Zu Himmelfahrt | Leipzig | Folkstanz mit Tradition "Tanzhausfest Leipzig"

tanzende Menschen vor einer Band.
Keine und keinen hält es lange zum Verschnaufen auf den Stühlen. Bildrechte: tanzvolk-leipzig.de

Schwedische Polska und italienische Pizzica

Jedes Jahr zu Himmelfahrt treffen sich rund 300 Tänzer*innen und Musiker*innen zum Leipziger Tanzhausfest, um vier Tage lang Folkmusik aus ganz Europa zu lauschen, den Alltag hinter sich zu lassen – und natürlich – um zu tanzen.

Für sie spielen in der Regel um die zehn Bands aus dem In- und Ausland. Deren musikalisches Repertoire reicht von traditionellen Melodien bis hin zu überraschenden neuen Rhythmen, welche die Zuhörenden selten länger als ein paar Minuten zum Verschnaufen auf den Stühlen sitzen lassen. Meist gibt es einen Bal Folk-Schwerpunkt, der sich aus den vielfältigen Kontakten ins nord-, west- und südeuropäische Ausland ergibt.

Etwas Besonderes ist, dass die meisten der Tänze nicht angeleitet werden, sondern tagsüber durch Workshops und abends von TänzerIn zu TänzerIn weitergegeben werden. Von schwedischen Polskas über italienische Pizzicas, von bretonischen Ketten zur russischen Troika wechseln wir zwischen modernem Bal Folk und den interessantesten Tanzregionen Europas.

Die meisten Musiker*innen sind auch Tänzer*innen, und es ist nicht ungewöhnlich, seinen Tanzpartner oder seine Tanzpartnerin nach der Umbaupause auf der Bühne wiederzusehen.

Lena Thalheim, Vereinsvorsitzende Tanzhaus*Folk e.V.

Auch tanzlustige Kinder kommen nicht zu kurz. Am Sonntag werden geeignete Tänze live von einer der Gastbands gespielt, kindgerecht erklärt und mit den Kindern getanzt. Und wer sich schon zu groß für den Kindertanz fühlt, ist willkommen beim Familientanz.

Leipzig hat eine lange Folk(s)tanz-Tradition

Notentritt aus Halle spielt Anfang 80er Jahre zum Volkstanz
Notentritt aus Halle spielte in den 80er-Jahren beim Leipziger Tanhausfest. Bildrechte: Peter Uhlmann

Seine Premiere erlebte das internationale Tanzhausfest 1986 als jährlicher Höhepunkt für die Folk(s)tanz-Szene in der DDR, organisiert vom Folkklub Leipzig. Die 2.000 Besucher wurden damals mit Sonderstraßenbahnen zu den verschiedenen Spielorten in der Stadt gebracht. Für viele Macher des Rudolstadt-Festivals war das Leipziger Tanzhausfest das erste Event, welches sie gemeinsam organisiert haben.

Aus dem Folkklub Leipzig ging der Tanzhaus*Folk e.V. hervor, der heute das Tanzhausfest veranstaltet, außerdem das ganze Jahr über Tanz- und Musikworkshops, monatliche Konzerte, dazu im Juli die Tanz*Akademie, im September das Tanzfest International sowie, in Zusammenarbeit mit der Landesmusikakademie Sachsen, das Silvester*Folk Festival auf Schloss Colditz. Beim Rudolstadt-Festival arbeiten Vereinsmitglieder bei den Veranstaltungen im Tanzzelt mit.

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio : Folk und Welt | mittwochs | 21:00 Uhr

Lisa Bassenge im Live Sommerkonzert von MDR FIGARO in Leipzig.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK