Rosemarie Schuder. Eine ältere Frau sitzt an einem Tisch vor einem Mikrofon. Schwarzweissbild.
Rosemarie Schuder 2017 auf der Leipziger Buchmesse. Bildrechte: Andreas Peter

Trauer um Schriftstellerin Rosemarie Schuder ist tot

Rosemarie Schuder. Eine ältere Frau sitzt an einem Tisch vor einem Mikrofon. Schwarzweissbild.
Rosemarie Schuder 2017 auf der Leipziger Buchmesse. Bildrechte: Andreas Peter

Die Schriftstellerin Rosemarie Schuder ist tot. Sie starb bereits am 5. Mai im Alter von 89 Jahren in Berlin, wie ihr Verleger Andreas Peter MDR KULTUR mitteilte. Schuders Bücher erlebten in der DDR eine Millionenauflage, außerdem war sie Mitglied im Hauptvorstand der Ost-CDU.

Rosemarie Schuder wurde am 24. Juli 1928 in Jena geboren. Ihre Karriere begann sie dort zunächst als Journalistin, bis ein Besuch im Naumburger Dom sie zu ihrem ersten Buch brachte: Der unbekannte Meister, der die Stifterfiguren für den Dom geschaffen hatte, ließ sie nicht mehr los. Schuder schrieb "Der Ketzer von Naumburg" und landete damit einen Erfolg, das Buch ist bis heute in 22 Auflagen erschienen. Es folgten historische Romane unter anderem über Johannes Kepler, Michelangelo und Hieronymus Bosch.

Aufarbeitung des deutschen Antisemitismus

1958 heiratete Schuder den Holocaust-Überlebenden Rudolf Hirsch, der sich später als Berichterstatter von den Frankfurter Ausschwitzprozessen einen Namen machte. Mit ihm verfasste sie das Werk "Der gelbe Fleck. Wurzeln und Wirkungen des Judenhasses in der deutschen Geschichte", für das beide 1988 mit dem Nationalpreis der DDR geehrt wurden.

In den letzten Lebensjahren veröffentlichte Rosemarie Schuder einige Biografien über Akteure des 19. Jahrhunderts, so über Bismarcks Gegenspieler und Streiter gegen Antisemitismus Eduard Lasker und Ludwig Bamberger. Ihr letztes Buch widmete sie Luthers radikalem Doktorvater Andreas Bodenstein.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 11. Mai 2018 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2018, 14:40 Uhr