Otto Dix: Sketch, 1922, Radierung, 39,4 x 29,7 auf 49,8 x 43 cm
Otto Dix: Sketch, 1922, Radierung, 39,4 x 29,7 auf 49,8 x 43 cm Bildrechte: Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Bedeutsame Neuerwerbungen Werke aus ehemaliger Sammlung Bienert in Dresden

Die Städtische Galerie Dresden hat bedeutende Werke der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts erstanden, darunter Bilder von Otto Dix, Emil Nolde und Conrad Felixmüller. Sie stammen aus der Sammlung Bienert und sind nun in einer Sonderausstellung zu sehen.

Otto Dix: Sketch, 1922, Radierung, 39,4 x 29,7 auf 49,8 x 43 cm
Otto Dix: Sketch, 1922, Radierung, 39,4 x 29,7 auf 49,8 x 43 cm Bildrechte: Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Zahlreiche erworbene Werke aus der ehemaligen Sammlung Bienert gibt es in einer Sonderausstellung der Städtischen Galerie Dresden zu sehen. Es handelt sich um ein Konvolut von Werken der Klassischen Moderne, teilte die Galerie am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Dresden mit. Ausgestellt werden Werke von Otto Dix, Emil Nolde und Conrad Felixmüller. Zudem erhielt die Städtische Galerie als Schenkung Zeichnungen und druckgrafische Blätter von Otto Dix, Conrad Felixmüller, Josef Hegenbarth, Robert Henze, Walter Jacob, Fritz Maskos und Albert Wigand.

Einige der ausgestellten Werke aus der Sammlung Bienert

Die Städtische Galerie Dresden hat Werke der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts erstanden, darunter Bilder von Otto Dix, Emil Nolde und Conrad Felixmüller. Sie stammen aus der Sammlung Bienert und werden nun ausgestellt.

Otto Dix: Maud Arizona (Suleika), 1922, Radierung, 30 x 19,8 auf 49,8 x 43 cm
Otto Dix: Maud Arizona (Suleika), 1922, Radierung, 30 x 19,8 auf 49,8 x 43 cm Bildrechte: Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Otto Dix: Maud Arizona (Suleika), 1922, Radierung, 30 x 19,8 auf 49,8 x 43 cm
Otto Dix: Maud Arizona (Suleika), 1922, Radierung, 30 x 19,8 auf 49,8 x 43 cm Bildrechte: Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Otto Dix: Sketch, 1922, Radierung, 39,4 x 29,7 auf 49,8 x 43 cm
Otto Dix: Sketch, 1922, Radierung, 39,4 x 29,7 auf 49,8 x 43 cm Bildrechte: Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Albert Wigand, Stillleben mit zwei Krügen, o. J. (1940er Jahre), Gouache, 35 x 49,2 cm
Albert Wigand, Stillleben mit zwei Krügen, o. J. (1940er Jahre), Gouache, 35 x 49,2 cm Bildrechte: Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Conrad Felixmüller: Flucht und Zuflucht, 1916/17, Bleistift, farbige Kreiden, Aquarell, 39 x 28,5 cm, Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Conrad Felixmüller: Flucht und Zuflucht, 1916/17, Bleistift, farbige Kreiden, Aquarell, 39 x 28,5 cm, Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Bildrechte: Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Conrad Felixmüller: Porträt Ludwig Meidner und Raoul Hausmann, 1915, Tusche, Feder, 59,4 x 46,1 cm, Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Conrad Felixmüller: Porträt Ludwig Meidner und Raoul Hausmann, 1915, Tusche, Feder, 59,4 x 46,1 cm, Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Bildrechte: Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček
Aus der Grafikmappe „Dresdner Sezession – Gruppe 1919“, 1920 Otto Lange, Selbst bei Nacht im Atelier, 1920, Linolschnitt, 33,4 x 40,3 auf 58,5 x 48,9 cm
Aus der Grafikmappe „Dresdner Sezession – Gruppe 1919“, 1920
Otto Lange, Selbst bei Nacht im Atelier, 1920, Linolschnitt, 33,4 x 40,3 auf 58,5 x 48,9 cm
Bildrechte: Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček
Alle (6) Bilder anzeigen

Bereits vom 15. Juni bis 15. September 2019 waren in der Sonderausstellung "Signal zum Aufbruch!" Grafiken der expressionistischen Künstlergruppe Dresdner Sezession – Gruppe 1919 zu sehen, die ebenfalls für die Städtische Galerie aus der ehemaligen Sammlung Bienert erworben wurden. Bei dem Ankauf wurde das Haus unterstützt durch die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Kulturstiftung der Länder und die Sächsischen Landesstelle für Museumswesen. Laut dem Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Markus Hilgert, wurde mit den Erben der Familie Bienert "ein Kaufpreis vereinbart, der am Kunstmarkt deutlich übertroffen worden wäre.", wofür er der Familie besonders dankt.

… und dann kann man anhand dieser Sammlung auch einen wichtigen Teil politischer Geschichte erzählen. Geschichte von Diktatur, Abwanderung, Grenzbau und Restitution entzogenen Kunstgutes und dann eben Rettung und Sicherung aufgrund der Großzügigkeit der Erben.

Galeriedirektor Gisbert Porstmann zu MDR KULTUR

Die Sammlung Bienert

Aus der Grafikmappe „Dresdner Sezession – Gruppe 1919“, 1920 Otto Lange, Selbst bei Nacht im Atelier, 1920, Linolschnitt, 33,4 x 40,3 auf 58,5 x 48,9 cm
Otto Lange, Selbst bei Nacht im Atelier, 1920, Linolschnitt, 33,4 x 40,3 auf 58,5 x 48,9 cm Bildrechte: Städtische Galerie Dresden, Foto: Franz Zadniček

Die Kunstsammlung Bienert stammt von Friedrich Bienert, dem Sohn der Dresdner Mäzenin Ida Bienert (1870-1965). Als dieser 1952 aus der DDR in den Westen übersiedelte, blieb seine Sammlung zunächst in der Elbestadt zurück.

Bienerts Erben erhielten die Werke 2004 zurück, woraufhin sich die Dresdner Galerie intensiv für einen Verbleib in Dresden einsetzte, so Galeriechef Gisbert Porstmann. "Wir haben sofort verhandelt", erklärte er.

Die mit dem Ankauf verbundene Schenkung steht in der Tradition des engagierten und mäzenatischen Wirkens der kunstaffinen Familie Bienert für die Stadt Dresden.

Katja Margarethe Mieth, Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen

Dresdner Verluste durch Nazi-Aktion "Entartete Kunst"

Durch die Aktion "Entartete Kunst" und Kriegsverluste verloren die Städtischen Sammlungen einen Großteil ihres Bestandes an expressionistischer Kunst der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Dieses Manko wird nun durch den Erwerb der Werke der Sammlung Bienert wenigstens zu einem kleinen Teil wieder aufgeholt. Jedoch bleiben die Verluste durch die nationalsozialistische Beschlagnahmeaktion "Entartete Kunst" enorm für die Stadt.

Durch die Aktion 'Entartete Kunst' und durch Kriegsverluste verlor die Städtische Galerie Dresden, einst ein Leuchtturm moderner Kunst, 98 Prozent ihrer Sammlung progressiver Kunst der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Die Erwerbung eines Konvoluts der ehemaligen Sammlung Bienert kompensiert zumindest einen kleinen Teil der Verluste.

Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder

Die Ausstellung "Aus der ehemaligen Sammlung Friedrich Bienert – Neuerwerbungen für unsere grafische Sammlung"
Städtische Galerie Dresden | Projektraum Neue Galerie
16. August bis 22. September

Das könnte Sie auch interessieren

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 15. August 2019 | 17:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2019, 14:37 Uhr

Abonnieren