Rudolstadt-Festival: Marktplatz mit Publikum
Rudolstadt-Festival: Marktplatz mit Publikum Bildrechte: MDR/Holger John

Webchannel Folk im Konzert | 29.12.2017-05.01.2018

Der Webchannel "Folk im Konzert" bringt rund um die Uhr Mitschnitte von Deutschlands größtem Folk-Festival in Rudolstadt. Jeden Freitag ab 10 Uhr können Sie eine Woche lang neue Konzerte erleben und dazu die aktuelle Sendung "Folk und Welt" hören. Hier finden Sie das aktuelle Programm.

von Grit Friedrich

Rudolstadt-Festival: Marktplatz mit Publikum
Rudolstadt-Festival: Marktplatz mit Publikum Bildrechte: MDR/Holger John

Elin Kåven – Sami-Lieder aus Norwegen (Rudolstadt-Festival 2017)

Rudolstadt-Festival 2017 - Elin Kåven Sami-Sängerin aus Norwegen
Rudolstadt-Festival 2017 - Elin Kåven aus Norwegen Bildrechte: Sveinung Gjessing

Ihr Urgroßvater war ein bekannter Schamane und so nimmt sie uns mit auf eine Reise nach Sapmi, ein mystisches Land, denn Elin gehört zu den Sami-Nomaden, die überwiegend nördlich des Polarkreises in Hammerfest leben. Gleichzeitig ist sie von anderen Kulturen fasziniert. Wie eine arktische Fee integriert sie Tanz in die Musik. So lernte sie erst durch das Nachfragen ihres Publikums auch Joiken und die Rahmentrommeln erst später, denn sie fühlte, dass etwas fehlte in ihrem Leben. In Rudolstadt erzählte sie zwischen den Liedern und lautmalerischen Joiks dann viele sympathische Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend, auch darüber, wie sie sich dem lange in Norwegen verbotenen Sami-Erbe angenähert hat.

Mit ihrem Song "Aibbas Jaska / All still" wurde sie Finalistin bei der "International Songwriting Competition" in den USA. In der Jury saßen Leute wie Ozzy Osbourne, Tori Amos, Tom Waits und Robert Smith. 2009 das Debüt "Jikŋon musihkka – Frozen Music", ein meditatives, mystisches Album im modernen Sound. In Rudolstadt wurde sie von einem Geiger und einem Cister-Spieler begleitet.

Laufzeit im Webchannel: Elin Kåven – 59‘55

Bixiga 70  (Brasilien) – TFF Rudolstadt 2013

Bixiga 70
Bixiga 70 Bildrechte: Bixiga70

Bixiga 70 haben sich im Schmelztiegel São Paulo gefunden, hier entstanden seit 2000 viele progressive Bands, die mit dem Tropicalisimo-Sound nicht viel zu tun haben, sondern das multikulturelle Erbe Brasiliens reflektieren und dabei auch über die Grenzen von Südamerika hinausgehen. Man wolle "Instrumentalmusik auf die Straße bringen, Körper und Geist befreien". Die Sounds und die Verteilung auf die einzelnen Instrumente sind so gut durchmischt, dass in der Melodieführung nie was zu fehlen scheint. Orgel, Gitarre, Trompete und Saxophone wechseln sich ab.

Afrobeat trifft äthiopischen Jazz

Wer diese Band einmal live erlebt hat, wünscht sich mehr von dieser flirrenden Musik und ihrem tanzaffinen Klang. Diese Musiker kennen die afrobrasilianischen Traditionen ganz genau. Es gibt neben einer erstaunlich dicht agierenden Bläsersektion immer wieder den durchdringenden Klang von Ilú-Trommeln. Die spielen eine wichtige Rolle bei den mit Musik und Tanz verbundenen Riten der afrobrasilianischen Candomblé-Religion, die im nördlichen Bundesstaat Pernambuco weit verbreitet ist.

Candomblé-Prozession in Bixiga, einem Stadtviertel im Zentrum von Sao Paulo (Brasilien)
Candomblé-Prozession in Bixiga, dem Stadtviertel im Zentrum von Sao Paulo, nach dem sich die Band benannt hat Bildrechte: IMAGO

Bixiga 70 war 2013 das erste Mal in Deutschland, und die zehnköpfige Band spielte da gleich auf dem größten Festival für Musik dieser Welt in Rudolstadt. Man hörte da eine so energetische wie polyrhythmische Musik. Auf ihrem aktuellen Album "III" setzt die brasilianische Instrumentalband ihre Suche nach einem eigenen Ausdruck fort. Stand ihr Debüt im Zeichen von Afrobeat, hört man jetzt mehr Jazz aus Addis Abeba.

Laufzeit im Webchannel: Bixiga 70 – 59‘15

CD-Tipp: Bixiga 70: "III" (Glitterbeat/Indigo)

Folk und Welt - die Sendung vom 27.12.2017

Die World Music Charts Europe mit Grit Friedrich

Maria Kalaniemi und Eero Grundström
Zu den 2017 meistgespielten CDs gehörte "Svalan" von Maria Kalaniemi & Eero Grundström (Finnland) Bildrechte: Elina Brotherus

Was lag im letzten Monat am häufigsten auf den Plattentellern europäischer Radio-DJs zwischen London, Paris, Madrid, Moskau und Athen? Die Europäischen Weltmusikcharts werden seit 1991 ermittelt. Sie ergeben sich aus den Playlists von rund 50 Weltmusik-Sendungen in ganz Europa und werden in Berlin ausgewertet.

Das Besondere an dieser letzten Sendung "Folk und Welt" 2017: Diesmal gibt's nicht nur die meistgespielten Stücke des Monats, sondern des ganzen Jahres.

Laufzeit im Webchannel: Folk und Welt – 61‘27

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2018, 11:13 Uhr

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