Video Bachs Weihnachtsoratorium sehen: "Jauchzet, frohlocket ..."

Unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz erklang am 16. Dezember 2018 Bachs Weihnachts-Oratorium in der Leipziger Thomaskirche mit allen sechs Kantaten. Aufgeführt wurde es vom Thomanerchor und dem Gewandhausorchester. Als Solisten wirkten mit: Dorothee Mields (Sopran), Elvira Brill (Alt), Patrick Grahl (Evangelist), Markus Schäfer (Tenor/Arien) und Klaus Häger (Bass). ARTE hat das Konzert aufgezeichnet. Bis zum 6. Januar 2019 können Sie das Video hier anschauen.

Das Weihnachtsoratorium gehört zu Bachs beliebtesten und meistgespielten Werken.

Solisten beim Weihnachtsoratorium: Klaus Häger (Bass), Dorothee Mields (Sopran), Elvira Bill (Alt), Markus Schäfer (Tenor)
Klaus Häger (Bass), Dorothee Mields (Sopran), Elvira Bill (Alt), Markus Schäfer (Tenor) Bildrechte: Gerd Mothes

Die Geschichte von der Geburt Christi handelt von Hoffnung und Freude, und so atmet Bachs Musik Licht, Glanz und Wärme.

Entstanden ist das Werk 1734 in der stillen Zeit des Advents, als der Thomaskantor gerade keine größeren kirchenmusikalischen Verpflichtungen hatte.

Kantaten für sechs aufeinanderfolgende Sonntage

Ob Bach tatsächlich ein Oratorium im Sinne hatte, ist allerdings nicht sicher, denn eigentlich handelt es sich um eine sechsteilige Folge von Kantaten, die – liturgisch und musikalisch aufeinander aufbauend – die Weihnachtsfeiertage und die Sonntage bis zum 6. Januar abdecken.

Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche Leipzig
Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche Leipzig Bildrechte: Gerd Mothes

Die einzelnen Teile wurden vom Thomanerchor unter Bachs Leitung erstmals in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und Epiphanias 1735 in Leipzigs Nikolaikirche und Thomaskirche aufgeführt.

Heutzutage wird das Werk in der Regel als "Weihnachtsoratorium" an einem Abend gegeben. Geprägt wird es von den festlichen Eingangs- und Schlusschören, der Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, den eingestreuten Chorälen sowie den Arien der Gesangssolisten. Verbunden werden die sechs Kantaten durch die Freude über die Geburt Christi. Von der musikalischen Gattung her steht das Weihnachtsoratorium Bachs Passions-Oratorien nahe.

"Lautere Natürlichkeit" des Thomanerchores

Peter Korfmacher, Musikkritiker der Leipziger Volkszeitung, überschreibt seine Rezension der Aufführung am 16. Dezember in der Thomaskirche mit den Worten "Der Vollkommenheit ziemlich nah". Am Thomanerchor schätzt er "die lautere Natürlichkeit des Musizierens… sensibel getragen vom parallel musizierenden Gewandhausorchester" mit "meist fabelhaften obligaten Solisten". Ähnlich lobende Worte findet er für die Gesangssolisten: "warm und heimelig" (Elvira Brill), "wunderbar innige Momente" (Dorothee Mields) und fährt fort:

Thomaskantor Gotthold Schwarz
Thomaskantor Gotthold Schwarz Bildrechte: Gerd Mothes

Aus alledem allerdings macht Gotthold Schwarz am Pult ein Weihnachtsoratorium, das weit mehr ist als die Summe seiner Einzelteile. Weil er es aus einem Guss musiziert, die sechs Kantaten auf einen gewaltigen großen Atem nimmt. Weil seine musikalische Rhetorik dabei ohne billige Effekte auskommt und ohne eitle Selbstdarstellung.

Peter Korfmacher

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Konzert | 23. Dezember 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Dezember 2018, 04:00 Uhr

Weihnachtsoratorium mit dem Kreuzchor

Kreuzchor in der Kreuzkirche Dresden
Bildrechte: IMAGO
MDR FERNSEHEN Mo, 24.12.2018 23:30 00:50
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