doch kann sie auch ausgesprochen fröhlich sein. Schließlich spielten die Klezmorim, die jüdischen Musikanten, vornehmlich zu Festen. Der jüdische Amerikaner Daniel Kahn und seine Band Painted Bird verkörpern die rebellische Fraktion er Klezmer-Musikanten. Dabei stimmt Klezmer allein eigentlich nicht, denn ihre Musik ist eine Mischung aus dem Folk verschiedener Völker, aus Punk, Rock und Klassik. Daniel Kahn selbst nennt es "Verfremdungs-Klezmer".

Daniel Kahn beherrscht anscheinend jedes Instrument, das in Reichweite seiner Hände kommt, und keine Musikrichtung ist ihm fremd. Das ist in seinen Konzerten immer wieder eindrucksvoll und zeugt von seinem ausgeprägten Musikantentum. Seine Bastelleidenschaft führt nicht nur Musiken unterschiedlicher Herkunft zusammen, sie brachte auch die selbstgebaute Ukulele hervor, zu der Daniel Khan im Konzert mehrfach greift.

Seine Songs erzählen von New Orleans, von Jerusalem oder Berlin und vielen anderen Orten, die überall sein könnten. Es geht um den Arbeitsalltag einfacher Menschen, deren Überlebenswillen und deren politische Ansichten. Und so vielfältig wie die Herkunft der Lieder sind auch die Sprachen, in denen Daniel Kann singt: englisch, deutsch, jiddisch, aber auch russisch oder hebräisch.

Laufzeit im Webchannel: Daniel Kahn – 61‘24

Folk und Welt - die Sendung vom 11.04.2018

Neuvorstellungen mit Grit Friedrich

CD-Cover "Dom Flemons presents Black Cowboys"
Bildrechte: Smithsonian Folkways

Wir gehen in den tiefen Westen der USA ans Lagerfeuer zu "Dom Flemons presents Black Cowboys", einem Album, das neu auf die komplexe Geschichte des Wilden Westens schaut, diesmal als einem multiethnischen Ort. Denn schwarze Cowboys und ihre Lieder gab es schon seit dem Ende der Sklaverei.

Der heimliche Star einer neuen Gitarrenmusik-Compilation auf LP ist Sibongile Kgaila aus Botswana. Man hört Einflüsse aus kongolesischer Rumba oder Zulu-Musik Südafikas, aber der Sound ist in Botswana rauer, erdiger. "I'm Not Here to Hunt Rabbits" heißt das Album, erschienen bei Piranha. Exzentrische Songs findet man auf diesem Sammlerstück, das den unpolierten Charme von Feldaufnahmen atmet.

Psoy Korolenko ist ein Protagonist auf dem Album "Yiddish Glory The Lost Songs of World War II." (Six Degrees Records), gesammelt haben diese Lieder hellsichtige sowjetische Ethnomusikologen, als noch der Krieg in ihrem Land tobte. Es gibt religiöse Musik, Volksliedmelodien oder sogar Filmmusik von Alfred Schnittke als Soundmaterial - ein bewegendes Album.

Dazu "Hidden Songs of Anatolia" ist das erste, sehr traditionell klingende Album des Pinhan Trio, ebenfalls stark die schwedischen Zwillinge vom Duo Systrami, es gibt einen neuen Estland-Sampler, passend zum Rudolstadt-Festival 2018, dort ist das baltische Land Länderschwerpunkt. Und wir entdecken eine junge Stimme aus den USA, Vivian Leva.

Laufzeit im Webchannel: Folk und Welt – 60‘02

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2018, 11:37 Uhr

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Ausblick aufs Rudolstadt-Festival 2018