Vielseitiger Weltstar aus Dresden Der Sänger René Pape: Kreuzchor, Rammstein, Opernstar

Der Sänger René Pape ist ein Weltstar aus Dresden. Es gibt kaum einen Klassik-Tempel, den er nicht mit seiner Bassstimme erobert hätte, von der New Yorker Met bis zu Mailänder Scala. Auch die Liste der Dirigenten, mit denen er gearbeitet hat, liest sich wie das Who-is-who der Branche. Und er überschreitet auch Grenzen, Papes Interpretationen von Rammstein-Songs erregten international Aufsehen.

Rene Pape 29 min
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René Pape hat eine der angesehensten Bassstimmen der Welt. Zählt man die großen Opernsänger aus Dresden auf, so ist er heute der würdige Nachfolger eines Theo Adam oder eines Peter Schreier.

Pape ist ein Weltstar, gefeiert an der New Yorker Met, der Pariser Opéra de la Bastille, der Mailänder Scala, am Londoner Covent Garden, er ist dreifacher Kammersänger in Berlin, München und an der Wiener Staatsoper. Gearbeitet hat er mit den bedeutendsten Dirigenten, darunter Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Kurt Masur, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Sir Colin Davis und James Levine.

Rene Pape, Daniel Barenboim
René Pape (l.) und Daniel Barenboim Bildrechte: imago images / Manfred Siebinger

Er hat eine wunderschöne Stimme, weich und gleichzeitig sehr potent. Er weiß wie wenige Sänger so gut mit dem Text zu arbeiten, egal, in welcher Sprache er singt.

Der Dirigent Daniel Barenboim

Die New York Times feiert Pape als "Black Diamond Bass", als bester Bassbariton seiner Generation. In den USA wird der Deutsche auch zum Sänger des Jahres gewählt. Drei Mal schmückt er das Cover des renommierten Magazins "Opera News". Für die New Yorker ein Entertainer mit Glamour, der sie fasziniert, auch weil er so exotisch ist.

TV-Tipp

René Pape mit Video
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MDR FERNSEHEN Do, 05.11.2020 23:10 23:40
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Musikalische Ausbildung in Dresden

Geboren am 4. September 1964 in Dresden, wurde Papes Talent im Kreuzchor seiner Heimatstadt entdeckt und gefördert. Dort lernte er von 1973 bis 1980 neben dem Gesang auch Klavierspielen und Musiktheorie. Seine Schulausbildung brach er vor dem Abitur ab, studierte jedoch auch ohne Abschluss an der Dresdner Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Gesang.

René Pape
René Pape Bildrechte: imago/Manfred Siebinger

Mir hat vieles keinen Spaß gemacht – außer singen. Ich wollte immer singen und mir war der Klavierunterricht zu viel, mir war der Unterricht zu viel, mir war die Ausbildung zu viel, ich habe immer nur singen wollen und mich musikalisch ausdrücken wollen.

René Pape

Mit dem Fall der Mauer begann Papes steile Opernkarriere bei den Salzburger Festspielen 1991 als jüngster "Sarastro" aller Zeiten unter der musikalischen Leitung von Sir Georg Solti, der zu Papes Mentor wurde. 1994 engagierte ihn Wolfgang Wagner nach Bayreuth. Hier debütierte der heute als "Wagnersänger" gefeierte Pape mit der Rolle des Fasolt im "Rheingold".

Rammstein-Interpretationen und Filmrollen

Doch der mit zwei Grammys ausgezeichnete Sänger geht auch gerne mal andere musikalische Wege. Mit Katharina Thalbach und den Dresdner Sinfonikern rockte Pape "Mein Herz brennt" nach Liedern der Gruppe Rammstein. Selbst für den Film wurde er mit seiner imposanten Erscheinung entdeckt, Regisseur Kenneth Branagh setzte ihn 2006 als Sarastro für seinen Opernfilm "The magic flute" ein. 2010 war er in dem Film "The Hunter's Bride" nach der Oper "Der Freischütz" zu sehen.

Rene Pape in einer Filmrolle.
René Pape in Kenneth Branaghs Verfilmung der Zauberflöte Bildrechte: imago images/Everett Collection

Ich merke, das untrügliche Zeichen ist für mich, dass mir die Haare abstehen, also dass ich eine Gänsehaut bekomme bei René, wenn er singt.

Katharina Thalbach, Sprecherin bei Papes Rammstein-Interpretationen

Kultur in Dresden

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Lebensläufe | 05. November 2020 | 23:10 Uhr