Reaktionen auf den Tod von Rolf Hoppe "Hoppes Spiel war große Kunst und kluge Unterhaltung"

Der Schauspieler Rolf Hoppe ist im Alter von 87 Jahren gestorben und die Trauer ist groß. Bekannt wurde er vor allem durch seine Filmrollen: In István Szabós "Mephisto" spielte er eine Nazi-Größe, er war der Bösewicht in DEFA-Indianerfilmen und der König in dem Märchen-Klassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel."

Rolf Hoppe als Friedrich Wieck, 2010
Rolf Hoppe als Friedrich Wieck im Jahr 2010. Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Nach dem Tod von Rolf Hoppe haben zahlreiche Politiker und Wegbegleiter den Schauspieler gewürdigt. Laut Kulturstaatsministerin Monika Grütters verliere "die deutschsprachige Schauspielkunst einen markanten Charakterdarsteller und eines seiner großen Talente". Er habe mit variantenreicher Darstellung unterschiedlichster Charaktere brilliert mit unverwechselbarem Spiel, kunstfertig eingesetzter Stimme, Körperlichkeit und ausdrucksstarken Gesten begeistert. "Das war große Kunst und kluge Unterhaltung", erklärte Grütters.

Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange zeigte sich erschüttert über den Tod des Film- und Theaterschauspielers: "Er gehört für mich zu den ganz großen deutschen Schauspielern der letzten 60 Jahre. Er war wandelbar, in jeder Rolle wieder neu, als Märchenkönig und auch als Nazigeneral. Er war nie eindimensional, sondern enorm vielschichtig, ob in "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" oder als "Hauptmann von Köpenick".

Ein bodenständiger Weltstar aus Dresden ist von uns gegangen.

Eva-Maria Stange, Kunstministerin von Sachsen

Für Holk Freytag ist Dramaturg und Regisseur. Zum ersten Mal traf er Rolf Hoppe 2001, als er selbst noch Intendant des Staatsschauspiels war. Damals habe er versucht, Hoppe zurück auf die Bühne zu bekommen. Für ihn war der Schauspieler ein Spezialist darin, einer Figur das besondere Etwas zu verleihen.

Er war nicht unbedingt der ganz große Protagonist. Er war derjenige, der die Ecken in Rollen fand.

Holk Freytag, Dramaturg und Regisseur

Der Oberbürgermeister von Hoppes Heimatstadt Dresden, Dirk Hilbert, würdigte Rolf Hoppe als "Dresdner Original". Dem Dresdner Publikum werde er als großartiger Theaterschauspieler in Erinnerung bleiben. "Mit Rolf Hoppe werden wir nicht nur einen engagierten und faszinierenden Schauspieler, sondern auch einen Charakter unserer Stadt vermissen", erklärte Hilbert.

Trauer in Sachsen und Thüringen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, mit Rolf Hoppe sei für viele Sachsen "ein Freund der Familie gestorben". Der Schauspieler war als "Dresdner Weltstar" bekannt – geboren wurde er aber in Thüringen. Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow verneigte sich auf Facebook.

Pferdeliebhaber, Clown und Bösewicht

MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann kannte Rolf Hoppe persönlich. Er bewunderte, wie Rolf Hoppe reduziertes Spiel seine Wirkung beim Zuschauer entfalten konnte – etwa durch den Einsatz seiner hauchigen Stimme. Für unterschätzt hält Elstermann den Part des Pferdeliebhabers Hoppe in Indianerfilmen. Ob unter Indianern, als Clown oder als Bösewicht: Er habe es verstanden, das Publikum in seinen Bann zu schlagen.

Diese großartige Szene: Wenn aus seiner Massigkeit, seiner scheinbaren Sanftheit, aus dieser Figur plötzlich die Brutalität hervorbricht, das werde ich nie vergessen. Das war einer der größten Kinoaugenblicke meines Lebens überhaupt.

Knut Elstermann über Rolf Hoppe

Anläßlich des Todes von Rolf Hoppe zeigt das MDR Fernsehen folgende Filme mit ihm: Sa 17.11., 16.30: Apachen (Spielfilm, DDR 1973)
So 18.11., 15.45: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (Märchen, Tschechoslowakei/DDR 1973)
Mo 19.11., 22.35: Mephisto (Spielfilm H/BRD/A 1981, oscarprämiert)
Mo 19.11., 0.55: Rolf Hoppe – Im Herzen ein Clown (Porträt)
Mi 21.11., 22.05: Tatort –Tödlicher Galopp (1997)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. November 2018 | 11:30 Uhr