Bruno Sautter, Spieleautor, hält sein Spiel «Just One» in den Hände, das zum «Spiel des Jahres 2019» gewählt wurde.
Ein Wort mit nur einem Wort erklären: "Just One" ist Spiel des Jahres 2019 Bildrechte: dpa

Auszeichnung "Just One" ist Spiel des Jahres 2019

Bruno Sautter, Spieleautor, hält sein Spiel «Just One» in den Hände, das zum «Spiel des Jahres 2019» gewählt wurde.
Ein Wort mit nur einem Wort erklären: "Just One" ist Spiel des Jahres 2019 Bildrechte: dpa

Das Partyspiel "Just One" ist als Spiel des Jahres 2019 ausgezeichnet worden. Das hat die Jury des Spiel des Jahres e. V. am Montag in Berlin bekanntgegeben. "'Just One' ist insbesondere durch seine Einfachheit genial“, heißt es in der Jury-Begründung. "Es sticht dadurch hervor, dass es einen ungemeinen Sog entwickelt." Dabei muss man ein Wort erraten, das die anderen nur mit einem Wort erklären sollen. "Wer es in der Öffentlichkeit spielt, wird schnell Schaulustige anziehen, die am liebsten gleich mitspielen wollen“, sagte die Jury weiter. "Und das machen diese dann oft auch, denn die Einstiegshürde ist so niedrig, dass jeder sie problemlos überwinden kann."

Das Spiel von Ludovic Roudy und Bruno Sautter eignet sich für drei bis sieben Personen ab acht Jahren und dauert rund 20 Minuten.

Kenner-Preis für Vogel-Spiel

Flügelschlag  - Kennerspiel des Jahres
Kennerspiel des Jahres: "Flügelschlag" Bildrechte: Feuerland-Spiele

Als "Kennerspiel des Jahres" wurde "Flügelschlag" ausgezeichnet. Der Preis für besonders taktische Spiele ging damit an ein Brettspiel über Vogelkunde. Autorin Elizabeth Hargrave habe ein nahezu makelloses Gesamtkunstwerk geschaffen, hieß es in der Jury-Begründung. "Eingängige Spielmechanismen, ein schnörkelloser Ablauf und eine hohe Taktung wichtiger Entscheidungen machen Flügelschlag zu einem wahren Überflieger."

Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters war bei der Preisverleihung anwesend. Sie lobte die gemeinschaftsstiftende Kraft des Spielens.

Spiele fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie erlauben, einen Charakter anzunehmen und die Perspektive zu wechseln.

Monika Grütters, Kulturstaatsministerin

"Unbeschwert unterhaltsamer" Spielejahrgang

"Die Stars des diesjährigen Spielejahrgangs sind die kleinen Spiele für die unbeschwert unterhaltsamen Erlebnisse", sagte der Jury-Vorsitzende Harald Schrapers. Dies gelte für alle drei Nominierten, also für "Just One" und "Lama" genauso wie für "Werwörter".

Ohne großen Aufwand, an jedem Ort, egal ob mit der Familie, in der Nachbarschaft oder im Kollegenkreis: die für das 'Spiel des Jahres' nominierten Titel begeistern sofort.

Harald Schrapers, Jury-Vorsitzende

Zum Kinderspiel des Jahres 2019 wurde "Tal der Wikinger" gekürt. Das Spiel von Wilfried und Marie Fort sei eine "neuartige Mischung" aus Geschicklichkeits- und taktischem Spiel.

Begehrte Auszeichnungen

Der Titel "Spiel des Jahres" gilt als äußerst verkaufsfördernd. Von einem normalen Spiel verkaufen die Händler nach Branchenangaben im Durchschnitt 3.000 bis 10.000 Exemplate im Jahr. Beim "Spiel des Jahres" sind es demnach 300.000 bis 400.000. Die Ehrung wurde erstmals 1979 vergeben, in diesem Jahr bereits zum 40. Mal. Ziel der alljährlichen Preisverleihung ist "die Förderung des Spiels als Kulturgut in der Familie und in der Gesellschaft".

Berücksichtigt werden deutschsprachige Spiele des aktuellen Jahres und des Vorjahres. Seit 2001 gibt es auch den Preis "Kinderspiel des Jahres" und seit 2011 das "Kennerspiel des Jahres". Die Auszeichnung ist nicht mit einem Preisgeld verbunden, allerdings dürfen die Preisträger mit dem Signet der Jury werben. Die Jury besteht aus ehrenamtlichen Kritikern aus dem deutschsprachigen Raum. "Spiel des Jahres" arbeitet als eingetragener Verein (e.V.).

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 22. Juli 2019 | 12:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2019, 11:56 Uhr

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