Sechs Bücher stehen auf einem Hocker vor einer grünen Wand.
Diese sechs Bücher haben es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Bildrechte: Christina Weiß

Shortlist Deutscher Buchpreis 2018: Das sind die Finalisten

Sechs Bücher stehen auf einem Hocker vor einer grünen Wand.
Diese sechs Bücher haben es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Bildrechte: Christina Weiß

Die sechs Nominierten für den Deutschen Buchpreis 2018 stehen fest. Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag in Frankfurt mitteilte, gehen die Autoren María Cecilia Barbetta, Nino Haratischwili, Maxim Biller, Inger-Maria Mahlke, Susanne Röckel und Stephan Thome ins Rennen um den besten deutschsprachigen Roman des Jahres. Damit stehen vier Frauen und zwei Männer im Finale. Am 8. Oktober wird der Deutsche Buchpreis zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Arno Geiger und Helene Hegemann schafften es dagegen nicht in die engere Auswahl. Ebenso wie Anja Kampmann und Susanne Fritz, die zuvor noch auf der Longlist zu finden waren. Insgesamt standen auf der Longlist 20 Romane.

"Fabulierend, spekulierend, verspielt"

Christine Lötscher, freie Kritikerin und Sprecherin der Jury des diesjährigen Deutschen Buchpreises, sagte zu den sechs Finalisten: "Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen". Dieses Zitat von William Faulkner hänge wie ein unausgesprochenes Motto über der deutschsprachigen Literatur, so Lötscher. Speziell die sechs Finalisten-Romane "folgen ganz unterschiedlichen Spuren in die Vergangenheit oder in mythische Schichten der Wirklichkeit – fabulierend, spekulierend, verspielt", so die Begründung der Jury.

Das sind die Nominierten der Shortlist:

Diese Titel standen ebenfalls auf der Longlist:

  • Carmen-Francesca Banciu: Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten! (PalmArtPress, März 2018)
  • Susanne Fritz: Wie kommt der Krieg ins Kind (Wallstein, März 2018)
  • Arno Geiger: Unter der Drachenwand (Carl Hanser, Januar 2018)
  • Franziska Hauser: Die Gewitterschwimmerin (Eichborn, Februar 2018)
  • Helene Hegemann: Bungalow (Hanser Berlin, August 2018)
  • Anja Kampmann: Wie hoch die Wasser steigen (Carl Hanser, Januar 2018)
  • Angelika Klüssendorf: Jahre später (Kiepenheuer & Witsch, Januar 2018)
  • Gert Loschütz: Ein schönes Paar (Schöffling & Co., Februar 2018)
  • Gianna Molinari: Hier ist noch alles möglich (Aufbau, Juli 2018)
  • Adolf Muschg: Heimkehr nach Fukushima (C.H.Beck, Juli 2018)
  • Eckhart Nickel: Hysteria (Piper, September 2018)
  • Josef Oberhollenzer: Sültzrather (Folio, März 2018)
  • Matthias Senkel: Dunkle Zahlen (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2018)
  • Christina Viragh: Eine dieser Nächte (Dörlemann, Februar 2018)

Bedeutendste Auszeichnung der Branche

Der Deutsche Buchpreis gilt als wichtigste Auszeichnung in der Branche und wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 2005 vergeben. Mit dem Preis wird der beste deutschsprachige "Roman des Jahres" ausgezeichnet. Insgesamt sichtete sie siebenköpfige Jury 199 Titel, die zwischen Oktober 2017 und dem 11. September 2018 erschienen sind. Neben Christine Lötscher gehören auch Christoph Bartmann (Goethe-Institut Warschau), Luzia Braun (ZDF), Tanja Graf (Literaturhaus München), Paul Jandl (freier Kritiker), Uwe Kalkowski (Literaturblog "Kaffeehaussitzer") und Marianne Sax (Bücherladen "Marianne Sax", Frauenfeld/Schweiz) der diesjährigen Jury an.

Diese Shortlist setzt die Tendenz der Longlist fort: eine beobachtbar weibliche und junge Note, die aus dem Buchjahr 2018 herausgelesen wird.

Katrin Schumacher, MDR KULTUR-Literaturkritikerin

Dem Gewinner winken nicht nur ein Preisgeld von 25.000 Euro, sondern in der Regel auch ein Platz auf der Bestsellerliste. Die fünf anderen Nominierten, die es bis auf die Shortlist schaffen, erhalten je 2.500 Euro. Im vergangenen Jahr gewann Robert Menasse den Preis für seinen Roman "Die Hauptstadt". Zu den bisherigen Preisträgern gehören auch Bodo Kirchhoff (2016, "Widerfahrnis), Frank Witzel (2015, "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969"), Lutz Seiler (2014, "Kruso"), Terèzia Mora (2013, "Das Ungeheuer"), Ursula Krechel (2012, "Landgericht"), Eugen Ruge (2011, "In Zeiten des abnehmenden Lichts"), Melinda Nadj Abonji (2010, "Tauben fliegen auf"), Kathrin Schmidt (2009, "Du stirbst nicht"), Uwe Tellkamp (2008, "Der Turm"), Julia Franck (2007, "Die Mittagsfrau"), Katharina Hacker (2006, "Die Habenichtse"), Arno Geiger (2005, "Es geht uns gut").

Mehr zu den nominierten Büchern

Anlässlich der Nominierung der Longlist-Titel erscheint das Taschenbuch "Deutscher Buchpreis 2018. Die Nominierten". Es beinhaltet Auszüge aus den ausgewählten Romanen und bietet Informationen zu den Autoren und ist in vielen Buchhandlungen kostenlos erhältlich.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 11. September 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2018, 10:48 Uhr

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