RUTH 2017 Die Gewinner des Deutschen Weltmusikpreises

Der Hauptpreis des Deutschen Weltmusikpreises Ruth 2017 ging an den bayerischen Liedermacher Georg Ringsgwandl. Geehrt wurden außerdem Banda Internationale aus Dresden, die Wiener Band Alma und der Schweizer Musikethnologe Max Peter Baumann.

Der Deutsche Weltmusikpreis RUTH wurde am 8. Juli im Rahmen des Rudolstadt-Festivals verliehen. Er wird jährlich von MDR KULTUR federführend für weitere öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, dem Trägerkreis "creole" und dem Rudolstadt-Festival ausgelobt und ist mit insgesamt 11.500 Euro dotiert.

Hauptpreis für Georg Ringswandl

Wie das Rudolstadt-Festival mitteilte, haben Georg Ringsgwandls scharfer Blick und seine schwarzhumorigen Songs die Jury überzeugt. In diesem Jahr erhielt er darum den Hauptpreis des Weltmusikpreises RUTH.

Sein Weg vom promovierten Kardiologen mitten in die Herzen und Hirne seiner heutigen Fans begann schon vor über 30 Jahren. Allein schon die Fähigkeit - so die Jury - seine Heimat Bayern künstlerisch ganz und gar zu erfassen, ihre Eigenheiten seinen Landsleuten vor Augen zu führen und sie den anderen - den Nichtbayern - verständlich zu machen, rechtfertigt den Preis.

MDR KULTUR-Redakteur und Jury-Mitglied Peter Eichler

Georg Ringswandl begann seine Karriere als Arzt, nebenbei trat er mit seinen Musik-Kabarettprogrammen auf, nahm am Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil und er schrieb ein Musical. Bereits 1987 erhielt er den Salzburger Stier, den renommiertesten Kabarettpreis im deutschsprachigen Raum. Schließlich entschied sich Ringswandl vor zwanzig Jahren vollends für die Musik und beendete seine Medizinerkarriere. Seine Musik ist heute akustisch, seine Texte sind nachdenklich. Er sei "ein Seismograph mitmenschlicher Befindlichkeiten und Abgründe", heißt es im Programmheft des Rudolstadt-Festivals.

Förderpreis für Banda Internationale

Die Dresdner Brass-Band vereint um die zwanzig Musiker aus Deutschland, dem Iran, Irak, aus Syrien und Burkina Faso. In ihrer Musik fließen traditionelle und zeitgenössische Klänge aus den Herkunftsländern aller Künstler zu einem ganz eigenen Stil zusammen. Der Förderpreis würdigt sowohl ihr musikalisches als auch politisches Engagement. Mit ihrer "neuen Heimatmusik fürs Volk", wie die RUTH-Jury den Stil der Band betitelt, wollen die jungen Musiker helfen, Vorurteile abzubauen und Verständnis aufzubauen. Dafür erhielten sie bereits den Preis des Bundeskultusministeriums 2016 sowie den Sächsischen Förderpreis für Demokratie und den Sächsischen Preis für soziokultuelles Engagement.

Ihr Engagement gegen nationalistische Tendenzen und Fremdenfeindlichkeit überzeugte die Jury, der vor allem das Konzept gefiel, Musikanten, die als Flüchtlinge ins Land gekommen sind, in die Band zu integrieren.

MDR KULTUR-Redakteur und Jury-Mitglied Peter Eichler

Ehrenpreis für Max Peter Baumann

Der Musikethnologe Max Peter Baumann - RUTH-Preisträger fürs Lebenswerk 2017
Der Musikethnologe Max Peter Baumann - RUTH-Preisträger fürs Lebenswerk 2017 Bildrechte: Agentur

Der Schweizer Prof. Max Peter Baumann bekam in diesem Jahr die Ehren-RUTH für sein Lebenswerk als Musikethnologe. Der Wissenschaftler leitete knapp zehn Jahre lang das Internationale Institut für Traditionelle Musik in Berlin und lehrte in Bamberg, Berlin und Würzburg sowie als Gastprofessor in Göttingen, Zürich und New York. Er gab unter anderem die Reihe "the world of music" heraus und ist noch heute Herausgeber der "Intercultural Music Studies". Die Schwerpunkte seiner Forschung waren unter anderem die interkulturelle Musikforschung, Forschungen zum Hören, die Musik der Alpenländer, Lateinamerikas, Boliviens und der Sinti und Roma. Aktuell forscht der 73-Jährige zur Entstehung traditioneller Musik in Zeiten der Globalisierung.

Sonderpreis für Alma

Der Sonderpreis des Deutschen Weltmusikpreises RUTH 2017 ging an das österreichische Quintett Alma. Die Band hat die Jury durch ihren experimentellen Umgang mit Jazz, Volksmusik und Klassik überzeugt. Die vier Musikerinnen und ein Musiker verwandeln alpenländische Musiktradition zeitgemäß und kreativ in neue Formen.

Flieg Seele, flieg. Fünf Musiker aus Österreich lassen ihre Seelen (span.: almas) fliegen und musikalische Grenzen überwinden. Eigene Grundierungen in Jazz, Volksmusik und Klassik werden so zu Ausgangspunkten lustvollen Experimentierens.

Jury-Begründung

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio und Fernsehen:

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2017, 00:00 Uhr

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