Sa 25.11. 2017 11:05Uhr 55:00 min

MDR KULTUR trifft Felix Ekardt

Jurist, Soziologe und Philosoph, Leipzig

Komplette Sendung

Felix Ekardt bei MDR KULTUR trifft mit Moderator Vladimir Balzer
Bildrechte: MDR/Olaf Parusel
MDR KULTUR - Das Radio Sa, 25.11.2017 11:05 12:00
Kleine aktuelle Bilanz des letzten halben Jahres in Sachen Klimaschutz: Die Jamaika-Gespräche sind gescheitert. Bei den Konfliktthemen Kohlendioxid-Verringerung und Windenergie-Ausbau waren sich Union, FDP und Grüne ein wenig näher in den Positionen gekommen. Neuwahlen könnten das deutsche Klimaschutzziel 2020 jedoch erneut in weite Ferne rückenlassen und einmal mehr die Vorgabe für 2030, die Teil der Zusagen der EU zum Weltklimavertrag von Paris ist. Die USA haben im Sommer das Pariser Klimaschutzabkommen aufgekündigt. Die Staats- und Regierungschefs der übrigen 19 Mitgliedsländer aber bekräftigten auf dem G-20 Gipfel in Hamburg die Unumkehrbarkeit dieses Abkommens. Vor wenigen Tagen nun ging in Bonn die 23. UN-Klimakonferenz zu Ende. Ein Ergebnis sind die verschriftlichten Vorstellungen aller Staaten, wie in Zukunft die nationalen Klimapläne gemessen und umgesetzt werden sollen.

Warum gelingt es und so schwer, uns zu ändern? Warum gelingt die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft nicht? Diesen Fragen geht der Jurist, Soziologe, Philosoph, Religionswissenschaftler Felix Ekardt in seinem jüngsten Buch nach. In „Kurzschluß. Wie einfache Wahrheiten die Demokratie untergaben“, erschienen im Ch. Links Verlag, führt er die Erkenntnisse aus zahlreichen Forschungseinrichtungen zusammen, zeigt Wege für Wandel und Veränderung auf und knüpft damit gewissermaßen an sein vorangegangenes Buch „Wir können uns ändern. Gesellschaftlicher Wandel jenseits von Kapitalismuskritik und Revolution“, erschienen bei Oekom, an, greift unter anderem auf seine jahrelangen wissenschaftlichen Arbeiten als Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig und Berlin.

Zitat
"Meine Bücher generell richten sich eigentlich an Jede und Jeden, weil es Jenseits von Fachpublikationen um Themen geht, die uns alle beschäftigen. Wir alle sind existentiell davon berührt, ob die Demokratie eine Zukunft hat, ob Vernunft und Wahrheit eher Menschheitsgeschichtliche Ausnahmephänomene sind oder unser Leben nennenswert prägen können. Darum geht’s in "Kurzschluß" und in "Wir können uns ändern" geht es darum, was uns antreibt, was uns voranbringt, was Wandel ermöglicht. Das ist ein Thema, daß sich für Jede und Jeden jeden Tag stellt."


Zur Person
In West-Berlin wurde Felix Ekardt 1972 geboren. Von 1991 bis 1997 studierte er in Berlin und Marburg Rechts-, Sozial- und Religionswissenschaft. 1997 legte er sein Erstes Juristisches Staatsexamen in Marburg ab und nach dem Referendariat 1999 in Leipzig das Zweite Staatsexamen. Felix Ekardt promovierte im Jahr 2000 an der Universität Halle und habilitierte sich 2003 an der Universität Rostock in Rechtswissenschaften mit einer interdisziplinären Arbeit zur Theorie der Nachhaltigkeit. 2002 bis 2007 wirkte er als Gastdozent für Philosophie an der Universität Leipzig und 2002 bis 2008 als Juniorprofessor für Öffentliches Recht an der Universität Bremen. Seit 2009 ist Felix Ekardt außerplanmäßiger Professor an der Universität Rostock. Vornehmlich in den letzten Jahren ist er jedoch Leiter der selbst aufgebauten Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig und Berlin. Seit 2013 ist er zudem ehrenamtlicher Landesvorsitzender des BUND Sachsen.