Roland Jahn
Seit 2011 ist Roland Jahn der Leiter der Stasiunterlagenbehörde BStU. Bildrechte: IMAGO

Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn begrüßt Diskussion um Freiheits- und Einheitsdenkmal

Roland Jahn
Seit 2011 ist Roland Jahn der Leiter der Stasiunterlagenbehörde BStU. Bildrechte: IMAGO

Roland Jahn hält die lang andauernde Diskussion um das Berliner Freiheits- und Einheitsdenkmal für ein Zeichen lebendiger Demokratie. Das habe man mit der Friedlichen Revolution gewollt, sagte der Leiter der Stasiunterlagenbehörde BStU im Gespräch mit MDR KULTUR.

Dass wir uns über politische Projekte auseinandersetzen, dass alle Menschen zu Wort kommen und jeder seine Meinung vortragen kann. In diesem Sinne sehe ich das sogar positiv.

Roland Jahn, Leiter der Stasiunterlagenbehörde BStU

Die inzwischen jahrelange Debatte um das Freiheits- und Einheitsdenkmal ist für Jahn ein Ausdruck dafür, dass dieses Thema eben seine Zeit brauche. "Es zeigt, dass es wichtig ist, dass die Menschen in die Überlegungen einbezogen werden. Je breiter die Diskussion, desto besser."

Entscheidung über den Ort annehmen

Die undatierte Computergrafik zeigt den Entwurf für das in Berlin geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal.
Entwurf für die vor dem Berliner Schloss geplante Einheitswippe. Bildrechte: Milla & Partner/dpa

In einer Demokratie sei es aber auch wichtig, Entscheidungen irgendwann umzusetzen. Insofern geht Jahn davon aus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages im September grünes Licht gibt und das Denkmal wie geplant gebaut wird. Über den Ort möchte er nicht mehr diskutieren. "So wie es jetzt entschieden ist, nehmen wir es an. Das passt. Dieser Ort in der historischen Mitte Berlins gibt die Chance, auch den Punkt der Freiheits- und Einheitsgeschichte Deutschlands herauszustellen." Dort seien wichtige Zeichen gesetzt worden, erklärt der frühere DDR-Bürgerrechtler. Von der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR wurde dort 1990 der Beschluss zur Einheit gefasst.

So wie es jetzt entschieden ist, nehmen wir es an. Das passt.

Roland Jahn, Leiter der Stasiunterlagenbehörde BStU

Zeichen für die Welt: Diktaturen sind überwindbar

Grundsätzlich befürwortet Jahn bei MDR KULTUR das Berliner Denkmal für die Wiedervereinigung: "Es ist wichtig, dass wir uns als Deutsche bewusst machen, dass wir positive Ereignisse in der Geschichte haben und auch Demokratiegeschichte darstellen können. Ich freue mich, wenn das Freiheits- und Einheitsdenkmal in der Hauptstadt Berlin auch für alle Welt ein wichtiges Zeichen ist, dass Diktaturen überwindbar sind."

Über Roland Jahn

Roland Jahn, 1982
Roland Jahn, 1982. Das Foto wurde von der Stasatssicherheit aufgenommen. Bildrechte: IMAGO

Der gebürtige Jenaer gehörte als Bürgerrechtler zur Opposition in der DDR. 1983 wurde Jahn deshalb zwangsausgebürgert. Danach lebte er als Journalist in Berlin. 2011 wurde der heute 65-Jährige Leiter der Stasiunterlagenbehörde BStU. Vor zwei Jahren ist Jahn für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 09. August 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2018, 04:00 Uhr