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Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Kulturminister Rainer Robra Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

Öffnung von Kinos, Theatern und Co.

Sachsen-Anhalt-Plan: Wie Kultur wieder hochgefahren werden soll

Stand: 23. Februar 2021, 18:45 Uhr

Die Kulturszene steckt wegen der Corona-Pandemie seit Monaten im Dauerlockdown. Nun legt das Land Sachsen-Anhalt einen konkreten Plan für Öffnungen vor – basierend auf Inzidenzwerten. Bevor das Papier endgültig beschlossen wird, sollen auch Kulturschaffende zu den Ideen gehört werden.

Sachsen-Anhalt hat in der Corona-Pandemie einen konkreten Plan zur Öffnung kultureller Einrichtungen vorgelegt. Wie Kulturminister Rainer Robra am Dienstag erklärte, sieht der Entwurf der Landesregierung unter anderem vor, Museen oder Gedenkstätten zu öffnen, wenn die sogenannte 7-Tage-Inzidenz fünf Tage hintereinander stabil unter 50 liegt. Zudem sollen vor einer möglichen Öffnung weitere Erkenntnisse, etwa zur Auslastung des Gesundheitssystems, einfließen.

Museen und Gedenkstätten zuerst

Das Land Sachsen-Anhalt will Robra zufolge anhand eines Stufenplans Perspektiven in der Pandemie ermöglichen. Für die Kulturszene sieht der sogenannte Sachsen-Anhalt-Plan vor, neben Museen und Gedenkstätten in einem ersten Schritt auch Bibliotheken, Archive, Galerien, Planetarien sowie Musik- und Kunstschulen zu öffnen. Dies soll der Fall sein, wenn der Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter 50 liegt. In Museen, Galerien oder Planetarien müssten Tickets dann allerdings im Vorfeld im Internet gebucht werden. Robra sagte, auf diese Weise sollten Warteschlangen vermieden werden.

Inzidenzwert unter 35 für Kinos und Konzerte

Das Luchskino könnte bei einer stabilen Inzidenz unter 35 öffnen Bildrechte: imago/VIADATA

Theater, Kinos oder Konzerthäuser zwischen Arendsee und Zeitz sollen demnach geöffnet werden dürfen, wenn die Inzidenz fünf Tage lang stabil unter 35 liegt. Dem Minister zufolge dürfen dann bis zu 250 Gäste empfangen werden. Auch Literaturhäuser oder soziokulturelle Zentren sollen erst ab einer Inzidenz unter 35 wieder öffnen dürfen. Weitaus härtere Regeln müssen Chöre erfüllen: Sie sollen dem Plan zufolge erst dann wieder ohne besondere Abstandsregeln proben und auftreten dürfen, wenn die 7-Tage-Inzidenz drei Wochen unter 35 liegt. Dasselbe gilt für größere Kulturveranstaltungen mit bis zu 500 Besucherinnen und Besuchern unter freiem Himmel. Kulturelle Outdoor-Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Gästen sollen der Regierung zufolge erlaubt werden, wenn der Kennwert sechs Wochen lang stabil unter 35 liegt.

Meinung der Kulturschaffenden gefragt

Kulturminister Robra erklärte, dass in den sogenannten Sachsen-Anhalt-Plan auch praktische Erfahrungen aus der Kulturszene einfließen sollen. Das Land will Vertreterinnen und Vertreter der Szene kontaktieren und um Rückmeldung bitten. Verbände und Kulturschaffende hätten dann bis Ende dieser Woche Zeit, dem Land ihre Anmerkungen oder Gegenvorschläge rückzumelden. Final beschlossen werden soll der Lockerungsplan kommende Woche Dienstag. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff will das Papier anschließend in der Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin vorstellen. Das nächste Treffen zum weiteren Umgang mit der Pandemie ist für kommende Woche Mittwoch geplant.

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. Februar 2021 | 19:00 Uhr