Albumkritik: "Chopin - Études" Bei Sonya Bach und Chopin lässt die Spannung keine Sekunde nach

Schon mit drei Jahren fing Sonya Bach mit dem Klavierspielen an, mit fünf Jahren gab sie ihr erstes öffentliches Konzert. Heute tritt die Koreanerin weltweit auf Konzertbühnen auf. Nun hat sie ein neues Album aufgenommen: Darin widmet sich Bach Frédéric Chopin und seinen Etüden.

Cover des Albums von Sonya Bach: „Chopin - Études“
Für ihr neues Album hat die Pianistin Sonya Bach Etüden von Frédéric Chopin aufgenommen. Bildrechte: Play it Again Sam/Rubicon
Frederic Chopin
Frédéric Chopin Bildrechte: imago/imagebroker

27 Etüden von Frederic Chopin zu spielen, das ist rein zeitlich keine so große Aufgabe. Die kürzesten sind knapp über eine Minute, die längsten ungefähr vier Minuten lang. Und doch ist es eine pianistische Großtat, alle 24 Etüden aus dem Opus 10 und dem Opus 25, und dazu noch die "Trois nouvelles études" vorzulegen.

Die junge koreanische Pianistin Sonya Bach hat sich daran gewagt, mit besonderem Ansatz. Geschult am Klangeindruck historischer Flügel, die sie übrigens sammelt, hat sie sich Chopin mit einem sozusagen historisch orientierten Blickpunkt genähert. Daraus erwachsen eine größere Farbigkeit, mehr Transparenz der Struktur und eine besondere Kultiviertheit des Anschlags.

Pianistische Souveränität

Verbunden mit einem besonderen Sinn für die Form, pianistischer Souveränität und einer durch die emotionale Durchringung geprägten Ästhetik ergibt sich ein besonders gelungenes Kaleidoskop des Chopin'schen Etüdenwerks. Jede dieser Miniaturen ist ein ganz spezieller Mikrokosmos - und bei keinem lässt die musikalische Spannung auch nur eine Sekunde nach. Eine Aufnahme, die im Reigen der großen Chopininterpretationen ohne Bedenken ein bedeutendes Wort mitreden kann.

Mehr Albumrezensionen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 01. Juni 2020 | 07:40 Uhr