Franco Zeffireli, 1990
Franco Zeffirelli (rechts) bei der Arbeit (1990) Bildrechte: imago images / Independent Photo

Italien Regisseur Franco Zeffirelli gestorben

Franco Zeffireli, 1990
Franco Zeffirelli (rechts) bei der Arbeit (1990) Bildrechte: imago images / Independent Photo

Franco Zeffirelli ist tot. Das haben italienische Medien am Samstag unter Berufung auf Familienmitglieder Zeffirellis berichtet. Der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent starb in Rom nach langer Krankheit und wurde mit rund 20 Spielfilmen bekannt. Internationale Berühmtheit erlangte Zeffirelli durch seine Verfilmung von William Shakespeares "Romeo und Julia" aus dem Jahr 1968, für die er für vier Oscars nominiert wurde. Der Filmkritiker Roger Ebert bezeichnete Zeffirellis Adaption gar als "den aufregendsten Shakespeare-Film, der jemals gedreht wurde".

1967 hatte Zeffirelli bereits Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" mit dem berühmten Hollywood-Paar Elizabeth Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen verfilmt. 1992 folgte "Hamlet" mit Mel Gibson und Glenn Close. 2004 wurde der Regisseur von der britischen Königin für seine "wertvollen Verdienste um die britische darstellende Kunst" zum Ehrenritter ernannt.

Die Oper war seine zweite große Liebe

Regisseur Franco Zeffirelli posiert anlässlich der Veröffentlichung der russischen Edition seiner Autobiographie während des Musikfestivals - Cherry Wood - 2008 in Moskau
Regisseur Franco Zeffirelli Bildrechte: imago/Golovanov/Kivrin

Als Regisseur setzte er mehr als 30 Theaterstücke und Opern in Szene. In Filmen wie "Callas Forever" (2002), "Pagliacci" (1981) und "La Bohème" (2008) übernahm er teilweise mehrere Rollen gleichzeitig: als Opernregisseur, Produzent und Kostümdesigner.

Zeffirelli wurde am 12. Februar 1923 als Sohn eines Kaufmanns geboren. Da sowohl seine Mutter als auch sein Vater mit anderen Partnern verheiratet waren, konnte er deren Namen nicht annehmen. Seine Mutter gab ihm den Namen "Zeffiretti", was "leichte Brise" auf Italienisch bedeutet. Ein Schreibfehler auf seiner Geburtsurkunde machte aus ihm jedoch Franco Zeffirelli.

Besonderes Verhältnis zu Luchino Visconti

Nach einem Architekturstudium arbeitete Zeffirelli zunächst als Theater- und Filmdekorateur, dann als Schauspieler. Schließlich kam es zu einer schicksalshaften Begegnung mit dem berühmten Regisseur Luchino Visconti. Er wurde dessen Schützling, später sein Liebhaber.

Zeffirelli unterstützte Visconti bei der Verwirklichung von "Die Erde bebt" (1948), "Bellissima" (1951) und "Sehnsucht" (1954). Die Beziehung zu Visconti war stürmisch und endete mit einer schmerzhaften Trennung, läutete aber Zeffirellis künstlerische Karriere ein.

Homosexualität und politische Überzeugung

Zeffirelli war schwul, trotzdem trat er als gläubiger Katholik gegen die Anerkennung homosexueller Paare ein. In späteren Jahren wandte er sich der Politik zu. Von 1994 bis 2001 saß er für die konservative Forza Italia des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi im italienischen Oberhaus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 15. Juni 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2019, 20:00 Uhr

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