Ausstellung | Bis 16. September 2018 Arno Rink - der "Malermacher" von Leipzig

Arno Rink gilt als Vater der Neuen Leipziger Schule: Neo Rauch, Michael Triegel, Christoph Ruckhäberle und andere wurden durch ihn zu großen Künstlern. Nun widmet das Museum der bildenden Künste dem "Malermacher" eine sehr persönliche Werkschau. "Wenn eine Kunstausstellung ihren Teil zu einem ostdeutschen Selbstverständnis beitragen kann, dann diese!" - meint Kunstkritikerin Ulrike Thielmann.

Es ist eine Schau, auf die Leipzig lange warten musste: Das Museum der bildenden Künste widmet Arno Rink eine umfassende Retrospektive. In 60 Gemälden und 15 großformatigen Zeichnungen wird hier das Leben des geborenen Thüringers gezeigt, der sieben Jahre lang an der Spitze der Hochschule für Grafik und Buchkunst stand und sie durch die turbulenten Wendejahre steuerte. Die Schau mit dem Titel "Arno Rink - ich male!" macht dabei deutlich, wie sehr ihn gerade diese Zeit künstlerisch prägte.

Von frisch bis finster

Die Ausstellung erstreckt sich über neun Räume. Im Ersten wird das Alterswerk Rinks gezeigt, fünf großformatige Atelierbilder, auf denen der Maler selbst zu sehen ist - stets mit dunkel verschatteten Augen. Dann folgen im Kontrast hierzu die frühen Werke Rinks, aus seiner Zeit als Lehrbeauftragter an der HGB. Hier sind die Formen klar, die Bilder frisch und farbenfroh. Neben politischen Themen wie den Revolutionen in Russland ("Lied vom Oktober") oder Kuba ("Canto Libre") interessiert ihn in den 60ern und 70ern das Erotische. Seine Muse hier: seine Frau Christine.

Ich war Maria Magdalena, ich war eine von Lots Töchtern - ich war alles. Mehr kann man in einem Werk nicht vorkommen.

Christine Rink

Plötzlich alles anders

1982 dann der Bruch in Rinks Leben, dokumentiert in der Ausstellung mithilfe einer Fotoserie. Der Maler rasiert sich den Schädel und erfindet sich künstlerisch neu. "Er beginnt sich ganz plötzlich von den Konturen zu lösen, in ganz reduzierten Farben", erklärt Kurator Weidinger, "und das kulminiert in einer absoluten Höchstleistung". Rinks Hauptwerke, so Weidinger, seien denn auch die düsteren, selbstreferentiellen Werke unter dem Titel "Protokoll einer Ministerbesprechung".

Seine Persönlichkeit, seine Ängste kamen jetzt raus, auch psychische Probleme, die er in dieser Zeit hundertprozentig hatte.

Alfred Weidinger

Ein Leben in Bildern

So sagen die Bilder sehr viel über die Lebensgeschichte Arno Rinks aus. Der Maler hat selbst an der Ausstellungskonzeption bis zu seinem Tod im September 2017 mitgearbeitet, im kommenden Juni erscheint außerdem der Band "Arno Rink – Ich male!", der auf Gesprächen zwischen Rink, seiner Ehefrau und Weidinger basiert.

Wenn eine Kunstausstellung ihren Teil zu einem ostdeutschen Selbstverständnis beitragen kann, dann diese!

MDR-KULTUR-Kunstkritikerin Ulrike Thielmann

Weitere Informationen Ausstellung:
Museum der bildenden Künste Leipzig
"Arno Rink - Ich male!"
18. April bis 16. September 2018
Öffnungszeiten:
Di, Do-So: 10-18 Uhr | Mi: 12-20 Uhr

Buch:
"Arno Rink - Ich male!"
Hirmer Verlag
ISBN: 978-3-7774-3019-5

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 29. März 2018 | 17:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2018, 01:00 Uhr

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