Weltmusik in der Provinz Die wichtigsten Fragen zum Rudolstadt-Festival

Die Augsburger Band Revelling Crooks beim Rudolstadt-Festival 2019.
Die Augsburger Band Revelling Crooks beim Rudolstadt-Festival 2019. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wann findet das Rudolstadt-Festival 2023 statt?

Das Rudolstadt-Festival findet jährlich am ersten Wochenende im Juli statt, das nächste Mal vom 6. bis 9. Juli 2023.


Was ist für das Festival 2023 zu erwarten?

Länderschwerpunkt soll 2023 Kuba sein. Das konkrete Programm für das Rudolstadt-Festival 2023 wurde bisher allerdings noch nicht bekanntgegeben – wir informieren hier darüber.


Was kosten die Tickets?

Der Vorverkauf für das Rudolstadt-Festival 2023 beginnt am 1. Februar 2023. Die Preise bleiben im Vergleich zum Vorjahr gleich. Eine Dauerkarte für alle vier Tage und Konzerte soll 120 Euro kosten, Menschen mit Hauptwohnsitz im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zahlten 63 Euro. Eine Juniorkarte (7 bis 16 Jahre) kostete zuletzt ebenfalls 63 Euro (für junge Menschen aus dem Landkreis 31,50 Euro).

Für Reisende mit Zelt, Wohnmobil und/oder Auto gibt es jeweils gesonderte Kombi-Karten, ebenso für Übernachtungen in einer Gemeinschaftsunterkunft (Turnhalle) auf auf dem Gelände eines Freibades. Neben Dauerkarten gab es auch Innenstadtkarten für nur einen Tag, erhältlich vor Ort für jeweils 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.


Welche Bedeutung hat das Rudolstadt-Festival?

Das Rudolstadt-Festival ist Deutschlands größtes Festival für Folk-, Roots- und Weltmusik. Seine Premiere erlebte es im Juli 1991, (neu-)gegründet von einem deutsch-deutschen Organisationsteam, anfangs als Tanz&FolkFest, später TFF Rudolstadt und seit 2016 als Rudolstadt-Festival.

Heute gehört das Rudolstadt-Festival zu den bedeutendsten Festivals seiner Art in Europa. Jedes Jahr gastieren Solist*innen, Bands und Ensembles von mehreren Kontinenten, etablierte Künstler*innen ebenso wie Newcomer*innen der unterschiedlichsten Stilrichtungen. Beim letzten öffentlichen Festival 2019 kamen Musiker*innen aus rund 40 Ländern. Während des Festivals wurden mehr als 100.000 Besucher*innen in der thüringischen Kleinstadt gezählt.

Rund 100 in- und ausländische Medien berichten vom Festival. Mehrere öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten zeichnen Konzerte auf. MDR KULTUR lädt Künstler*innen ein und sendet im Radio live aus Rudolstadt. Videojournalist*innen, Webreporter*innen und Fotograf*innen machen die Festivalatmosphäre online nacherlebbar. Kameraleute vom MDR-Landesfunkhaus Thüringen drehen einen einstündigen Fernsehfilm über das Festival.


Wo finden die Konzerte statt?

Es gibt mehr als 20 Spielstätten, verteilt über die ganze Stadt. Dazu zählen das Barockschloss Heidecksburg, der Marktplatz, die Stadtkirche, das Theater, die Bibliothek, der Handwerkerhof sowie mehrere Freilichtbühnen und das Tanzzelt im Heinepark am Ufer der Saale. Nachtschwärmer*innen können dort bis in die frühen Morgenstunden Konzerten lauschen – und tanzen. Musiziert wird auch auf der Straße, in öffentlichen und in privaten Gärten.


Was bietet das Rahmenprogramm?

Zusätzlich zu den rund 300 Konzerten bietet das Festival Tanz-, Gesangs- und Instrumental-Workshops, Vorträge und Ausstellungen. Unterhaltsame Liedgeschichte vermittelt das "Songposium". Im Instrumentenbau-Zentrum kann man schauen, probieren und kaufen. Am Wochenende wartet auf die Jüngsten ein fantasievolles Kinderfest im Heinepark.


Was gibt es für ein Hygienekonzept?

Nach Angaben der Veranstalter gab es 2022 keine coronabedingten Beschränkungen. Für Veranstaltungen in Innenräumen wurde aber empfohlen, freiwillig eine Maske zu tragen.


Welche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es?

Hotels und Pensionen sind während des Festivals im weiten Umkreis ausgebucht. Dafür werden in dieser Zeit in Rudolstadt mehrere Zelt- und Caravanplätze eingerichtet. Die Übernachtungen dort sowie in einer Drei-Felder-Sporthalle können nur in Kombination mit einem 4-Tages-Festival-Ticket online gebucht werden (siehe oben).


Wie komme ich nach Rudolstadt?

Die thüringische Kleinstadt an der Saale ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Deutsche Bahn und Abellio fahren von Leipzig bzw. Halle über Jena nach Rudolstadt, auf der Strecke von Nürnberg her verkehrt der Franken-Thüringen-Express. Ab Erfurt und Weimar kann man den Kombus nehmen, ab Berlin den Flixbus. Bahnhof und Busbahnhof sind nur fünf Gehminuten vom Rudolstädter Marktplatz entfernt. Anreise mit Pkw über die A4 Dresden-Frankfurt, die A9 Berlin-Nürnberg-München bzw. die A71 Erfurt-Schweinfurt. Von drei P+R-Parkplätzen an den Zufahrtsstraßen nach Rudolstadt ist das gesamte Festivalgelände durch Shuttle-Busse zu erreichen, für Karteninhaber ist das kostenlos.


Woher kommt die Folk-Tradition in Rudolstadt?

Das Rudolstadt-Festival hat eine Vorgeschichte in der DDR, denn bereits im Jahr 1955 fand hier das "1. Fest des deutschen Volkstanzes" statt. Dieses wurde zu einem DDR-Tanz- und Folklorefest mit Schwerpunkt auf osteuropäischer Musik und bestand bis 1989. Der Name des Treffens änderte sich mehrfach, aus dem Fest des deutschen Volkstanzes wurde u.a. das Tanz- und Musikfest des Bezirkes Gera und ab 1969 bis 1989 das alle zwei Jahre stattfindende Tanzfest der DDR. Ab den 80er-Jahren spielte zunehmend auch die Folkmusik eine Rolle bei den Veranstaltungen, was den Neustart des Treffens ab 1991 in Rudolstadt inspirierte.


Was ist die "RUTH"?

Erstmals gab es 2022 statt des bisherigen Weltmusikpreises "RUTH" in vier Kategorien nur noch eine Auszeichnung: Musikerinnen und Musiker können die "RUTH" nun ebenso gewinnen wie verdiente Einzelpersonen, Initiativen oder spannende aktuelle Projekte. 2022 bekam den Preis der Humba Efau aus Köln, ein besonderes Karnevals-Projekt von Grafiker und DJ Jan Ü. Krauthäuser, in dem sich u.a. alte kölsche Leeder und afrobrasilianische Widerstandskultur verbinden, zu erleben bei Konzerten, auf CD und als spannende historische Recherche nachzulesen. Ausgezeichnet wurde außerdem der Berliner Publizist Christoph Dieckmann. Der studierte Theologe ist Autor zahlreicher Bücher und schreibt häufig über ostdeutsche Themen, Rockmusik und Fußball, u.a. in der "Zeit". Wegen der Absage der Rudolstadt-Festivals 2020 und 2021 wurden die Preise beim Rudolstadt-Festival 2022 vergeben.

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im Radio: MDR KULTUR | Folk und Welt | mittwochs | 21:00 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 11. April 2022 | 08:30 Uhr