Do 04.04. 2019 22:05Uhr 29:30 min

„Alfons Zitterbacke“ –Neuverfilmung Nachwuchsdarsteller Tilmann Döbler, Alexandra Maria Lara und Devid Striesow als die Eltern
Nachwuchsdarsteller Tilmann Döbler, Alexandra Maria Lara und Devid Striesow als die Eltern Bildrechte: MDR/X-Verleih/Edith Held
MDR FERNSEHEN Do, 04.04.2019 22:05 22:35

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* Ein DDR-Held kehrt zurück - Neuverfilmung "Alfons Zitterbacke"
* Eröffnung des Bauhaus-Museums in Weimar
* 75. Geburtstag Christoph Heins
* Zurück in die Zukunft? Der Philosoph Slavoj Žižek entwirft eine neue Ordnung
* Kulturkalender

* Ein DDR-Held kehrt zurück - Neuverfilmung "Alfons Zitterbacke"
Der bekannteste und liebenswerteste Pechvogel kehrt zurück auf die Leinwand. Mark Schlichters Neuverfilmung nach Motiven des gleichnamigen kultigen Kinderbuchklassikers von Gerhard Holtz-Baumert ist eine Komödie über Freundschaft, den Weltraum, Väter und Söhne und die besten Anleitungen zum Raketenbauen. Alfons Zitterbacke, entstanden in den 50er Jahren, ist eine Kinderbuch- und Identifikationsfigur für viele Generationen der ehemaligen DDR - ein Stehaufmännchen mit großem Herz und Witz, das sich von Nichts und Niemandem unterkriegen lässt. Alfons' Figur des unangepassten Kindes ist in dieser Form einmalig in Deutschland und in seiner Bedeutung nur vergleichbar mit skandinavischen Kinderbuchhelden wie „Michel aus Lönneberga" oder "Pippi Langstrumpf".

Vor der Kamera von Christof Wahl ("Dieses bescheuerte Herz", "Fack ju Göthe") steht ein hochkarätiges Ensemble um Tilman Döbler, Alexandra Maria Lara und Devid Striesow, Katharina Thalbach, Wolfgang Stumph, Bürger Lars Dietrich, Olaf Schubert, Thorsten Merten, Stephanie Stumph, Louis Held, Checker Tobi, Laila und Rosa Meinecke sowie Leopold Ferdinand Schill, Lisa Moell und Ron Antony Renzenbrink. Als Gäste treten auf Alexander Gerst, unser Mann im All, der während seiner ISS-Mission extra eine Szene nur für den Film drehte, sowie Helmut Roßmann, der Alfons-Darsteller im DEFA-Klassiker aus den 60er Jahren.

* Eröffnung des Bauhaus-Museums in Weimar
2019, wenn alle Welt die Gründung des Staatlichen Bauhauses vor 100 Jahren feiert, ist der 6. April das wichtigste Datum für Weimar und seine Gäste. An diesem Tag wird das Bauhaus-Museum Weimar nach dreijähriger Bauzeit eröffnen. Am Gründungsort des Bauhauses wird es als moderner Ort der Begegnung, Offenheit und Diskussion an die frühe Weimarer Phase der bedeutendsten Design- und Kunstschule des 20. Jahrhunderts erinnern. Es inszeniert die Schätze der weltweit ältesten Bauhaus-Sammlung und verknüpft Bauhaus-Geschichte mit Fragen zur Lebensgestaltung von Heute und Morgen.

Der Museumsbau von Prof. Heike Hanada entstand in direkter Nachbarschaft zur sogenannten Grün-, Kultur- und Sportachse als ein großes "Kulturprojekt" der Weimarer Republik, dem ehemaligen „Gauforum" aus nationalsozialistischer Zeit sowie dem "Langen Jakob", einem in den 1970er-Jahren entstandenen Studentenwohnheim. Das neue Museum bringt diese Zeitschichten der Moderne in eine Erzählung miteinander und macht sie für aktuelle Diskussionen fruchtbar. Im Zentrum der erneuerten Ausstellung steht die weltweit älteste museale Sammlung von Werkstattarbeiten des Bauhauses, die Walter Gropius schon in den 1920er-Jahren anlegte. Im Interview über die Tradition gewordene Moderne des Bauhauses spricht artour mit Hellmut Seemann, dem Präsidenten der Klassik Stiftung Weimar, und mit der Architektin des neuen Bauhaus-Museums Heike Hanada.

* 75. Geburtstag Christoph Heins
Christoph Hein hat zwei Bücher neu auf dem Markt, die unterschiedlicher nicht sein können und sich dabei ähneln. In "Alles was du brauchst" beschreibt er für Kinder die 20 wichtigsten Dinge, die man im Leben braucht. Das sind: Eine Katze, ein schönes Kleid oder Geschichten, von denen man erfährt, die einen begeistern und so weiter. Das zweite Buch "Gegenlauschangriff" versammelt "Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege", so der Untertitel des Buches, und meint damit den Kalten Krieg, der bei Hein nicht unbedingt mit "der letzten Schlacht" - dem Einigungsvertrag - endet. Unter anderem erzählt Hein hier, wie ihn der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck aufsuchte, um für seinen Film "Das Leben der anderen" Details aus dem Leben eines Schriftstellers in der DDR zu erfahren. Herausgekommen sei allerdings eine haarsträubende Story, die weder etwas mit seinem Leben noch etwas mit der DDR der 80er Jahre zu tun hat. Die FAZ warf Hein daraufhin Verharmlosung der DDR-Diktatur vor.

Zeitgeschichte und Privates mischen sich in den zwei Büchern, wie so oft bei Christoph Hein. (Er gälte sonst nicht als Chronist der deutsch-deutschen Verhältnisse.) In dem einen Buch erzählt er seine Lebensweisheiten aus 75 Jahren für Kinder. In dem anderen erzählt er Anekdoten aus seinen 75 Jahren. Am 8. April feiert Christoph Hein seinen 75. Geburtstag. artour hat mit Christoph Hein in seinem Haus in Havelberg gesprochen.

* Zurück in die Zukunft? Der Philosoph Slavoj Žižek entwirft eine neue Ordnung
"Elvis der Kulturtheorie", "kommunistischer Superstar", "Enfant terrible der Intellektuellenszene". Slavoj Žižek hat viele schmeichelhafte und weniger schmeichelhafte Titel. Seit nun mehr 30 Jahren betreibt er öffentlich ein Denken, das die Widersprüche und Disparitäten unserer Zeit benennt und sich dabei für nichts zu schade ist. Er baut sein Fundament auf den großen Philosophen und Psychoanalytikern auf - vor allem auf Hegel, Marx und Lacan - und lässt die Randbereiche individuellen Daseins und gesellschaftlicher Realitäten nicht außer Acht. Berühmt berüchtigt sind "seine Metaphysik europäischer Toiletten" oder seine Interpretationen zeitgenössischer (Trash-)Filme, mit denen er sein Denken ausschmückt. Die Quintessenz dieses Ausnahmeintellekts lässt sich vielleicht auf die Formel runterbrechen: Habe den Mut, quer zu denken entgegen aller Gepflogenheiten und Denktraditionen. Jetzt hat er ein neues Buch geschrieben, das ein Plädoyer für die Rückkehr zu einer neuen Form des Kommunismus ist, weil nur er die gegenwärtigen Probleme eines aus dem Ruder laufenden globalen Kapitalismus zu lösen imstande sei: "Wie ein Dieb bei Tageslicht" heißt es. artour hat Slavoj Žižek in seiner Heimatstadt Ljubljana zum Interview getroffen.

Kulturkalender
* Gleimhaus Halberstadt: Ausstellung zum 300. Geburtstag von Johann Wilhelm Ludwig Gleim - Begründer des Freundschaftskultes
* Yoko-Ono-Ausstellung "Peace is Power" im Museum der Bildenden Künste Leipzig vom 3.4. bis 7.7.2019
* Filmtipp: "Another day of life", Filmstart 4.4.

"artour" ist das Kulturmagazin für das MDR-Sendegebiet und für Ostdeutschland. "artour" wird in Rostock wie in Weimar geschaut, aber natürlich auch in Hamburg und München. Das Kulturmagazin mit Ostkompetenz greift Themen auf, die die Zuschauer bewegen.

Von Thälmann bis Theater, von der Kittelschürze bis zum Konzert, von der Off-Bühne bis zur Oper. Themen werden auch mal gegen den Strich gebürstet, egal, ob es sich um eine Kunstausstellung oder einen kulturpolitischen Skandal handelt.

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