Folk & Welt in Thüringen Rudolstadt: Das Festival ist eröffnet

Rudolstadt ist wieder der Nabel der Folkwelt. Bis zum Sonntag Sonntag wird die kleine Stadt zur Weltmusik-Bühne, mit rund 300 Konzerten, Workshops und Gesprächen. Mit dabei sind The Cat Empire, Soweto Soul oder Höchste Eisenbahn. Gastland ist der Iran. Eröffnet wurde das Festival am Donnerstagabend von Sing the Truth.

Eröffnungskonzert
Das Eröffnungskonzert bestritten Sing the Truth Bildrechte: Holger John/VIADATA

Das 29. Rudolstadt-Festival ist eröffnet. Auf der großen Bühne im Heinepark eröffneten am Donnerstagabend die Sängerinnen Lizz Wright, Angelique Kidjo und Cécile McLorin Salvant mit ihrem Programm "Sing The Truth" Europas größtes Festival für Folk- und Weltmusik. Bis zum Sonntagabend sind rund 300 Konzerte, Workshops und Gespräche geplant, den Abschluss machen dann am Sonntag die Pioniere des Alternative Country, die Cowboy Junkies aus Kanada.

Von Island bis Iran

Damahi
Unangepasst: Damahi aus dem Iran Bildrechte: Damahi

Das Rudolstadt-Festival ist bekannt für seine Vielfalt, was die Herkunft der Musiker und die Genres angeht. Von Island über Iran bis zur Osterinsel – so beschreiben die Organisatoren die Route der musikalischen Reise 2019. Im Länderschwerpunkt verschaffen sich neun Ensembles aus dem Iran Gehör. Sie knüpfen an jahrhundertealte Traditionen an, präsentieren aber auch Lieder, die vom politischen Protest in dem Land erzählen, so wie Damahi. Dass es dort eine lebendige Kulturszene gibt, die sich bemüht, "einen eigenen Weg zu finden", will Programmdirektor Bernhard Hanneken zeigen. Auf der Bühne stehen u.a. Komponist, Tar- und Setar-Spieler Hamid Motebassem oder Mahdieh Mohammadkhani, die zu den bekanntesten Stimmen des Iran gehört. Auch der Sänger und Gitarrist Shahin Najafi ist zu Gast, er mixt Jazz, Blues, Rock mit persischen Volksliedern. Bekannt wurde Najafi vor allem durch sein Buch und den gleichnamigen Dokumentarfilm "Wenn Gott schläft". Wegen Todesdrohungen musste er 2012 abtauchen, damals machten ihn seine zornigen Rap-Songs zur Stimme der Jugend im Iran. Inzwischen lebt Najafi in London.

Crossover: Flamenco aus Südtirol, Ska mit The Cat Empire aus Melbourne

The Cat Empire
The Cat Empire aus Melbourne mit Ska und Jazz Bildrechte: dpa

Das Rudolstadt-Festival steht immer für spannendes Crossover. Es gibt Flamenco aus Südtirol und Reggae aus Schweden: Das Herbert Pixner Projekt gehört zu den gefragtesten deutschsprachigen Acts derzeit. The Cat Empire gehört zu den bekanntesten Bands beim Rudolstadt-Festival. Die sechs Musiker aus Melbourne haben einen Sommer-Mix aus Ska, Reggae, Jazz und Latin im Gepäck. Der jüngste Sohn von Afrobeat-Legende Fela Kuti, Seun, kommt mit voller Funk-Force. Mit Ranky Tanky nehmen fünf Musiker aus Charleston, South Carolina die afro-kreolische Rootskultur ihrer Region und würzen sie mit Jazz, Blues und R'n'B. Township Jive war der internationale Erfolgssound der Mahotella Queens. Soweto Soul bringt nun die nächste Generation aus Südafrika – mit Rapper Zulu Boy oder Sängerin Weza – nach Thüringen. Und Indiepop aus Berlin gibt es mit Die Höchste Eisenbahn dort auch.

Preise, Sonderprogramme, neue Partnerschaft

Kinderfest Laulupidu Drechselbank
Immer was zu tun: Für die Kinder auf dem Festival Bildrechte: MDR/Holger John

Während des Festivals wird außerdem der Weltmusikpreis RUTH verliehen. Die Auszeichnung geht diesmal an den Münchner Hackbrett-Spieler Rudi Zapf. Wie immer gibt es ein großartiges Programm für Kinder. Die 29. Auflage des Festivals markiert außerdem den Auftakt einer neuen Partnerschaft: Die European Broadcasting Union (EBU) feiert den 40. Geburtstag ihres Folk Festivals in Rudolstadt und bringt ausgewählte Musiker und Musikerinnen nach Thüringen.

Mehr zum Rudolstadt-Festival

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Folk & Welt | 03. Juli 2019 | 20:00 Uhr

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