Ein neuer Band von Räuber Hotzenplotz.
Das neue Hotzenplotz-Abenteuer erscheint am 25. Mai 2018. Die an das Original angelehnten Illustrationen stammen von Thomas Saleina. Bildrechte: Thienmann-Verlag

Wiederentdeckung "Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete" im Handel Neuer Hotzenplotz bietet wenig Überraschungen

Seit Freitag liegt das neue Abenteuer des Räuber Hotzenplotz in den Buchläden. Die Anfang des Monats vom Thienemann-Esslinger Verlag als spektakuläre Neuentdeckung gefeierte Ausgabe, ist jedoch nicht ganz so unbekannt wie gedacht. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, war das Stück bereits 1969 in "Das große Reader's Digest Jugendbuch 10" erschienen. Seine Tochter Susanne Preußler-Bitsch brachte dieses Bühnenstück nun in eine Prosa-Form. MDR KULTUR-Literaturredakteurin Britta Selle hat den "neuen Hotzenplotz" gelesen und auf Preußlersche Qualität geprüft.

 Ein neuer Band von Räuber Hotzenplotz.
Das neue Hotzenplotz-Abenteuer erscheint am 25. Mai 2018. Die an das Original angelehnten Illustrationen stammen von Thomas Saleina. Bildrechte: Thienmann-Verlag

Bei dieser Verbrecherjagd sind sie alle wieder dabei: Der fluchende, etwas einfältige Pfefferpistolenschwinger Hotzenplotz, der schlaue Kasperl, der Seppel, die Großmutter und auch Wachtmeister Dimpfelmoser. Dem ist der Hotzenplotz aus dem alten Spritzenhaus entwischt – und nun treibt der pflichtbewusste Räuber wieder sein Unwesen. Denn wer Räuber ist, muss als solcher arbeiten, also Leuten auflauern, sie überfallen und ausrauben.

Kasperl und Seppel sind fest entschlossen, Hotzenplotz wieder einzufangen. Da sie das dem behäbigen Wachtmeister Dimpfelmoser nicht zutrauen, und der froh ist, es nicht selbst machen zu müssen, begeben sich die beiden furchtlosen Helden auf Verbrecherjagd. Mit einer selbst gebauten Mondrakete wollen sie den Räuber überlisten und gewissermaßen auf den Mond schießen.

Zwei Kinder lesen im Kinderbuch Räuber Hotzenplotz
Bildrechte: dpa

Hotzenplotz ist mal wieder abgehauen, Kasperl und Seppel wollen ihn wieder einfangen - so lautet der geradlinige Plot. Der Preußlerische Sprachwitz bleibt bei dem Abenteuer ein wenig auf der Strecke, meint Britta Selle.

MDR KULTUR - Das Radio Fr 25.05.2018 07:10Uhr 01:53 min

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Ein echter Hotzenplotz, wenn auch einfach gestrickt

Kinder- und Jugendbuchautor Otfried Preußler sitzt am Schreibtisch in seinem Heim in Haidholzen und blättert in seinem Bestseller "Der Räuber Hotzenplotz". (1993)
Der große Kinderbuchautor Otfried Preußler Bildrechte: dpa

Das ist der einfache Plot dieser neuen, kurzen Preußler-Geschichte, die extrem geradlinig bleibt. Kein Vergleich zu den anderen Hotzenplotz-Abenteuern. Denn hier gibt es keine überraschenden Wendungen, keine der sonst so wild-spannenden Verstrickungen. Die beiden Helden gehen auf Verbrecherjagd, überlisten den Räuber und liefern ihn bei Wachtmeister Dimpfelmoser ab, und das war's. Für Leser, die sich einen neuen Teil des Hotzenplotz-Universums erhofft haben, mag das enttäuschend sein. Auch bleibt der gewohnte Preußlersche-Sprachwitz in den Dialogen ein wenig auf der Strecke, der sonst fast ausschweifende Austausch von fragwürdigen Argumenten ist wegen der Kürze der gesamten Erzählung etwas knapp gehalten.

Kindheitserinnerungen werden wach

Und doch kann man sagen: "Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete" ist ein echter Hotzenplotz, mit der der große Kinderbuchautor Otfried Preußler noch einmal in Erscheinung tritt und fröhliche Kindheitserinnerungen wach werden lässt. Und dazu tragen auch die witzig-fröhlichen, an das Original angelehnten Illustrationen von Thomas Saleina bei.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. Mai 2018 | 07:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2018, 03:00 Uhr