Kulturgenuss am Wochenende Nach Corona: Die Sommerspielzeit in Hellerau hat begonnen

Das Zentrum für Europäische Künste Hellerau hat die Corona-Zwangspause beendet und mit der Sommerspielzeit unter dem Motto "Zurück in die Zukunft" begonnen. Zu erleben gibt es an den nächsten fünf Wochenenden unter anderem Tanz, intime Konzerte, ein Parcours der derzeitigen Residenzkünstlerin Gizem Aksu, eine Ausstellungseröffnung sowie den Dienstagssalon, der diesmal am Freitag stattfindet. Heike Schwarzer stellt die Arbeit der aktuellen Residenzkünstler und weitere Höhepunkte des Programms vor.

Albrecht scharnweber, Zurück in die Zukunft, Hellerau, Sommerspielzeit
Hellerau steht für besonderen Kulturgenuss Bildrechte: Albrecht Scharnweber, Zentrum für Europäische Künste Hellerau

Hellerau meldet sich zurück. Fünf Sommerwochenenden lang – ganz ohne internationale Gastspiele – aber mit belebenden Livekünsten an viel frischer Luft. Coronabedingt hat das Hellerau-Team Kunsterlebnisse für alle Sparten, von Videokunst, Jazz, Tanz, Klassik, Führungen bis Schulprojekten zusammengestellt und insbesondere mit den Künstlerinnen und Künstlern vor Ort spannende neue Partnerschaften und Programme wiederaufgelegt oder neu entwickelt.

Abstand durch Räumlichkeiten

Max Rademann
Max Rademann Bildrechte: Stephan Floss, Zentrum für Europäische Künste Hellerau

Veranstaltungen wie das Komponistenfrühstück finden nun im großen Saal statt im Dalcroze-Saal statt, damit die Hygieneregeln eingehalten werden können. Eigentlich kuschlige Formate, werden jetzt groß, wenn der Erzgebirgische Entertainer und DJ Max Rademann zu seinem Dienstagssalon (der diesmal am Freitag stattfindet) oder der Dresdner Jazzschlagzeuger und Tausendsassa Demian Kappenstein zu seiner Überraschungsreihe "Feature Ring" nach Hellerau einladen.

Konzerterlebnisse im ungewohnten Rahmen

Extragroß wird diesmal das eigentlich intime Format der 1:1-Konzerte, das in Hellerau gastiert. Die Staatskapelle Dresden hat dies auch schon an anderen Orten gemacht. Diesmal wird es eine Langfassung von fast 24 Stunden geben. Dabei treffen jeweils ein Musizierender und eine Zuhörende in verschiedenen Räumen des Festspielhauses aufeinander.

Neben den 1:1-Konzerten wird es in Hellerau als musikalischen Beitrag zudem drei Konzerte aus dem Programm "Jugend musiziert" geben.

Konzert Staatskapelle Dresden
1:1-Konzert der Staatskapelle Dresden Bildrechte: Zentrum für Europäische Künste Hellerau

Alternativen erarbeitet

Auch der Tanz findet breiten Raum im Sommerprogramm. Tänzerin und Choreografin Katja Erfurth, deren Neuproduktion im Juni in Hellerau nicht realisierbar war, wird nun gemeinsam mit dem Theater- und Puppenspielerteam Sabine Köhler und Heiki Ikkola eine Alternativversion des Abends geben.

Auch die Dresden-Frankfurt-Dance-Company zeigt eine neue Arbeit. Hervorgegangen ist ihr Beitrag aus dem Lockdown: die Tänzer waren zu Hause und haben dort kleine Soli erarbeitet. Ihre Kunst wird nun gänzlich im Garten stattfinden. Erlebbar sind minimale Tanzskulpturen, bei denen sich das Publikum in Form eines Parcours hindurchbewegt.

Dancecompany - Tänzerin Anne Jung
Die Tänzerin Anne Jung der Dresden-Frankfurt-Dance-Company Bildrechte: anne jung, Zentrum für Europäische Künste Hellerau

Künstlerresidenz unter Sonderbedingungen

Genau zwei Tage vor dem Corona-Lockdown kam die Tänzerin und Choreografin Gizem Aksu aus Istanbul in Dresden an. Eigentlich wollte sie als diesjährige Residenzkünstlerin am Europäischen Zentrum der Künste für einen Atlas der Gefühle gemeinsam mit Dresdnerinnen und Dresdnern tief ins alltägliche Stadtleben eintauchen. Daraus wurde nichts.

Die Tage der Selbstisolation wurden zu Tagen der Begegnung mit der außergewöhnlichen Geschichte der Gartenstadt Hellerau. Gizem Aksu hat die Nachbarschaft erkundet und lädt nun in ihr offenes Atelier und zu einem tänzerischen Parcours ein.

Eine Frau posiert vor einer Wand stehend für ein Foto.
Gizem Aksu Bildrechte: Derin Cankaya, Zentrum für Europäische Künste Hellerau

Rein ins Leben

Viel künstlerische Improvisation und gleichzeitig viel Austauschmöglichkeiten mit dem Publikum, damit markiert Hellerau, was es in diesen Tagen braucht: Gesprächsorte und Livemomente. Raus aus dem Internet, rein ins Leben!

Zurück in die Zukunft Sommerspielzeit am Zentrum für Europäische Künste Hellerau Dresden
12.06.-11.07.2020
jeweils am Wochenende

Mehr Kultur in Dresden

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 12. Juni 2020 | 13:10 Uhr