Bühnen-Streit in Halle TOOH-Chef Rosinski vorzeitig freigestellt

Oper Halle
Der Streit an den Bühnen Halle schwelt inzwischen seit Jahren. Bildrechte: dpa

Stefan Rosinski wird vorzeitig und mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer der Bühnen Halle freigestellt. Das hat der Aufsichtsrat der Theater Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH) am Dienstag in einer Sondersitzung beschlossen. Als Geschäftsführerin fungiert nun Uta van den Broek.

Zweite Geschäftsführerin frühzeitig ernannt

Stefan Rosinski, 2009
Stefan Rosinski (Aufnahme von 2009) Bildrechte: imago/DRAMA-Berlin.de

Sie war am 12. Juni vom Aufsichtsrat als zweite Geschäftsführerin ernannt worden, um Stefan Rosinski zur Seite zu stehen, dessen Vertrag 2021 ausläuft. Uta van den Broek ist die Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Puppentheaters der Stadt Halle und arbeitet als Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin. Sie ist eine von insgesamt 17 Kandidaten, die sich auf Rosinskis Posten beworben haben.

Gegen diese Ernennung einer zweiten Geschäftsführerin wollen sich allerdings die Aufsichtsräte Ulrike Wünscher (CDU), Katja Müller (Linke) und Detlef Wend (Mitbürger) juristisch wehren, berichtet die MZ. "Dadurch wird das noch nicht abgeschlossene Auswahlverfahren für einen neuen Geschäftsführer unterlaufen und der Entscheidung des Gesellschafters über die künftige Leitungsstruktur der GmbH vorgegriffen", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Wiegand: "Personeller Neuanfang"

Halles Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand begrüßte dagegen die Entscheidung: "Der Aufsichtsrat hat sich mit Mehrheit zu einem personellen Neuanfang bekannt. Zu heftig standen interne Diffamierungen im Mittelpunkt des öffentlichen Geschehens. Mit der Bestellung der halleschen Wirtschaftsprüferin Uta van den Broek als Geschäftsführerin hat der Aufsichtsrat diesen Neuanfang eingeleitet."

Update 25. Juli 2020: Stadt reagiert auf Kritik Uta van den Broek wird als zweite Geschäftsführerin vorerst nur für eine geringfügige Aufwandsentschädigung arbeiten. Das teilte die Stadtverwaltung mit und reagierte damit auf die Kritik mehrerer Stadtrats-Mitglieder. Der Schritt ist Ergebnis eines Gesprächs von van den Broek mit Oberbürgermeister Bernd Wiegand. Wiegand betonte, so entstünden der TOOH keine unangemessenen Kosten durch ein zweites Geschäftsführer-Gehalt. Van den Broek sagte, sie wolle durch den Schritt die Gesellschaft unterstützen und einen vertrauensvollen Start ermöglichen.

Oliver Wusterhausen als Stellvertreter

Zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Gesellschaft hatte der Aufsichtsrat in der Sitzung am 12. Juni 2020 zudem Oliver Wusterhausen als Stellvertreter der Geschäftsführung bestätigt.

Rosinski war seit Mitte 2016 im Amt. Seitdem stand er wiederholt in der Kritik. Vor allem wurde ihm vorgeworfen, das Betriebsklima an den Häusern der TOOH stark beschädigt zu haben.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 23. Juni 2020 | 15:30 Uhr