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Erstmals stellt Sachsen-Anhalt 2,8 Millionen Euro für Industriekultur bereit. Unter anderem soll das Technikmuseum Magdeburg zu einem Zentrum für Industriekultur umgebaut werden. Bildrechte: MDR/Tom Kühne

KulturpolitikKultur in Sachsen-Anhalt bekommt mehr Geld

Stand: 19. Mai 2022, 13:58 Uhr

Sachsen-Anhalt baut seine Kulturförderung aus. Im laufenden Jahr sind dafür im Haushalt knapp 31 Millionen Euro mehr vorgesehen als im Vorjahr. Besonders bei Denkmalpflege und Industriekultur soll es voran gehen.

Sachsen-Anhalt stellt in diesem Jahr 161,8 Millionen Euro für die Kulturförderung zur Verfügung. In einer Mitteilung der Staatskanzlei heißt es, damit seien die Mittel im Vergleich zu 2021 um 30,9 Millionen Euro erhöht worden. Der sachsen-anhaltische Landtag hatte am Mittwoch den Haushalt für das Jahr 2022 mit einem Volumen von rund 13 Milliarden Euro beschlossen.

Kulturminister Rainer Robra (CDU) sagte laut der Mitteilung, die zusätzlichen Haushaltsmittel seien "ein Beleg dafür, welche Bedeutung der Kulturszene beigemessen wird, auch jenseits der Corona-Pandemie". Der Haushalt 2022 biete die Rahmenbedingungen für eine vielfältige und lebendige Kulturlandschaft. Den Angaben zufolge soll unter anderem eine halbe Million Euro zusätzlich in Musikschulen fließen, um weitere Lehrkräfte einstellen zu können. "Ausbildung und Förderung des musikalischen Nachwuchses sind uns ein wichtiges Anliegen", so Robra.

Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

Millionen für die Denkmalpflege

Für den Bereich der allgemeinen und der UNESCO-Denkmalpflege sollen 8,8 Millionen Euro bereitstehen. Damit könne ein Sanierungsstau angegangen und in das kulturelle Erbe des Landes investiert werden. In den vergangenen Jahren habe es viele Anträge gegeben, doch nur ein kleiner Teil der Projekte habe umgesetzt werden können, so Robra: "Zur Abarbeitung des Sanierungsstaus wollen wir daher zusätzliche Mittel in unser kulturelles Erbe investieren. Auch können größere Sanierungsvorhaben jetzt konsequenter vorangebracht werden."

In der Burg Ummendorf befindet sich das Börde-Museum Bildrechte: MDR/Frank Stuckatz

Erstmals stehen laut Staatskanzlei 2,8 Millionen Euro für die Entwicklung der Industriekultur zur Verfügung. Damit werde unter anderem der Umbau des Technikmuseums Magdeburg zu einem Zentrum für Industriekultur gefördert. Auch das Deutsche Chemie-Museum in Merseburg und das Börde-Museum Burg Ummendorf sollen davon profitieren.

Auch kleinere Kulturprojekte bekommen mehr Geld

Laut der Mitteilung erhalten zudem die Landeskulturstiftungen 60,6 Millionen Euro, davon gut 24 Millionen für Investitionen. In diesem Rahmen bekommen auch die Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz zusätzliche Mittel in Höhe von 536.000 Euro, um die Betreuung der UNESCO-Weltkulturerbestätten zu unterstützen.

Außerdem kündigte Robra zusätzliche Mittel für eine Reihe kleinerer Projekte, darunter die "Kulturbrücke", ein dreitägiges Fest mit Musik, Literatur und Kunst in Magdeburg, das 9.000 Euro bekommen soll. Die Mittel der freien Theaterszene des Landes würden um 150.000 Euro auf 454.000 Euro aufgestockt.

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 19. Mai 2022 | 06:30 Uhr