Die Schauspielerin Hannelore Elsner
Hannelore Elsner (1942 - 2019) Bildrechte: dpa

Trauer um Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot

Die Schauspielerin Hannelore Elsner
Hannelore Elsner (1942 - 2019) Bildrechte: dpa

Die Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot. Nach Angaben des Anwalts ihrer Familie starb sie bereits am Ostersonntag nach kurzer schwerer Krankheit. Elsner wurde 76 Jahre alt.

Anwalt Matthias Prinz teilte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit: "Als Anwälte der Familie von Hannelore Elsner haben wir die traurige Pflicht, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass Hannelore Elsner überraschend schwer erkrankt und am Ostersonntag friedlich eingeschlafen ist. Wir bitten, aus Respekt vor der Privatsphäre der Familie von weiteren Anfragen Abstand zu nehmen, zumal zu weiteren Details keine Stellung genommen wird."

Elsner spielte in Dutzenden Fernsehfilmen mit und wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bayerischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk und dem Bundesverdienstkreuz. Ihr Filmdebut gab sie 1959 als 17-Jährige an der Seite von Freddy Quinn in "Freddy unter fremden Sternen". In den 60er- und 70er-Jahren trat sie unter anderem in Unterhaltungsfilmen wie "Die Lümmel von der ersten Bank" oder "Pepe, der Paukerschreck" auf, zudem spielte sie in Köln Theater an der Seite von Willy Millowitsch.

Erste westdeutsche Schauspielerin in einem DEFA-Film

Die in Burghausen in Oberbayern geborene Elsner war 1973 auch die erste westdeutsche Schauspielerin in einer Produktion der DEFA. Sie spielte in der Verfilmung von "Aus dem Leben eines Taugenichts" eine Gräfin. Später wurde Elsner durch zahlreiche TV-Serien wie "Das Kriminalmuseum" oder als Kriminalhauptkommissarin Lea Sommer in der ARD-Serie "Die Kommissarin" (1994-2006) bekannt.

Für mich war Hannelore Elsner eine große Abenteuerin, die sich mit Neugier, Hingabe und Tapferkeit in jede Rolle und in ihr Leben gestürzt hat. Ich werde sie sehr vermissen.

Doris Dörrie, Regisseurin

Synchronstimme von Liza Minelli

Henry Hübchen Filmpremiere "Alles auf Zucker!" in Berlin mit Hannelore Elsner
Hannelore Elsner gemeinsam mit Henry Hübchen auf der Premiere von "Alles auf Zucker" Bildrechte: dpa

Ihr größten Erfolge feierte Elsner dann auf der Kinoleinwand. Für ihre Rolle der Hanna in Oskar Roehlers "Die Unberührbare" bekam sie im Jahr 2000 den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Kritikerpreis und den Bayerischen Filmpreis. 2003 erhielt sie erneut den deutschen Filmpreis, diesmal für "Mein letzter Film" von Oliver Hirschbiegel. Große Publikumserfolge wurden unter anderem die Komödie "Alles auf Zucker" (2005) wo sie an der Seite von Henry Hübchen die Frau eines ehemaligen DDR-Sportreporters spielte und "Kirschblüten Hanami" (2008). Zudem arbeitete Elsner als Synchronsprecherin und lieh unter anderem Liza Minelli ihre Stimme.

Elstermann: "Jeder verbindet etwas mit Hannelore Elsner"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich über den Tod Elsners erschüttert und schrieb in einem Kondolenzbrief an den Sohn der Schauspielerin, Deutschland verliere mit Elsner eine "wundervolle Schauspielerin und einen großartigen Menschen". MDR KULTUR Filmkritiker Knut Elstermann würdigte Elsner als "wirklich prachtvolle Frau". Elsners Popularität sei in Deutschland nur vergleichbar mit Iris Berben. Sie habe wahnsinnig viele Filme gemacht, teilwiese "gute Fernsehdutzendware" und nicht alles Meisterwerke, aber Elsner habe sich so auch in die Herzen der Menschen gespielt. Oskar Roehlers "Die Unberührbare" sei ihr größter schauspielerischer Triumph gewesen, zudem habe Elsner immer wieder künstlerische Risiken gewagt, wie etwa einen etwa 90-minütigen Monolog in "Mein letzter Film".

Zuletzt war Elsner in der im März angelaufenen Produktion "Kirschblüten und Dämonen" von Doris Dörrie im Kino zu sehen. Dörrie würdigte Elsner als große Abenteurerin, die sich mit großer Neugier in jede Rolle gestürzt habe. Elsner war drei mal verheiratet und hat gemeinsam mit dem Regisseur Dieter Wedel einen Sohn.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 23. April 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. April 2019, 15:58 Uhr

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